Artikel
Neuer Klanggenuss und überraschende Soundvielfalt für meinen iPod: In-Ear Kopfhörer im Test
Gepostet am 07.12.2011 von Mia
Von Mia Klöting, Düsseldorf
Ich gehe fremd. Jetzt ist es raus und ich fühl mich schon viel besser. Angeblich fröhnt laut Statistiken ja sowieso jeder zweite der Untreue. Und ihr wisst ja selbst, wie es ist mit der ewigen Loyalität, man schwört sie inbrünstig, bekundet euphorisch dauerhafte Standhaftigkeit und bei der nächstbesten Gelegenheit scheinen plötzlich alle guten Vorsätze vergessen. Jahrelang zählte ich mich als charakterfestes Mitglied einer globalen Kultgemeinde, die nicht ganz ohne einen Hauch von Stolz der übrigen Welt ihre Zugehörigkeit zur Apple-Community dank kleiner weißer Kopfhörerkabel demonstierte.

Auffälligstes Erkennungsmerkmal meiner iPod-Liebe bislang: Meine weißen Apple Kopfhörer. Als Apple seinen kultigen mp3-Player 2001 samt der schneeweißen Headphones auf den Markt brachte, löste das Unternehmen eine vorher nie dagewesene Welle der Begeisterung aus. Die Kopfhörer dienen seitdem als Erkennungsmerkmal und verstärken den Hype um Apples Art des Musikhörens im 21. Jahrhundert. Foto: Mia von styleranking
Seit diesem Herbst ist nun aber alles anders. Ich entdeckte nämlich nach lebenslanger Abneigung gegen diese Form der sportlichen Betätigung das Joggen für mich. Zugegeben in der Theorie scheint das Laufen eine durchaus lobenswerte Sache, die im besten Fall nicht nur zu mehr innerem Wohlbefinden, sondern gleichzeitig zu einer "es-ist-Silvester-und-ich-passe-perfekt-in-mein-Kleid"-Figur führt. In der Praxis jedoch stellte mich das neuerliche Fitness-Engagement vor ein Dilemma: Jedesmal, wenn ich mich bewaffnet mit meinem iPod aus dem Haus wagte und die ersten Meter im trabenden Rennschritt prustend hinter mich gebracht hatte, konnten sämtliche Passanten um mich herum meine basslastige Motivationsmusik hören. Nur ich selbst, ich hörte außer nervigem Straßenlärm nichts mehr.
Denn leider eignen sich die trendigen Apple Kopfhörer, denen ich vor Jahren ewige Treue schwor, eher für lange Bahnfahrten im Sitzen als für bewegungsintensive Aktivitäten. Vielleicht liegt es aber an meinen anatomisch ungünstig geformten Ohrmuscheln, dass die kleinen Headphones mir bei jedem zügigen Schritt aus meinen Lauschern fallen.
Da meine Leidenschaft fürs Joggen jedoch nicht so ausgeprägt ist, dass ich mich ohne gute-Laune-Sound aus dem Haus wagen würde, bleibt mir schweren Herzens nur eine Alternative: Die schmerzhafte Zeit der Trennung ist gekommen. Es war zwar schön so lange es dauerte. Doch nun heißt es, mit der Zeit zu gehen und sich Sherlock Holmes zum Vorbild auf die Suche nach einem optimierten Klangerlebnis zu begeben. Ich telefoniere ja schließlich aus sentimentalen Loyalitätsbekungenen auch nicht mehr mit einem riesigen knochenartigen Handy der ersten Generation, sondern fiebere längst dem für Juli 2012 angekündigten iPhone 5 entgegen.

