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Schmerz lass nach

Gepostet am 25.11.2010 von guest

von Lynne, USA

Jetzt bin ich schon viele Wochen hier in den USA und habe mich immer wohl gefühlt und viel erlebt. Aus aktuellem Anlass habe ich mich nach einigem Austausch mit Blog-Lesern via Twitter und Facebook entschlossen, mich dem Thema zu widmen, welches oft vergessen oder eher unangenehm angeschnitten wird – Krankheit!

Lynne von der Travel Thursday Kolumne

Dass man im zweiwöchigen Badeurlaub richtig krank wird und neben einem Sonnenbrand ein weiteres unliebsames Souvenir mit nach Hause bringt, ist, zugegeben, meist dann doch eher selten. Bei kurzen Urlauben in warmen Gefilden scheint vor allem die Klimaanlage der „natürliche Feind“ für uns Deutsche darzustellen, die dann laufende Nasen beschert. Unangenehm und lästig, aber glücklicherweise nicht gefährlich oder drastisch stimmungstötend.

Auf längeren Reisen oder Backpack-Touren sollten die Themen Krankheit und Verletzung aber groß geschrieben werden! Vorsorge und Achtsamkeit sind die halbe Miete – dass sie aber nicht immer helfen, beweise ich. Seit einigen Tagen zwickt und ziept es unangenehm in meinem Kiefer, ganz plötzlich über Nacht wachte ich mit dem Pochen in der linken Wange und unteren Gesichtshälfte auf, das seither nicht mehr verschwunden ist. Der Grund: Mein Weisheitszahn will offenbar nun schleunigst das Licht der Welt erblicken, hat aber keinen Platz im Kiefer und liegt völlig verdreht irgendwo unter dem Zahnfleisch verborgen rum. Was hätte ich dagegen tun können?

Tatsächlich nicht viel und ich ergebe mich hier der höheren Gewalt. Allerdings war ich vor meiner Abreise beim Zahnarzt – etwas, was ich jedem ans Herz lege, der für einige Zeit ins Ausland reist. Nichts ist schlimmer als richtig gemeine Zahnschmerzen (und ich meine wirkliche Zahnschmerzen, nicht nur ein Zwicken wie ich es momentan noch gut aushalten kann) und nicht immer weiß man, wie es um die zahnmedizinische Versorgung im Urlaubs- oder Reiseland bestellt ist!

Impressionen vom Red Rock Canyon

In meinem Fall lebte ich 14 Jahre seit meiner letzten Ganz-Kiefer-Röntgenaufnahmen in der Sicherheit, dass ich gar keine Weisheitszähne angelegt hätte. Ein Irrtum wie sich bei meiner letzten Vorsorge vor meinem Abflug herausgestellt hat, denn tatsächlich hat sich seit meinem 14. Lebensjahr still und heimlich ein großer, wunderschöner Weisheitszahn entwickelt, der aber wegen Platzmangel irgendwo seitlich im Kiefer unbemerkt vor sich hin schlummert und nie nur einen Piep oder Problem gemacht hat.

Scheinbar wurde er bei der letzten Röntgen-Untersuchung geweckt und hat Nachholbedarf, dass er nun raus will. Genug Platz im Kiefer wurde von der Zahnärztin attestiert, aber auch sie ist keine Hellseherin. (Ohne diese Röntgenaufnahme stünde ich wahrscheinlich jetzt sogar ziemlich auf dem Schlauch, was da in meinem Kiefer gerade drückt!)

Schlechtes Timing, unangenehm,lästig, aber vorerst kein „organisatorisches“ Problem – denn ich habe eine Auslandsreisekrankenversicherung, die schmerzstillende und provisorische Zahnbehandlungen voll abdeckt. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist eine der wichtigsten Reisevorbereitungen! Erkundigt euch, was eure Krankenversicherung im Falle der Krankheit im Ausland übernimmt, welche Länder abgedeckt sind und wo ihr für die Dauer eurer Reise eine Zusatzversicherung abschließen müsst. Solche Versicherungen werden in der Regel nur für die Dauer an Tagen eurer Reise anteilsmäßig bezahlt und sollten erschwinglich sein. Sie stellen auf jeden Fall eine lohnenswerte Investition dar.

