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Die Kastanienallee lockt mit Cafés, Boutiquen und Baustellen-Charme

Gepostet am 05.01.2012 von Katrin Völkner

Von Katrin Völkner, Berlin

Graffiti und Plakatfetzen an den Hauswänden im Blick, die ratternde Tram und Baustellenlärm in den Ohren und Leute, die lieber shabby als schick wirken, auf der Überholspur – die Kastanienallee ist nichts für sanfte Gemüter. Auf der Straße, die Zionskirchplatz und Schönhauser Allee miteinander verbindet, findet sich noch ein raues Fleckchen Erde inmitten des modernisierten Prenzlbergs. Es übt seinen Charme auf Leute aus, die auf die Masse schimpfen und doch mit ihr gehen. In den Cafés sitzt man dicht an dicht, und die Betreiber der etwas anderen Geschäfte (dazu später) können sich über mangelnde Besucher und Konsumlust kaum beschweren. Die Kastanienallee boomt. Das alte Pflaster, das zu DDR-Zeiten kaum gefragt war, ist zur Trendmeile geworden.

Das Café heißt zwar "An einem Sonntag im August", ist aber das ganze Jahr über ein Szenetreff. Ich verzieh mich aber lieber ins 103 ein paar Ecken weiter. Alle Fotos: Katrin Völkner

Das Café heißt zwar "An einem Sonntag im August", ist aber das ganze Jahr über ein Szenetreff. Ich verzieh mich aber lieber ins 103 ein paar Ecken weiter. Alle Fotos: Katrin Völkner

Ausgehend von der Schönhauser Allee schlendere ich fasziniert von einem Schaufenster zum nächsten. Da wären Läden wie der reine Hut-Store Heimat Berlin, Eisdieler mit Streetwear, Sneakers und gemütlichen Strickjacken und ein Geschäft namens Kwik, wo es Skateboards, Aktenordner und Handbälle gibt. Was diese Dinge miteinander zu tun heben, ist nicht ganz klar, im Grunde aber auch egal. Denn erlaubt ist hier alles, was gefällt, Hauptsache es hat Style. In einem anderen Fenster entdeckte ich vor Weihnachten "Magic Snow Powder", eine Eule als Küchenuhr und einen Mini-Kuchen in der Mitnehmdose.

Zum Eisdieler geht man auf der Suche nach cooler Streetwear.

Zum Eisdieler geht man auf der Suche nach cooler Streetwear.

Einige der Gebäude sind renoviert, doch der Großteil zeigt sich verfallen und wenig gepflegt. An einem Haus prangt in großen Lettern "Kapitalismus normiert, zerstört, tötet", am nächsten lehnt ein Baugerüst. Der darin ansässige Showroom hat trotzdem geöffnet, hineingetraut habe ich mich jedoch nicht. Immer wieder locken nette Cafés zu einem Latte Macchiato am freien Nachmittag oder zu einem Drink vor dem Clubbing Samstagabend. In meiner persönlichen Lieblings-Location auf der Kastanienallee, dem Café 103, treffen sich Kreative, trinken Kaffee und Pfefferminztee. Am Wochenende kehrt man hier zum Frühstücken ein, es soll das beste Frühstück der Stadt sein, wie ich habe sagen hören. Das aber muss ich selbst noch austesten. Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

In der Kastanienallee trifft man noch auf ein letztes Aufbegehren gegen Konsum und Kapitalismus.

In der Kastanienallee trifft man noch auf ein letztes Aufbegehren gegen Konsum und Kapitalismus.

Yes, we can... auch während das komplette Haus saniert wird!

Yes, we can... auch während das komplette Haus saniert wird!

Impressionen von der Trendmeile im ehemaligen Osten Berlins.

Impressionen von der Trendmeile im ehemaligen Osten Berlins.

In Stores wie Kwik findet alles, was einigermaßen stylisch ist, seinen Weg.

In Stores wie Kwik findet alles, was einigermaßen stylisch ist, seinen Weg.

Hier würde ich gerne mal zum Großeinkauf hinkommen: Bei Heimat Berlin gibt's fast nur Hüte.

Hier würde ich gerne mal zum Großeinkauf hinkommen: Bei Heimat Berlin gibt's fast nur Hüte.

 

2 Kommentare

  • Monique
    05.01.2012 um 15:46 Uhr
    Sehr, sehr feiner Laden! Love it.
  • Verena p.
    06.01.2012 um 20:25 Uhr
    Ich mag die Kastanienallee auch besonders gern. Ist stets bei Besuchen in Berlin auf der todo liste. Einfach toll, vor allem an schönwettertagen.

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