Der Name ist Programm: Die In-Ear Headphones CX 310 Originals aus dem Hause Sennheiser begeistern mich dank ihres Looks, der der Adidas Originals Brand nachempfunden ist. Praktisch: Die Stecker kommen in einer schicken Transporttasche. Foto: Sennheiser
Bei meiner Recherche nach den optimalen Kopfhörern stoße ich ganz die modeaffine Frau als erstes auf die extrem coolen In-Ear Stecker von Sennheiser mit dem klangvollen Namen CX 310 Originals. Die Kooperation mit Adidas weckt bei mir spontan die Hoffnung, dass die Kopfhörer sich besonders gut für meine Jogging-Vorsätze eignen. Optisch erscheinen sie mir aufgrund ihres Designs als ein adäquater Ersatz für meine longtime favorites. Sennheiser verspricht dank mitgelieferter Adapter für verschiedene Ohrmuschelgrößen eine optimale Passform, basslastigen Stereosound sowie eine starke Dämpfung des Umgebungslärms. Auch der Kostenfaktor hält sich mit 49,99 Euro positiv in Grenzen.

Die DTX101iE von Beyerdynamik sollen optimierten Klanggenuss ermöglichen und können auch als genuzt werden. Das System wird inklusive Softcase geliefert. Foto: Beyerdynamik
Auf eine schlichtere Variante treffe ich mit den Ohrsteckern von Beyerdynamik namens DTX101iE. Die In-Ear Headphones zeigen sich in zeitlosem Anthrazit und kommen ebenfalls mit drei erschiedenen Ohrpassstücken nach Hause. Sie gewinnen zwar keinen Style-Award, punkten aber mit einem immer noch sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die gut verarbeiteten Stecker kosten nämlich 72 Euro. Außerdem wirbt Beyerdynamik mit klarer, druckvoller Klangqualität, die störende Umweltgeräusche außen vor lassen soll. Besonders praktisch: Das Kopfhörersystem integiert eine Freisprechanlage.
Für sehr audiophile Genießer: Die In-Ear Kopfhörer PFE 112 von Audéo überzeugen durch klaren Klang und sehr ergomischer Form. Zum Zubehör zählen Reinigungswerkzeug für Ohrstöpsel, zwei Silikon-Kabelführungen sowie ein Aufbewahrungsetui. Foto: Audéo
Eine Firma, die sich auf Hörgeräte spezialisiert, muss meiner Meinung nach auch in der Lage sein, qualitativ hochwertige Kopfhörer zu produzieren. Daher fallen mir die In-Ear Stecker von Audéo auf Anhieb positiv ins Auge. Wie bei allen anderen recherchierten Varianten möchte auch Audéo dank unterschiedlich großer Ohrstöpsel eine perfekte Anpassung an die eigene Ohrform gewährleisten. Ein rundum satter Sound wird vor allem sehr audiophile Musikliebhaber freuen. Ein weiterer Pluspunkt: Austauschbare passive Audiofilter, die den Frequenzgang an die jweiligen individuellen Hörvorlieben anpassen, garantieren für ca 120 Euro ein maximales Klangerlebnis. Außerdem werden persönliche Präferenzen berücksichtigt, so kann man die Headphones in schwarzer und in weißer Ausführung erstehen.


Wunderschön, Klang und Bass-stark: Die Atomic Floyd HiDefDrum-Kopfhörer. Die SoftSeal-Silikon-Ohrstöpsel in den Größen S, M und L sorgen für eine komfortable Passform. Ebenfalls mit dabei: Eine Fernbedienung aus Edelstahl mit Mikrofon und Lautstärkesteuerung sowie ein Case aus Silikongummi. Foto: Atomic Floyd
Sehr robust, komplett aus wertigem Edelstahl und mit stoffummanteltem Kabel in stylischem Rot präsentieren sich die In-Ear Kopfhörer aus dem Hause Atomic Floyd. Es ist fast Liebe auf den ersten Blick und ich sehe mich schon mit dem modisch auffälligem Accessoire durch den Stadtpark joggen. Sie muten dank ihrer Optik fast schon futuristisch an und sollen aufgrund ihrer wechselseitigen Außengeräuschdämpfung sogar schalldicht agieren und Außengeräusche komplett abdichten. Einziger Wehmutstropfen, der mich wohl vom Kauf abhalten wird: Qualität hat natürlich wie immer ihren Preis: Im Apple Store kosten die guten Stücke selbstbewusste 179,95 Euro.