Impressionen vom Red Rock Canyon

Wichtig ist, dass ihr die Leistungen genau prüft. Im Internet gibt es Webseiten wie die Stiftung Finanztest, auf denen ihr die verschiedenen Versicherungen und angebotenen Leistungspakete bequem vergleichen könnt und Foren lassen unkomplizierten Austausch mit Leuten vom Fach zu, wenn man einmal nicht durch das „Versicherungs- Chinesisch“ blickt.

Im Ausland, wie z.B. in den USA, werden Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte als Ausländer zunächst via Rechnung aus der eigenen Tasche beglichen. Umso wichtiger, dass man seine Versicherung im Notfall gut erreichen und diese unkompliziert einspringen kann, wenn ein Besuch in der Notaufnahme, weil man gefallen ist und sich den Fuß verstaucht hat, direkt mit 5.000 EUR und mehr in Rechnung gestellt wird. Das Krankenhaus lässt einen ohne Versicherung wohl kaum gehen, wenn man keine limitlose Kreditkarte präsentieren kann.
Wichtig ist aber auch ein Unfallschutz – nicht nur ihr könnt einen Unfall verursachen, ihr könntet auch in einen ungewollt geraten. Auch hier ist es wichtig, dass man sich mit dem Thema auseinander setzt. Unfallschutz wird oftmals direkt mit der Reisekrankenversicherung angeboten und kostet dann nicht viel extra.

Impressionen vom Red Rock Canyon

Tritt der Ernstfall, wie bei mir, dann doch einmal ein, zieht das Internet zur Hilfe, wenn ihr könnt, um euch über gute Praxen und Notaufnahmen zu informieren. Noch besser – fragt Einheimische oder Mitarbeiter in eurem Hotel nach Ärzten, die sie empfehlen. Ein Besuch beim Arzt ist immer unangenehm und die Chance in einem fremden Land an eine vielleicht nicht ganz überzeugende Praxis zu geraten doch relativ hoch. Einheimische oder City-Foren im Internet haben aber immer die besten Tipps, wie ich finde. Von all den Eventualitäten sollt ihr euch natürlich nicht verrückt machen lassen, aber man sollte sie nie ganz aus dem Kopf wischen. Das schärft auch den gesunden Menschenverstand. Vorsicht und vernünftiges Handeln und Abwägen von Risiken bilden ohnehin die beste Basis!

Aber es gibt eben auch Dinge, die müssen  wir unter „Schicksal“ verbuchen und gegen die lässt sich wenig ausrichten. Ich würde mir ja auch wünschen, dass mein Weisheitszähnchen sich in meinem Kiefer, ganz tief drin noch viele weitere Jahre wohlgefühlt hätte, aber jetzt ist es nun mal wachgeküsst. Zähne zusammen beißen und durch! Das hätte mir überall passieren können.

Und damit der Blog Post positiv abschließt, beglücke ich euch noch mit ein bisschen Pic Spam von dem wunderschönen Red Rock Canyon, den ich vor ein paar Tagen bewandert habe.
Bis nächste Woche! Eure Lynne

 Lynne von Travel ThursdayLynne ist im echten Leben Journalistin und TV-Redakteurin, bloggt aber bereits seit vielen Jahren mit Schwerpunkt auf Beauty & Lifestyle. Darüber hinaus hat sie einen eigenen Kanal auf YouTube, liebt das Internet und atmet Musik.

 

1 Kommentar

  • Jenny
    26.11.2010 um 00:37 Uhr
    Ich hab meine seit Dienstag alle raus - ich weiß was Schmerzen sind.

    Aber gut und richtig, das auch mal anzusprechen!

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