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"2011 kommt der Marinelook auch für Kinder"
Gepostet am 29.12.2010 von Roland
Yvonne Kenda betreibt gemeinsam mit ihrem Partner Ray Zobel und der kleinen Lena einen neuen Onlineshop für Baby- und Kindermode: Lollipop - der Kinderladen. Während Lena mit ihren zwei Jahren den Kindergarten besucht, betreiben die Eltern ein wunderschönes Kindermodegeschäft (Lollipop der Kinderladen) in Groitzsch im Leipziger Land.
In einer Zeit, in der alle Onlineshops „Exklusive“ Kindermode anbieten und damit werben, wollen die drei ihren Kunden nicht weniger tolle Mode für die Kleinen anbieten, die zudem auch preisbewusst ist. Mit ihrer Marke „Name It“ zeigen sie neben GARCIA, Pampolina, Mayoral, la fraise rouge, BfC und anderen, dass es auch unglaublich schicke Mode für den kleinen Geldbeutel gibt, die sich nicht verstecken muss. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Jeanshosen.
styleranking sprach mit Betreiberin Yvonne über Kindermodetrends, Onlineshopping und darüber, wie sie ihre Prudukte auswählt.
styleranking: Du hast dich entschieden, einen Onlineshop für Baby- und Kindermode aufzumachen. Was unterscheidet deinen Onlineshop von anderen?
Yvonne: Es ist meiner... :-) Im Ernst, das ist eine meiner Lieblingsfragen und natürlich haben wir uns überlegt, welche Möglichkeiten wir haben, um uns von anderen Shops in unserem Segment zu unterscheiden. Die Auswahl an kleinen und großen Onlineshops ist enorm. Jedoch wurde uns eines schnell klar, nur wenige haben den Schwerpunkt wirklich auf den Produkten und deren Präsentation. Nur sehr wenige! Der Respekt vor der Ware fehlte uns in vielen Shops. Was wir immer wieder sahen war folgendes: Kleidung wird lieblos auf den Boden gelegt und fotografiert. Lichtverhältnisse werden gar nicht erst berücksichtigt und somit schaut das eigentlich weiße Shirt unter einer Glühbirne fotografiert Gelb und bei einer Neonröhre Blau aus. Oder das wahre Aussehen einer 300 Euro Designerkinderjacke darf man nur erahnen, da die Produktbilder anscheinend mal eben mit dem Handy gemacht wurden und völlig unscharf sind. Detailaufnahmen sucht man vergebens. Suggestivbeschreibungen von Artikeln die keiner braucht in denen eine Jacke „zuckersüß“ und eine Hose „richtig cool“ ist. Fast jeder Shop den wir finden konnten, wirbt schon im Slogan mit „exklusiver Kindermode“. Wie wäre es auch mal mit preisbewusst?

Yvonne mit Tochter Lena: Kindermode-Anbieterin und Mutter...
Diese Fehler wollten wir nicht machen. Unsere Produktpräsentation ist ein großer Unterschied zu vielen Onlineshops. Wir lichten jeden Artikel wirklich aufwendig ab und greifen nicht auf irgendwelche Bilder aus dem Internet zurück. Unsere Artikelbilder und Detailaufnahmen sind teilweise so hochauflösend, dass man das Material schon fast wieder fühlen kann. Dazu eine kurze passende Beschreibung mit allen wichtigen Details und ganz wichtig… die Pflegehinweise mit kleinen Symbolen wie man sie von den Textiletiketten kennt, sind bei allen Produkten auf einem Blick sichtbar… so würde ich persönlich am liebsten Shoppen und so wollten wir es unseren Kunden anbieten.

Lollipop-Onlineshop: Vom Ladenlokal ins World Wide Web...
Mit der Marke Name It, haben wir auch einen preisbewussten Hersteller im Sortiment. Und das man die braucht, sehen wir an unserer 2,5 Jahre alten kleinen Tochter Lena… und zwar jeden Tag im Kindergarten. Da ist das Steiff- oder Toff Togs Outfit uns einfach zu schade. Aber natürlich haben wir auch Hersteller für besondere Momente im Programm und das bauen wir ständig weiter aus.
