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Sexy Krankenschwestern, betrunkene Clowns und rosa Schweinchen
Gepostet am 10.02.2012 von Sarah Steidel
Heute muss ich mich mal über ein nur bedingt modisches Thema auslassen. Es sei denn, ihr bezeichnet Clownsnasen als „Accessoire“, Cowboy- und Indianer-Kostüme als „Mode“. Ich spreche von Fasching, auch Fastnacht oder Karneval genannt. Für mich definitiv eine der schlimmsten Veranstaltungen im ganzen Jahr. Und ich bin sehr froh, dass ich mittlerweile in München wohne, wo die „närrische Zeit“ zwar auch präsent ist, aber doch nicht ganz so sehr überhand nimmt, wie in manch anderer Region. Lustigerweise bin ich dieses Jahr am Tag der Weiberfastnacht für einen Termin in Düsseldorf. Als ich mit der zuständigen PR-Agentin über potentielle Rückflüge am Tag des Ausnahmezustands schrieb, meinte sie, ich zitiere: „Du wirst von ca. 16 bis 20 Uhr, solltest Du dann noch in die Stadt wollen, nur besoffene Menschen um Dich rum treffen und die Geschäfte haben zu.“
Nein, ich gehe jetzt nicht auf das „die Geschäfte haben zu“ ein. Auch ein Modejunkie wie ich überlebt es, bei einem Mini-Trip in eine andere Stadt einmal nicht Shoppen zu gehen. Ehrlich. Mir geht es um die „besoffenen Menschen“
Und das heißt nicht, dass ich nicht auch einmal einen über den Durst trinke, mich auf Parties auch an dem „flüssigen“ Buffet bediene und gerne mal einen guten Cocktail genieße. Aber dafür muss ich mich nicht verkleiden. Ich trinke gerne in meiner ganz normalen Alltagkleidung, bzw. im Partyoutfit. Aber nicht als Schweinchen, sexy Krankenschwester oder Cheerleader.

Na, welches Schweinchen gefällt euch besser? (Bilder: stock.xchng/"Schweine Set": Karneval-Fasching-Shop)
Seien wir doch mal ehrlich: Ist die Faschingsverkleidung für 80% (eher mehr) der Menschen nicht eigentlich nur ein Grund mehr, sich zu besaufen? Oder jemanden aufzureißen? Und nein, ich bin kein „unlustiger“ Mensch, lache sehr, sehr viel und habe viel Spaß im Kreise meiner Freunde, nur eben auch ohne Faschingskostüm. Wusstet ihr, dass der Urgedanke des Karnevals war, dass man mit der Verkleidung den Winter austreibt? Der Winter sollte vor gruseligen Hexen und hässlichen Fratzen erschrecken und weglaufen. Der Gedanke hinter Karneval ist als nicht, dass man ein Mal im Jahr noch mehr trinken darf als sonst, bei eisigen Temperaturen im kurzen Nichts durch die Straßen zu hüpfen, man auch charakterlich in eine Verkleidung schlüpfen darf, um sich völlig daneben zu benehmen, oder einen Freifahrtschein hat, seinen Partner zu betrügen.
Früher war ich abwechselnd ein Fliegenpilz, eine Prinzessin (Wahlweise orientalisch oder klassisch im pinkfarbenen Rüschenkostüm) und ja, tatsächlich auch ein kleines Schweinchen. Das entsprach aber meinem kindlichen Humor. Und irgendwie habe ich mittlerweile rein gar nicht mehr das Bedürfnis, Spaß zu haben, indem ich im Piratenkostüm in der Eiseskälte stehe, mir Blasmusik anhöre, Alkohol aus einer Plastikflasche saufe und wahlweise von betrunkenen Clowns und XXL-Bärchen meistens mit Sprüchen der untersten Schublade angemacht zu werden.
Ich veranstalte dieses Jahr eine Anti-Faschings-Party. Wer kommt auch?
Sarah Steidel aus München bloggt auf Josie loves und schreibt als Online-Redakteurin unter anderem fürstyleranking. In der Freitags-Kolumne „Erlebnisse eines Mode-Junkies“ berichtet Sarah über ihr tägliches Leben als bekennend Modesüchtige.
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2 Kommentare
Daisydora
11.02.2012 um 19:22 UhrDas scheint das Wesen von Folklore so an sich zu haben, dass die jeweils von wo anders kommenden Menschen ihr mit einer Mischung aus Unverständnis, Angst und Anbscheu begegnen. Das dürfte aber etwas sein, dass auf den Karneval in Düsseldorf genau so zutrifft, wie auf das Oktoberfest. :-) Viel Vergnügen im Epizentrum der ungebremsten Fröhlichkeit.... und rechne lieber zu früherer Zeit mit Volltrunkenheit ...
Pippy
01.03.2012 um 14:31 UhrIch finde das aber vollkommen zu Recht, wenn die Leute an Fasching einmal alle Sorgen vergessen und ein wenig verrückt drehen ;-)
Mir gefallen die Lustigen Clowns-Outfits :)
VG