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Merci - beim Shoppen einfach gut fühlen
Gepostet am 10.01.2012 von Tanja Kuchenbecker
Tanja Kuchenbecker/Paris
Meine Silvestervorsätze vom vergangenen Jahr habe ich nicht wirklich eisern durchgehalten – mehr Sport machen, gesund essen, abnehmen – die können in diesem Jahr ruhig noch mal herhalten. Aber weil sie - wie ich mich kenne, wieder herzlich wenig gebraucht werden, habe ich mir für 2012 mal einen neuen Vorsatz überlegt – und den auch gleich auf äußerst angenehme Art zur Anwendung gebracht.
Einfach mal was Gutes tun. Klingt ganz einfach, ist aber nicht so leicht. Mal abgesehen von den kleinen Spenden, die man so hier oder da abliefert. Anfang des Jahres riefen mich wieder einige gemeinnützige Organisationen an: „Mit einem Euro in der Woche sind sie dabei.“ Gut, den Euro hätte ich auch noch über.
Aber dieses Jahr soll Gutes tun auch mal richtig Spaß bringen, hatte ich mir vorgenommen. Deshalb machte ich mich auf den Weg Richtung „Merci“. Der Laden in einem Stadtpalast aus dem 19. Jahrhundert mit einem Innenhof am Rande des Marais will das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Shoppen und Spenden. Marie-France Cohen, die vorher die edlen französischen Kinderläden „Bonpoint“ leitete, wollte sich als Rentnerin nicht zur Ruhe setzen und entwickelte stattdessen mit ihrem Mann das „Merci“- Konzept. Die Gewinne, die sie machen, gehen an benachteiligte Frauen und Kinder in Madagaskar.

Eingangsbereich von „Merci“. Alle Fotos: styleranking
Weihnachten ist gerade mal vorbei und doch war der Shop im New Yorker Loftstil morgens um 11 Uhr mitten in der Woche schon wieder erstaunlich voll. Hier macht Einkaufen aber einfach Spaß. Man fühlt sich wie in einem Privathaus, in dem man von Zimmer zu Zimmer wandelt. Der Laden ist zehn Meter hoch, voller Licht und auf den 1500 Quadratmetern wird man nicht von Verkäufern angesprochen. Außerdem hat man nie, wie in anderen Concept Stores, das Gefühl, dass alles wahnsinnig trendig ist.
Über drei Etagen findet man eine originelle Mischung von Kleidung zu Accessoires und antiken Möbeln aus dem 19. oder 20. Jahrhundert und dazu ist alles auch noch originell dekoriert. Die Kaufentscheidung fällt wirklich nicht leicht. Designer wie Isabel Marant, Stella McCartney oder Paul Smith entwerfen Einzelteile für den Laden ohne dabei Gewinne zu machen, deshalb sind diese Kreationen 30 bis 40 Prozent günstiger als in ihren eigenen Boutiquen. Billig ist das Ganze natürlich trotzdem nicht, aber dafür kann man sich eben beim Kauf gut fühlen. Vorn zur Straße gibt es übrigens noch ein kuscheliges Café mit Ledersesseln, eingerichtet wie eine Bibliothek mit vielen Bücherregalen, gleichzeitig ein Second-Hand-Bücherladen.
Tanja Kuchenbecker berichtet aus Paris über Politik bis Prêt-à- porter, unter anderem für das Handelsblatt, den Axel Springer Verlag und N24 und ist Buchautorin von Le Fettnapf: Wie ich lernte, mich in Frankreich nicht zum Horst zu machen
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