Zudem machen wir das komplette Design der Seite selbst (zwinkert zu ihrem Lebenspartner) und geben es nicht an eine Agentur ab. So können wir auch sehr schnell und individuell reagieren und eigene Wünsche umsetzen. Und die habe ich… neben unserer Facebook Seite, einem Blog und einem RSS-Feed, der beim Abonnieren immer die neusten Artikel anzeigt, wünsche ich mir noch ein Forum zum Thema Kindermode, um mit anderen Eltern noch besser in Kontakt zu kommen. Erfahrungen auszutauschen, um besser auf Wünsche und Bedürfnisse eingehen zu können, ist mir ganz wichtig. Und ich denke dafür ist ein Forum am besten geeignet. Ich würde mich wirklich freuen, wenn es fertig ist, dass es angenommen wird und schnell wächst.

Modebewusste 2-jährige: Lena achtet auf schöne Outfits
styleranking: Es gibt eine ganze Menge Kindermode-Onlineshops. Warum glaubst du, dass ihr gegen diese konkurrieren könnt?
Yvonne: Ein Stück Antwort findest Du ja schon in meiner Beantwortung deiner ersten Frage. Wir möchten einfach anders sein und wir sind anders. Vielleicht nicht unbedingt auf den ersten Blick, aber auf den zweiten und der lohnt sich fast täglich, denn wir sind ja noch nicht lange online und arbeiten fast täglich am weiteren Aufbau unseres Sortiment. Gerade der Bereich Umstandsmode konnte noch gar nicht online gestellt werden. Das wird alles noch kommen. Nur da jetzt schon die ersten Frühjahrs- und Sommerkollektionen eintreffen, haben wir auch dort gut zu tun… eigentlich arbeiten wir zurzeit fast rund um die Uhr :-) Aber es macht Spaß.
Aber zurück zu Deiner Frage. Erst haben wir auch so gedacht: „Wir haben eine zu große Konkurrenz!“ Lohnt sich da ein Onlineshop? Denn mal ehrlich, was wollen wir gegen solche Giganten wie die, die mit Z anfangen und O enden, die sich sogar Fernsehwerbung in der teuersten Sendezeit leisten können ausrichten? Absolut Nichts! Entscheidend ist aber, dass man sich erst recht nicht leisten kann, heutzutage auf den Vertriebsweg „Internet“ zu verzichten!
styleranking: Was sind die drei wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eurer Produkte?
Yvonne: Zunächst möchte ich sagen, dass ich die Produkte für unseren Onlineshop nicht anders auswähle als ich es für mein Ladenlokal tue. Und da steht die Marke im Hintergrund. Auf Messen oder im Modezentrum haben wir die Möglichkeit, Qualität zu begutachten und das Preis-/Leistungsverhältnis zu prüfen und wenn das stimmt, ist das erste Kriterium schon mal erfüllt.
Dazu gehört aber auch, dass uns persönlich die Ware gefällt und sie optisch unseren Ansprüchen gerecht wird. Die größte Kritikerin ist unsere Tochter Lena. Wenn es Ihr gefällt und die die Kleidung ihren Alltagshärtetest übersteht, ist das zweite Kriterium erfüllt. Mit Ihren 2,5 Jahren geht Lena schon sehr selbstbewusst durch unseren Laden und zeigt was in ihrem Kleiderschrank Einzug halten soll. Das zeigt uns: Wir haben alles richtig gemacht.
Als dritten wichtigen Punkt: Die Styles der Firmen müssen auch zusammenpassen, so dass viele verschiedene Sachen kombinierbar sind, um immer wieder tolle Outfits auch mit verschiedenen Brands zu kreieren.
Sollten wir im Laufe der Zeit feststellen, dass diese Kriterien nicht zu unserer Zufriedenheit erfüllt werden, haben wir auch kein Problem, diese Produkte nicht mehr zu ordern. Dann nehme ich sie einfach aus dem Programm.
styleranking: Gerade Babymode muss oft praktisch sein. Sie soll sich bei mindestens 60 Grad waschen lassen und Strampler muss man so öffnen können, dass man gut wickeln kann. Wie wichtig sind euch solche Aspekte bei der Auwahl der Produkte im Vergleich zum modischen Faktor? Was ist den Kunden wichtiger?
