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Philadelphia zum Anfassen
Gepostet am 11.08.2011 von guest
Von Maren Christine Dulce, Kapstadt
Philadelphia ist in diesem Fall weder ein Schmierkäse noch liegt es in den USA, sondern ein kleines Dörfchen, das 20 Minuten Fahrtzeit von Kapstadt entfernt ist. Das Flair dort ist…süß. Man kommt sich vor wie in einem Puppenhaus, in dem alles mit viel Liebe selbst gemacht wurde. Es gibt ganze fünf Straßen, zwei Cafés und eine Kirche. Seit 2004 ist Philadelphia eine offiziell anerkannte eigenständige Weinregion.
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An unserem freien Tag am Dienstag (Weltfrauentag) sind wir mit unserem orangefarbenen Mercedes Baujahr 1980 durch die blühenden Frühlingsfelder hinter Kapstadt nach Philadelphia gefahren. Das Auto haben wir uns für die komplette Zeit meines Aufenthalts gemietet, da wir für die Uni und unsere Kurztrips mobil sein wollen. Als die Angestellten von der Autovermietung uns das Prachtstück zeigten, mussten wir sofort zugreifen und bereuen es bis heute nicht…Anschnallgurte gibt es nur vorne und wir wippen auf der durchgesessenen erhöhten Rückbank wegen der schlechten Straßen immer kräftig mit: Das Feeling unbeschreiblich und einzigartig - man muss es selbst erleben!

Als wir gerade am Straßenrand anhielten, um ein paar Fotos vom Rapsfeld zu machen, hielt ein großer weißer Jeep neben uns an. Der Fahrer war ein älterer Herr mit seiner Frau, die mit gefühlten 15 Kindern im Auto einen Ausflug machten. Er lud uns ein mit auf seine Farm zu kommen. Wir verbrachten im Endeffekt mehrere Stunden auf der „Adderly Farm“, sahen den Arbeitern beim Schafe schären zu und ließen uns von den Kindern ihr Baumhaus zeigen. Alle waren begeistert und wir wurden sehr herzlich verabschiedet.

Als wir dann mit einiger Verspätung doch noch in Philadelphia ankamen, wurden wir erneut von südafrikanischer Herzlichkeit überrascht. Das Dörfchen besteht aus aneinandergereihten Kunstbetrieben, die ihre handwerklichen Produkte aus ihren Werkstätten an Touristen und Einheimische verkaufen. Besonders die handgetöpferten Krüge haben mir gefallen: Jeder ist einzeln bemalt und sehr süß dekoriert. Die Künstler selbst beraten Interessenten, man kann alles anfassen und wird herzlich behandelt. Es ist sogar möglich inmitten der ausstellenden Werkstätten in einem Restaurant Kaffee zu trinken- allerdings empfehle ich dringend zu reservieren, da die Warteliste gegen Mittag sehr lang ist.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Wer in der Nähe von Kapstadt ist, muss das einmal gesehen haben! Alle Menschen dort sind relaxed, die Kinder spielen auf der Straße und alles ist sauber und ordentlich. Die Frauen tragen selbstgemachten Schmuck, bunt bemalte Batic-Tücher und Römersandalen. Vermutlich würde man den Stil dort „Öko“ nennen.
Maren Christine Dulce, 22 Jahre, absolviert an der University of Cape Town ihr letztes Auslandssemester für ihren Bachelor of Arts in „Communication and Marketing“. Sie lebte drei Jahre ihres Lebens in den USA, verbrachte ein Auslandssemester in Dublin und war viel auf Reisen… aber sie war noch nie in Afrika. Von Juli bis November berichtet Maren für styleranking, was sie in Kapstadt erlebt.