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Neue Nationalgalerie: Architektur-Hotspot der Sixties

Gepostet am 02.02.2012 von Katrin Völkner

Von Katrin Völkner, Berlin

Seit ich in Berlin wohne, versuche ich bei Spaziergängen durch Mitte, immer auch an der Neuen Nationalgalerie vorbeizukommen. Und dann stehe ich minutenlang davor. Man könnte meinen, ich wäre in tiefe Meditation versunken oder sprachlos vom Anblick eines barocken Schlosses. Aber nein, es ist ein völlig schlichter Bau, der meine Aufmerksamkeit jedes Mal einnimmt. Simpel. Modern. Zeitlos.

In meinen Augen ein Architekturjuwel: Die Neue Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe wurde 1968 mit einer Mondrian-Ausstellung eingeweiht. Alle Fotos: Katrin Völkner

In meinen Augen ein Architekturjuwel: Die Neue Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe wurde 1968 mit einer Mondrian-Ausstellung eingeweiht. Tagsüber lohnt sich auch ein Blick hinter den Pavillon auf die Dachterrasse mit ihren Skulpturen. Alle Fotos: Katrin Völkner

Architekt der Neuen Nationalgalerie ist Ludwig Mies van der Rohe, den ich bereits lange für seinen Barcelona-Pavillon und den Barcelona-Chair bewundere. Der Architekt war über Jahrzehnte hinweg eine Koriphäe der Baukunst und des Möbeldesigns, doch vor allem die 60er-Jahre hat er geprägt. Für ihn galt: "Weniger ist mehr", ein Prinzip, nach dem er auch die Glas-Stahl-Konstruktion am Kemperplatz (Nähe Potsdamer Platz) erdacht hat. Trotz ihrer kastigen Bauweise wirkt sie unglaublich leicht. Und das Erstaunlichste: Das Dach kommt ganz ohne störende Träger im Innenraum aus.

Zurzeit läuft im Untergeschoss die zweite von zwei Teilausstellungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Kunstliebhaber, sondern vor allem für Fans zeitloser Architektur.

Zurzeit läuft im Untergeschoss die zweite von zwei Teilausstellungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Ein Besuch lohnt sich nicht nur für Kunstliebhaber, sondern vor allem für Fans zeitloser Architektur.

Im Grunde begeistert der eingeschossige Bau optisch alleine durch seine Architektur. Umso mehr ärgere ich mich über die Stellwände und wechselnden Ausstellungen innerhalb der gläsernen Fassada. Doch die meisten Kunstwerke finden sich im Untergeschoss, so auch die Wechselausstellungen wie aktuell "Der geteilte Himmel. 1945 - 1968". Hiervon sind vor allem Yves Kleins Blau und ein Raum mit Werken der Zero-Bewegung sehenswert. Im Anschluss an die Ausstellung relaxe ich in einem von Mies' Barcelona-Sesseln, rufe mir das Gesehene noch einmal vor Augen und entschwinde vollends in die Sixties.

 

 

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