Yvonne: Also bei der Frage lege ich beim Thema „mindestens mit 60° waschen“ ein VETO ein! ;-) Primär war mir auch bei unserer Tochter extrem wichtig, dass Sie sich wohl fühlte als Baby. Kuschelweich sollte es sein. Aber welche weiche aufgeraute Baumwolle lässt sich bei 60 Grad waschen? Kaum eine! Ich habe die Erfahrung gemacht, das man viel unbesorgter mit Wäsche umgehen kann, wenn man auf Zusatzspüler zurückgreift, die egal ob bei Kaltwäsche, 30 Grad oder 40 Grad alle Bakterien und Pilze beseitigen. Diese Erfahrung teilen mir auch immer wieder meine Kunden mit. Denn somit ist das verfügbare Angebot viel größer da wirklich nur wenige Hersteller 60 Grad waschbare Babymode im Angebot haben. Hier stellen wir den Style Faktor also vor die 60-Grad-Wäsche. Wenn es aber um die praktische Handhabung geht, dann geht diese eindeutig vor und schon oft haben wir Teile nicht geordert, obwohl sie richtig hübsch waren, aber völlig unpraktisch zu Handhaben. Unsere Kunden sehen das genauso.
styleranking: Kleine Kinder wachsen schnell wieder aus ihren Sachen heraus. Wie teuer darf Baby- und Kindermode sein und was macht man am besten mit Kleidungsstücken, die noch gut erhalten sind, aus denen das Kind aber herausgewachsen ist?
Yvonne: Den ersten Teil der Frage beantworte ich dir am besten als Mutti und nicht als Einzelhandelskauffrau. Wenn es gefällt, darf es auch gern etwas teurer sein. Wir sind stolz auf unsere Tochter und sehen Sie einfach gern in schicken Kleidern. Diese Meinung teilen auch andere Eltern mit mir. Für den Alltag sollten jedoch prinzipiell Preis und Leistung stimmen. Zum Beispiel gibt es eine große Billig-Kindermodenkette mit „K“ bei der ich nie einkaufen werde, da die Qualität überhaupt nicht meinen Vorstellungen entspricht. Daran kann auch der Preis nichts ändern. Genau so gibt es aber auch Brands die ich nicht kaufen würde obwohl die Qualität passt. Nur wenn der Name schon 50 Prozent des Preises ausmacht, muss das dann auch nicht sein. Deswegen lob ich mir dass es so viel Auswahl gibt :-)
Den zweiten Teil der Frage kann ich leider nicht mit einem ultimativen Tipp beantworten. Hier gibt es einfach zu viele Möglichkeiten heutzutage. Gut erhaltene Sachen, die eher zur Alltagsbekleidung gehören, kann man mit ruhigem Gewissen in die Kleidersammlung geben. Diese im Internet zu versteigern macht keinen Sinn. Die Arbeit die man hat und die Kosten die beim Einstellen entstehen… Das rechnet sich nicht.
Besondere Designerstücke oder hochwertige Kleidung sollte man - bevor man sie im Internet versteigert - erst mal bekannten Müttern anbieten oder auf der Kleiderbörse zeigen. Im Internet kann man mit gebrauchter Kindermode nicht mehr das große Los landen. Also ich war immer enttäuscht was ich da noch bekommen habe. Am lukrativsten war immer wenn Bekannte diese Sachen haben wollte. Allgemein ist aber zu sagen, dass Kindermode mit einem extrem großen Wertverlust einhergeht.
styleranking: Nun zum modischen Faktor - gibt es bei Kindermode Trends, die ihr beobachtet?
Yvonne: Wie jedes Jahr wird auch 2011 von bestimmten Themen und Farben bestimmt. Auf den Ordermessen war der Marinelook, also blau/weiß – rot/weiß geringelt bei den Herstellern sehr stark vertreten. Auch Jeans ist Thema Nummer Eins. In allen Formen und Farben wird man diese finden. Jeanshosen, Jeanskleider, Jeansröcke, Jeansjacken, ja selbst Leggins sind mit Jeansstoffen verarbeitet. Diesen Trend beobachten wir aber schon länger und sehen dass Denim immer und immer mehr an Beliebtheit gewinnt. Aus diesem Grund haben wir auch über 35 verschiedene Jeanshosen im Angebot. Dazu kommen noch Röcke und Einteiler für Babys. Die Nachfrage nach strapazierfähigem Denim, was gerade bei Kindern wichtig ist, ist sehr groß.
styleranking: Welche Produkte werden am liebsten gekauft? Gibt es Bestseller?
