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Die pinke Panik
Gepostet am 13.01.2012 von Sarah Steidel
Am Wochenende war ich zu einem großen Event in Florenz eingeladen. Die viertägige Veranstaltung stand unter dem Motto „Pink Carpet“. „Was für ein schönes Motto“, dachte ich mir. Ihr wisst ja, dass ich mit Barbie die Lieblingsfarbe teile. Zur Zeit stehe ich allerdings total auf die Kombi vom Schwarz und Gold, mit ganz viel Glitzer natürlich. Am Samstagabend stand eine große Party an. Also packte ich ein schwarzes Anna Sui Kleid, mit Lurexfäden in Gold durchzogen, goldfarbene Glitzerschuhe, ein schwarz-goldenes Abendtäschlein und ein schwarzes Jäckchen ein. „Glamour pur“ und perfekt passend für eine glamouröse italienische Modeparty. Dachte ich. Bis ich Samstagmittag gefragt wurde, was ich denn eigentlich Pinkes zur Party anziehen würde. PINK? Ja genau, PINK! Das Motto der Party war nämlich „Pink Carpet“. „PINK CARPET“ bedeutet: Pink gekleidet zu sein! Klingt logisch. Vor lauter „Pink Carpet“ im Zusammenhang mit der ganzen Veranstaltung habe ich dieses Motto für die Party aber total übersehen. Hm, Mist, okay, aber macht ja nix, muss ich halt umdisponieren. Ich hatte eh einige Ersatzoutfits eingepackt. Da würde schon was Pinkes dabei sein.

Eines meiner Lieblingskleider. Das hatte ich aber dummerweise nicht dabei.
Vier Stunden vor der Party: Zurück im Hotel. Ein großer Koffer, voller Schwarz, Gold, Grün, Violett, Orange …. Pinkfarbene Ohrringe, ein pinkfarbenes Armband, aber KEIN pinkfarbenes Kleidungsstück. Ich als großer Pink-Fan kann doch nicht nur mit einem pinkfarbenen Armband auftauchen. Okay, zurück in die Stadt. Diese Pink-Party ist ja wirklich ein gutes Kaufargument für ein neues, pinkfarbenes Kleid.
Drei Stunden vor der Party: Warum gibt es in ganz Florenz kein pinkfarbenes Kleidungsstück? Nach letztem Sommer ist Pink 2012 anscheinend total out. Lediglich bei Miu Miu fand ich ein Kleid in Knallpink. Für 1500 Euro. Ich hätte es wirklich gerne gekauft … Aber ihr wisst ja …
Zwei Stunden vor der Party: Endlich habe ich etwas in Pink. Ein Top. Aber die Ärmel sind komisch, die müssen noch abgeschnitten werden. Und ich hätte viel lieber ein pinkfarbenes Kleid. Egal, Hauptsache etwas Pinkes. Noch schnell einen pinkfarbenen Nagellack (Habe ich natürlich schon in x-facher Ausführung, aber leide nicht eingepackt) gekauft, und die Party kann kommen.
Eine Stunde vor der Party: Das Outfit steht und plötzlich fällt uns siedend heiß ein: Die Männer müssen auch etwas Pinkfarbenes tragen. Mein Freund besitzt nichts Pinkes und erst recht hat er nichts in Pink eingepackt. MIST! Es ist bereits nach 20 Uhr. Schnell zurück in die Stadt, ein offenes Kaufhaus finden, den bestmöglichen pinkfarbenen Pulli kaufen, da es keine pinkfarbenen Strümpfe und Einstecktücher gibt, und zurück ins Hotel, eine viertel Stunde vor der Party mega gestresst das Zimmer betreten.
Eine viertel Stunde nach Partybeginn: Vor der Location in einer Schlange stehen, mit einem Outfit, in dem ich mich nicht 100% wohlfühle.

Mein Partyoutfit.
Mit lauter Gold, Schwarz, Silber und dunkelblau gekleideten Menschen. Ach ja, circa jeder Fünfte (oder eher Zehnte) trägt tatsächlich etwas Pinkes …

Wenigstens die Hostessen hielten sich an den Dresscode.
Sarah Steidel aus München bloggt auf Josie loves und schreibt als Online-Redakteurin unter anderem für styleranking. In der Freitags-Kolumne „Erlebnisse eines Mode-Junkies“ berichtet Sarah über ihr tägliches Leben als bekennend Modesüchtige.