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Das Leiden des jungen Bloggers

Gepostet am 03.02.2012 von Yavi

Von Yavi Bartula, Düsseldorf

Modeblogger müssen damit leben, in Schubladen gesteckt zu werden. Gut: Sind sie vintage und prall gefüllt mit dem neuesten Fashion-Shit, ist das ja kein Ding. Nur wenn jemand meint, dort aufräumen und sortieren zu müssen, wird's für beide Parteien ungemütlich. Was lernen wir daraus? Jedem das Seine. Und wie genau dieses "Seine" aussieht, ist Thema des heutigen blOgObserves. Folgt mir bitte unauffällig...

blogobserve: das leiden des jungen bloggern

Ich habe diesen Tag wie jeden in meinem glamourösen Blogger-Leben begonnen. Nach einem ausgiebigen Bad inmitten eines duftenden Schaums, mit pinken Quietsche-Entchen zwischen den Beinen und Lana Del Ray Trauergesängen in den Ohren, habe ich die Beauty-Produkte aus drei Monaten Glossybox aufgetragen, mich mit Mac und Bobbi Brown Make Up bemalt und während ich die Lockenwickler im Haar hatte, stand ich in meinem begehbaren Kleiderschrank und konnte mich nicht entscheiden, welchen der 192 Boyfriend-Blazer ich anziehen sollte. Ich knipste mich mit meinem iPhone vorsichtshalber vor dem Spiegel, um kein Mode-Fauxpas zu riskieren und aktualisierte währenddessen meine Fashionapps und FB-Startseite, um keine neuste News zu verpassen. Ja, als das dann alles erledigt war (zu dem Zeitpunkt, wenn normale Büro-Menschen die Mittagspause einläuten), rannte ich schnell und in Begleitung einex x-beliebigen Nachbarns in den Park, ließ kurz 278 Fotos aus allen Perspektiven schießen, bearbeitete sie danach mit Photoshop CS5, lud sie in meinem Blog hoch und konnte endlich meinen Soya-Latte und frischen Banane-Karotte-Cake verzehren. Bio natürlich.

blogobserve: das leiden des jungen bloggern

Das Leben könnte so schön funkeln, wären da nicht Menschen wie dieser Phantom-Blogger aus LA. Denn heute Morgen riss er mich mit seinem Modeblogger-Verriss aus meiner heilen Glitzer-Welt. Ich habe gar keine Ahnung, woher er dieses verzerrte Bild hat. Und wie er überhaupt auf die Idee kommt, dass Modeblogger so etwas tun. Ich meine - wir sind alle zuckersüß, uns muss man doch lieb haben! Schließlich schießen wir im Park keine Enten, sondern kunstvolle Fotos! Na jedenfalls haben mich sein philosophischer Diskurs zum Nachdenken gebracht. Ne wirklich, ich bin in mich gegangen und habe mich gefragt: Was ist der Sinn des Modeblogger-Lebens? Und sind "wir" es, die leiden oder die anderen?

blogobserve: das leiden des jungen bloggern

Dazu habe ich mich dieses Mal darauf konzentriert, was Blogger außer Park-Fotos (na gut, also diese hier von Keiko Lynn sind wirklich toll) sonst so treiben. Und ob sie überhaupt andere Interessen haben, als aktuelle Shoperöffnungen, Kollektionen und Kampagnen zu beschreiben. Und Schuhe (diese hier müsst ihr euch aber wirklich anschauen). Doch tatsächlich: Kunst und Kultur sind auch wichtige Themen. Zum Beispiel bei Stylekingdom, die in ihrem Filmtipp "Ziemlich beste Freunde" wärmstens empfehlen. Ich stimme zu und setze noch eins drauf: Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe.

blogobserve: das leiden des jungen bloggern

Naja, also es gibt natürlich auch "Fotos des Tages", wie dieser entzückende Händehaufen gerade bei Would you like some Lala?. Es gibt auch ganze Instagramm-Sammlungen über alles und nichts, wie seit eben bei mel en mode. Oder auch "Photo-Challenges", bei denen auch Die Welt eines Gefühlsfreaks mitmacht, Und ja, ich gebe ja zu: Fotos, wohin das Auge schaut. Aber mal ehrlich. Blogs sind schließlich keine digitalisierten Sachbücher, sondern individuelle Tagebücher. Sie leben von Bildern! Und diese Online-Tagebücher kann jeder aufschlagen, der möchte. Oder es sein lassen. Sie mögen, oder verachten. Wie er möchte. Jedem das Seine.

blogobserve: das leiden des jungen bloggern

Was mich persönlich in den vergangenen Tagen beschäftigt hat? Direkt nach den aktuellen Lippenstift-Trends (Blau ist das neue Rot oder Schwarz oder so) und der neuen Asos-Kollektion samt neuem Cover-Model ganz klar: Mein neues blOgObserve-Logo. Die Entscheidung ist gefallen und glaubt mir: Es war alles andere als einfach. Und wehe, jemand wagt es, darüber herzuziehen. Ich habe heute nämlich keine wasserfeste Wimperntusche drauf. Also findet es bitte einfach schön und habt mich lieb, ja?

blogobserve: das leiden des jungen bloggern

Dieses raffinierte Ding ersetzt ab sofort meine erste Skizze, die ich damals im styleranking-Praktikum mit Paint entworfen habe. Ähem.

Ich wünsche euch ein wundervolles, fröhliches und sonniges Wochenende. Damit eure Pics besonders schön werden.

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