Yvonne: Wie schon gesagt, Jeans ist unser großes Thema. Die Nachfrage durch unsere Kunden ist wirklich groß und mit „Name It“ haben wir einen super Hersteller für die Größe 76 - 152, dessen Basic Programm an Jeanshosen in Preis und Leistung unschlagbar ist. Hier ordern wir ständig nach, oft schon auf Bestellung. Und die für die größeren haben wir das Label Garcia entdeckt, welches uns seit über einem Jahr begleitet und bei den Kunden sehr beliebt ist.
styleranking: Und noch eine Frage zum Schluss: Was habt ihr für eure Kinder zuletzt gekauft und warum?
Yvonne: Lena mag Toff Togs… und wir auch! Auch Ihr Weihnachtsoutfit dieses Jahr war von dieser tollen Firma. Schade, dass es zurzeit so viele Schlagzeilen um das Unternehmen gibt und die weitere Existenz immer so unsicher scheint. Wir selbst haben es bisher nicht im Programm, da es sehr… hmm… nennen wir es mal preisintensiv ist. Privat kaufen wir es aber sehr oft und somit sind zumindest wir nicht für die Probleme des Unternehmens verantwortlich. Vielleicht hält Toff Togs ja bald in unseren Onlineshop Einzug…
styleranking: Vielen Dank für das Gespräch und dafür, dass wir einen so persönlichen Eindruck von dir, deinem Laden und deinem Angebot erhalten konnten und viel Erfolg für 2011 - privat als Familie wie auch mit euren On- und Offlinegeschäften...
Yvonne: Vielen Dank für die tollen Fragen, es hat mir viel Spaß gemacht diese zu beantworten.
Yvonne Kenda, 34 Jahre alt, ist ausgebildete Einzelhandelskauffrau im Textilhandel und hat nach ihrer Ausbildung als Verkäuferin bei Hallhuber und danach bei Marc O'Polo gearbeitet. Anfang 2010 eröffnete Yvonne ihren Kinderladen Lollipop, zu dem es seit Ende 2010 mit Lollipop-Sale.de den OnlineShop gibt. Zu ihren Hobbys zählt vor allem Mode… Ihr Hobby ist ihr Beruf geworden. Für viel mehr Hobbys hat die junge Mutter kaum Zeit, da Tochter Lena alle Zeit nach der getanen Arbeit bekommt. Zu Yvonnes Lieblingsonlineseiten zählt vor allem Zalando. Wichtig sind Yvonne aber auch Online-Magazine. Textilwirtschaft.de und unser styleranking-Blog verfolgt sie auch täglich, denn kein Printmedium ist so schnell wie Online-Magazine. Außerdem hält sich Yvonne gern bei Facebook auf.
Das Interview führte styleranking-Reporter Roland, der selbst seit einigen Monaten Papa ist und seit 2007 die Fashion-Community styleranking und das Blog styleranking betreibt. Roland schreibt aber auch über seine Erlebnisse als Papa gemeinsam mit dem dreifachen Vater Christoph Lippok das Väter-Blog Passionpapa und bei Werkkanon über die Zukunft der Medien…
In der Kolumne unter der neuen Rubrik Babymode geht’s um alles, was Baby styletechnisch braucht. Die Vater-Erlebnisse werden dann an anderer Stelle verdaut
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3 Kommentare

29.12.2010 um 15:52 UhrSehr schönes Interview. Ich kaufe für meine Tochter auch nur ausschließlich hochwertigere Kleidung. Von Discountern halte ich nichts.
29.12.2010 um 23:43 UhrToller Einstand in der Rubrik. Ich fand einige Aspekte sehr interessant. Vor allem Ihr VETO ;-) Aber Recht hat Sie.
Katrin
02.03.2011 um 07:48 UhrDas ist wirklich ein schöner Kindermode Laden. Viel Erfolg!