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Wudaokou, (m)ein Lieblingsort zum Shoppen und Feiern
Gepostet am 26.06.2011 von Yavi
Von Yavi Bartula, Beijing
In Punkto Shoppen und Party kommt an Beijing meinem Geschmack nach keine Stadt so schnell heran. Die Möglichkeiten nachts und tagsüber busy unterwegs zu sein, sind praktisch unbegrenzt. So schwer es ist, auf einen Partyabend zu verzichten, so schwer ist es auch, beim Shoppen das Geld für die Drinks zu sparen. Auch bei meistens günstigen Preisen kommt da ein gutes Sümmchen zusammen. Doch das ist bestens investiert - vor allem in Wudaokou, dem Studentenviertel im Nordwesten Beijings, was zu keiner Tages- und Nachtzeit schläft. Eine Hommage an einen fast perfekten Ort...
Das Straßenbild Wudaokous: ein bisschen Chaos, junge Menschen, Sonnenschirme.
Wer einen modernen, multikulturellen, nonkonformen, wilden, vielfältigen, bunten, chaotischen, dynamischen, sympathischen, trashigen Stadtteil Pekings sucht, der muss nach Wudaokou kommen. Hier ist es laut, hier sind die Menschen jung und hipp, hier wird tagsüber in kleinen Boutiquen, größeren Bekleidungsgeschäften oder abgeranzten Shoppingmalls geshoppt, in alternativen Cafés gelernt, einige Stunden nach Sonnenuntergang hemmungslos und bis in die frühen Morgenstunden getrunken und gefeiert. Charakteristisch für das Viertel rund um die Beijing University & Co. sind Gesichter aus aller Welt, die als bunte Masse die dreckigen Straßen des ungeschminkten Teils Pekings schmücken. Die Stimmung ist anders, als in Expat-lastigen Gegenden wie Chaoyang. Hier ist jeder so wie er sein will und will, dass jeder andere es ebenso ist.
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Local Designer inszenieren ihre Mode kunstvoll und verspielt.
Kleine Shops mit Local Designer-Kollektionen sind genau richtig an solch kreativen Spots mit modebegeisterten Bewohnern und Besuchern. Denn hier findet man individuelle Mode, die nicht in den großen bekannten Geschäften und im Kleiderschrank jeder zweiten Frau hängt Hier sieht jedes Stück anders aus und erinnert dadurch an eine Reise durch exotische Länder voller neuer Eindrücke. Ich habe mich verliebt - in einen Shop ganz besonders: Lara.

Lara, meine heimliche Liebe
Das kleine, süße Geschäft hat von jedem Kleidungsstück oder Accessoire nur ein Exemplar. Die Schnitte sind mal simpel und dafür mit viel Farbe, mal raffiniert und farblich dezent. Und manchmal verbindet sich in nur einem Kleid die ganze Vielfalt des Modemachens - von Applikationen über Colour Blocking bis hin zur extremer Asymmetrie. Das hat auch seinen Preis.

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Einer der Top-Modetrends in Peking: Ultra knappe Hotpants, gerne im Used-Look
Während eine bunt-gestreifte Beduinenhose zwar auch mal nur 20€ und ein schwarzer Overall 30€ kosten kann, müssen für eine knappe Jeansshort schon 45€ und für eine kleine Ledertasche schon 80€ über die Ladentheke wandern. Doch wenn man VIP-Kunde ist - so wie ich by the way - profitiert man von satten Rabatten und ergattert ein wunderschönes, langes Sommerkleid in Orange-Grün schon für 40€. Insgesamt ein fairer Deal, wenn mir die gleichen Kleidungsstücke nicht an einem anderen Körper entgegenkommen. Wem das aber nichts ausmacht, der kann zu deutlich günstigeren Preisen in einem der anderen zahlreichen Bekleidungsgeschäfte zuschlagen. Denn Wudaokou ist eigentlich vor allem für die billigen Angebote bekannt.

Lara ist nicht ganz unschuldig an meiner Liebe zu der Grün-Orange-Farbkombo
Am Abend kann der neue Fummel direkt an Ort und Stelle vorgeführt werden. Obwohl von den meisten dort eher weniger auf den modischen Grad des Outfits geachtet wird (Alkoholpegel und mangelndes Interesse an Äußerlichkeiten sind Schuld), ist man mit den ausgefallenen Styles einfach am richtigen Ort. Stilettos und Minikleidchen können getrost zu Hause bleiben, da ein voller körperlicher Einsatz erfordert wird. Zum einen in Form von Tanzmoves auf dem Parkett, zum anderen als Abwehr gegen kuschelbedürftige Männer. Und trotzdem sind Clubs und Bars wie das Propaganda oder Lush in aller Munde. Die Exzesse sind bekannt, doch die große Toleranz und die Offenheit unter den verschiedensten Kulturen sind eine der Gründe, weswegen man immer wieder herkommt.
Hier in Wudaokou, im Propaganda oder LaBamba zum Beispiel, feiert jeder mit jedem. Und wer sich noch nicht kennt, der lernt sich eben einfach kennen.
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