Das Spiel der Woche: Mensch, verwirre mich nicht
Gepostet am 29.04.2012 von Yavi
Von Yavi Bartula, Düsseldorf
Was haltet ihr von einem kleinen Spiel? Es heißt: Mensch, verwirre mich nicht. Genau das werde ich tun, ihr werdet völlig überfordert sein, ich hab gewonnen. Die Spielregeln sind so easy, dass selbst Deutschlands neuer Superstar sie versteht. Ihr müsst nämlich nur meine Linkempfehlungen der vergangenen Woche bis zum bitteren Ende lesen - und zwar ohne abzubrechen, zu fluchen oder mich zu verfluchen. Klar?
Bevor wir loslegen, gibt es für euch noch eine erfreuliche Info. Denn um die ganze Sache etwas anspruchsvoller und fairer zu gestalten, erschwere ich mir meine Aufgabe ein wenig. Während ihr also diesen chaotischen Post hochkonzentriert und unter Schweißausbrüchen lest, versuche ich meine Funde in eine einigermaßen kohärente Reihenfolge zu bringen. Und glaubt mir, meine lieben Freunde, das ist kein Ponyritt. Denn ich habe so viele verschiedene Funde, dass sie um keinen roten Faden zu wickeln sind. Und ihr wisst ja, wie gern ich Themenschwerpunkte setze. Dieses Mal praktisch ein Ding der Unmöglichkeit, da kaum etwas passiert ist. aber ich gebe mir Mühe. Ich will schließlich gewinnen.

Schnell ist der Übeltäter dafür gefunden, dass wenige spannende Themen besprochen wurden, und die wenigen dafür von umso mehr Menschen. Dieses Mal tritt der Übeltäter also in einer großen Gruppe auf, der Gruppe der bekannten deutschen Blogger. Denn wenn die mal auf einem Haufen zusammen kommen, ist mein Google Reader voller ähnlicher Posts. Die einzigen Unterschiede: Unterschiedliche Fotoperspektiven. Und diese bezogen sich in den vergangenen Tagen auf das C&A Event, das hier in Düsseldorf stattfand. Alice hat die vermutlich größte und umfangreichste Dokumentation.
Das ist so ähnlich, wie wenn deine halbe Facebook-Freundesliste "leider geil" schreibt, dich über das gute Wetter informiert oder sich irgendwelche Spotify-Playlists anhört und diese FB-Anzeigeoption nicht ausstellt. Ich unterstütze es an dieser Stelle wirklich ungern, aber da es gerade passt: Bei Skir könnt ihr 3 Monate Spotify-Premium gewinnen. Sollte es klappen, dann versprich mir bitte, dass ich nicht permanent sehen musst, welchen Mist du dir anhörst. Ich muss ja schon damit leben, dass sich diverse Links so rasant viral verbreiten, dass ich so schnell kein Gegengift finden kann. So vor wenigen Tagen, als scheinbar die ganze Welt auf die Ebay-Auktion eines frustrierten Exfreundes und etwas aggressiven Zeitgenossen schaute. Überschrift: Beschissene Rolex von meiner geisteskranken Ex. Horstson widmete dem sogar einen eigenen Post.

Ich wette, das hat magnoliaelectric null gejuckt. Sie hat ihrem Instagram April-Archiv zu entnehmen so viele watteweiche Flusen und kunterbunten Frühlingsgefühle im Kopf, dass solche negativen Schwingungen von ihrer rosaroten Aura einfach abgestoßen werden. Was auch immer sie nimmt, ich will es auch.

Ich will übrigens noch etwas, und zwar ein IPad. Nicht wegen des Ipads, sondern wegen der vielen stylischen Hüllen, die es mittlerweile gibt. Wunderschön sind die, die Fabelimo herausgesucht hat, alle. Vielleicht lege ich mir einfach eines dieser Exemplare zu und trage darin meine Zeitschriften. Wobei - ne. Für Zeitschriften hätte ich da etwas besseres: Die Newspaper Clutch von Jil Sander, die Modepilot gefunden hat.

Ist etwas so ausgefallen, wie dieses Täschchen, kommt ganz sicher irgend einer Blogger aus dem Nichts, knipst das Novum und verbreitet es auf seinem Medium unter "Streetstyles". Gut so, denn so würden wir einen Mann im Goldshirt und Schottenrock nicht so schnell zu Gesicht bekommen. Auch keine wunderschönen Damen aus Indien, keine topgestylten Schönheiten auf dem Coachella-Festival (Bettina von Shinyshoes und Jille Pille haben Impressionen), keine abgefahrenen Sonnenbrillen. Hier sehen wir Dinge, die uns im Alltag nicht so schnell begegnen, an Menschen, die den nötigen Mut haben, diesen Dingen ständig bewusst zu begegnen, DIng-Mensch-Kombinationen, die Selbstbewusstsein, Mut und Authentizität erfordern. Vielleicht auch etwas jugendlichen Leichtsinn? Deshalb ist die Frage, ob Mode im Alter noch eine Rolle spielt und spielen darf, durchaus berechtigt. Thuy von Two for Fashion stellt sie in einer Blogger-Runde zu Diskussion und hat ein eindeutiges Ergebnis - wenn auch kein wirklich überraschendes.

Wenn ich Menschen sehe, frage ich mich oft, wie wohl deren (Innen-) Leben aussieht und nicht nur das, womit sie ihre äußerliche Fassade einkleiden. Deshalb liebe ich private Familien-Alben (zum Beispiel das mit zuckersüßen und lustigen Kinder-Fotos des Hochzeitsfotografen Jason-Lee), Küchen-Einblicke (wie die etwas anderer, sagen wir durchleutender Art, die ich bei Kathmography sah), Atelier-Besuche (Lena Hoschek hat ein neues umwerfendes Zuhause für ihre Haute Couture, Stylekingdom die Bilder davon).

Auch ich bin sehr tief in mich gegangen. Was blieb mir zwischen diesen wenigen Höhepunkten auch anderes übrig, als mich mit mir auseinanderzusetzen? Vor lauter Lese-Langeweile habe ich dann wenigstens eine neue Lebensphilosophie entwickelt. Wer sich über schlechtes (April-) Wetter beklagt, hat entweder a) die falsche Couch (die hier wäre die richtige) oder b) einfach das falsche Zuhause. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, sodass ich beschlossen habe, mir ein neues zu suchen. Und ich habs gefunden:

So, auf Grund dieser unerträglichen Sehnsucht nach meinem neuen Domizil ist unser kleines Spielchen an dieser Stelle zu Ende (ich würde sagen, ich habe gewonnen). Spielen wir ein neues. Es heißt: Ich packe meinen Koffer und nehme mit...