Meine Alternative: Die ebenfalls sehr schön anzusehenden und hochwertig verarbeiteten In-Ear-Kopfhörer M3 von Brainwavz.
Als optimale Alternative zu meinen preisstarken Lieblingen von Atomic Floyd erweist sich die In-Ear Variante von Brainwavz. Sie überzeugt mich sofort aufgrund ihres außergewöhnlichen Gehäuses und den gebürsteten Aluminium-Elementen. Ich kann mir vorstellen, dass die überstehenden Nasen beim Einsetzen und Abnehmen der Kopfhörer durchaus nützlich wirken. Brainwavz verspricht eine dezente und entspannte Soundvielfalt, ohne das Musikerlebnis einzig und allein dem Bass zu überlassen. Für mich besonders wichtig: In der festen Aufbewahrungs- und Transportbox die In-Ears gegen Schäden geschützt. Natürlich bietet auch Brainwavz verschiedene Eartips an, so dass sich für jede Ohrmuschel die passende Größe finden lässt. Die Headphones sollen sich außerdem sehr gut für Sportwillige eignen, denn sie besitzen extra Führungsschienen, mit denen das Kabel auch über den Ohren entlang geführt werden, so dass sich etwaige Kabelgeräusche beim Laufen reduzieren.
Nun bleibt mir nur noch eines: Ich muss mich entscheiden und wie heißt es so schön: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die augenscheinliche Vielfalt scheint mir gleichzeitig auch das größte Hindernis. Das ist wohl einer der Nachteile beim Fremdgehen. Aber wer weiß, bald ist ja Weihnachten und vielleicht erhört das Christkind ja meinen Hilferuf und fasst in meinem Namen einen Entschluss.
Mia von styleranking ist bekennende Apple-Fanatikerin und selbst das ist weit untertrieben. Deshalb widmet sie sich in ihrer eigenen Kolumne Apfel-Päckchen liebevoll ihrem Lieblingsthema und versorgt euch regelmäßig mit News.
Tags alle anzeigen
- Adidas
- Apple
- Smartphone
- iPod
- Apfelpäckchen by Mia
- Apfel-Päckchen
- Apple Store
- MP3-Player
- Apfelpaeckchen by Mia
- Kopfhörer
- iPhone 4S
- iPhone 5
- Headphones
- weiße Kopfhörer
- B&W
- Musikliebhaber
- Atomic Floyd
- Brainwavz M3
- Kopfhörerkabel
- Monster Cable Turbine In-Ear Ohrhörer
- Apple Kopfhörer
- Hörgeräte
- Over-Ear
- Fischer Audio
- Apple-Community
- Weihnachten Apple
- Audéo PFE 112 In-Ear-Kopfhörer
- Freisprechanlage
- Bügelkopfhörer
- Atomic Floyd HiDefDrum-Kopfhörer
- Außengeräuschdämpfung
- Denon
- Kopfhörersystem
- Sennheiser CX310 Originals Kopfhörer
- In-Ear Kopfhörer PFE 112 von Audéo
- SoftSeal-Silikon-Ohrstöpsel
- Apple TV
- In-Ear Headphones
- Beyerdynamic DTX101iE In-Ear-Kopfhörer
- DTX101iE von Beyerdynamik
- DTX101iE von Beyerdynamik
3 Kommentare

07.12.2011 um 11:08 Uhrich persönlich bin kein großer fan von in-ear-kopfhörern und bleibe meinen klassischen apple-stöpseln treu. ansonsten find ich große retro-hörer auch noch ziemlich cool
07.12.2011 um 15:24 UhrIch kann Bose-Kopfhörer mehr als alle anderen empfehlen! Aber vorsicht, es besteht Suchtgefahr.
07.12.2011 um 15:29 UhrGroße Kopfhöre sehen schon stylisch aus, aber sind so unpraktisch, wenn man eine kleine Handtasche dabei hat. Die Variante von adidas und sennheiser sind meiner Meinung nach eine gute Alternative.