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Silvester-Realität oder Hollywood-Kitsch?

Gepostet am 28.12.2011 von Susan

Es ist 0:30 Uhr. Ein leichter Rauch hängt in den Straßen. Das Feuerwerk am Himmel ist erloschen. Da geht es los: das Anstehen vor dem Club. Der Abend war lustig, es wurde viel gegessen und gelacht, das Feuerwerk war romantisch und jetzt wird gefeiert. Das denken sich aber leider alle und so beginnt das große Warten vor dem Club (außer man ist so VIP, dass der Club-Besitzer einen persönlich an der Warteschlange vorbeiführt). Das Tolle an der Warterei sind meist noch die Minusgrade, die egal ob New York City oder Deutschland meist zur Jahreswende herrschen. Ein Taxi zu bekommen ist in New York sonst so leicht, an Silvester aber schier unmöglich. Also zum Club laufen, am besten in den neuen Designer-Heels (autsch!) und natürlich im schönen Glitzerkleid (fröstel!).

Silvesterfeuerwerk über der Freiheitsstatue

Silvesterfeuerwerk über der Freiheitsstatue – Happy New Year! Foto: MJ

Im Club angekommen ist dann die Hölle los. Die Freunde, mit denen man vorher so viel Spaß hatte, quetschen sich gemeinsam vor an die Bar um völlig überteuerte Drinks zu kaufen. An den Times Square brauchte man sich den ganzen Abend gar nicht wagen, weil dort so viele Menschen und Absperrungen sind, dass beinahe kein Durchkommen ist. Ihr findet, ich sehe das alles zu pessimistisch? Falls ihr das New-York-an-Silvester-Kontrastprogramm wünscht, mit viel Kitsch und Werbung, dann empfehle ich euch den Film „Happy New Year“. Carrie... ich meine natürlich Sarah Jessica Parker.... schafft es sogar am Times Square fast ohne Probleme ihre Tochter zu finden und frieren muss auch niemand, denn es gibt ja für alle – im Film gut sichtbare – riesige Nivea-Hüte. Ich hatte mich sehr auf den Film gefreut, denn es klang einfach zu gut: New York City, Silvester, tolle Schauspieler (Ashton Kutcher & Co. gaben sich die Klinke in die Hand)... eigentlich kann man da nicht viel falsch machen. Außer man gibt zu der Mischung noch eine gewaltige Prise Kitsch, viel Product Placement und eine flache Storyline hinzu. Der Film ist ebenso wie viele große Silvester-Pläne einfach enttäuschend. Oder habt ihr noch nicht die Erfahrung gemacht, dass die Silvesterfeier so herbeigesehnt wurde und dann nicht das hielt, was sie vorher versprach?

Um euch die Silvester-Stimmung aber nicht zu vermiesen, hier mein Silvester-Plan: Trefft euch mit euren liebsten Freunden, esst bis ihr platzt und zwängt euch nicht in 15cm High Heels (hübsch machen ist natürlich trotzdem drin, der Silvester-Nagellack glitzert doch so schön), habt Spaß bis Mitternacht und sorgt dafür, dass der Abend nach dem Feuerwerk nicht aufhört, indem ihr nicht vor dem angesagtesten Club steht, sondern einfach das macht, wonach euch ist. Nur weil ihr an Silvester in New York, Berlin oder Tokyo seid: vergesst nicht, was wirklich wichtig ist, nämlich der Spaß mit euren Freunden und vielleicht ein überraschender Neujahrskuss. Happy New Year!

Susan Fengler kommt aus Heidelberg, arbeitet als Community Managerin in Hamburg, ist Bloggerin bei styleranking und schreibt das Blog SueLovesNYC. Susan liebt Mode, Basketball und eine Stadt: New York City. Dort ist sie regelmäßig, um ihre Verwandten zu besuchen. Für styleranking schreibt Susan jeden Mittwoch über alles rund um den Big Apple.

 

1 Kommentar

  • Linda
    28.12.2011 um 10:00 Uhr
    ich feier silvester sowieso am liebsten ganz gemütlich im kleinen kreis. feiern kann man schließlich jedes wochenende

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