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Haltestelle Friedrichstraße: S-Bahnhof oder Reklametafel?

Gepostet am 22.12.2011 von Katrin Völkner

Von Katrin Völkner, Berlin

Es gibt Momente, in denen träume ich von einer Welt ohne Werbung. In dieser Welt gibt es weder Citylight-Poster oder TV-Spots noch Zeitschriften, in denen man vor lauter Anzeigen das Editorial nicht findet. Es gibt keine Shootingbilder mit perfekten Models, die einem die neuen Kollektionen schmackhaft machen und zum Konsum verleiten wollen. Es kommt vor, dass ich in solchen Momenten in meiner Traumwelt an der Friedrichstraße umsteige... und promt holt mich die Realität ein! Denn was hier an Werbung geschaltet wird, übertrifft übliche Reklametafeln um Längen.

Kurz nach der Wiedervereinigung entwickelte sich die Friedrichstraße zum neuen Einkaufsparadies. Luxusläden und günstigere Filialketten haben hier ihr Zuhause. Alle Fotos: Katrin Völkner

Kurz nach der Wiedervereinigung entwickelte sich die Friedrichstraße zum neuen Einkaufsparadies. Luxusläden und günstigere Filialketten haben hier ihr Zuhause. Alle Fotos: Katrin Völkner

In großen Dimensionen präsentiert sich Gina tricot in der Halle des S-Bahnhofs Friedrichstraße. Die Models prangen überlebensgroß an den Säulen, sind also kaum zu übersehen. Selbst wenn ich wegsehe, blicken sie zu mir herab. Auch die Outfits, die sie tragen, kann ich als modebewusster Mensch kaum ignorieren, zeigen sie doch die Trends der aktuellen Saison. Ob ich Kunstlederleggings und Negligés aus Polyester dann auch haben will, sei dahin gestellt. Jene, die Zara und H&M zu ihren liebsten Stores zählen, werden jedoch auch in jeden Gina tricot-Laden stürmen, wenn sich ihnen die Werbung mit den Geiz-ist-geil-Preisen erst aufgedrängt hat. Denn die nächste Filiale befindet sich schließlich direkt neben dem Bahnhof in Berlins neuer Mitte.

Die bevorstehenden Festtage geben Gina tricot die Gelegenheit, knappe Kleider mit überdimensionalen Plakaten zu bewerben.

Die bevorstehenden Festtage geben Gina tricot die Gelegenheit, knappe Kleider mit überdimensionalen Plakaten zu bewerben.

Seit der Gina tricot-Store am 9. September dieses Jahres seine Pforten in der Hauptstadt öffnete, gleicht die Bahnhofshalle einer einzigen Reklametafel, ja, vielleicht sogar einer Werbebroschüre mit regelmäßig wechselnden Bildern. Was die einen stört, freut die anderen: Für konsumfreudige Fashionistas jedenfalls gibt es mit den Bildern, die die Trends anpreisen, einen Grund mehr, den Ausgangspunkt einer jeden Shoppingtour am S-Bahnhof Friedrichstraße zu suchen.

Fast erinnern die Bilder an H&M-Werbung, wüsste man nicht längst, dass es sich hier um die Kampagne des skandinavischen Filialisten Gina tricot handelt.

Fast erinnern die Bilder an H&M-Werbung, wüsste man nicht längst, dass es sich hier um die Kampagne des skandinavischen Filialisten Gina tricot handelt.

Come in and find out: Nur ein paar Schritte von der plakatierten Bahnhofshalle entfernt, befindet sich der Gina tricot-Store Berlins.

Come in and find out: Nur ein paar Schritte von der plakatierten Bahnhofshalle entfernt, befindet sich der Gina tricot-Store Berlins.

 

 

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