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Auf den Nagel getroffen?

Gepostet am 09.02.2012 von guest

Von Leni Garibov, Wien

Es gibt ja immer mal wieder Trends, an denen kommt man einfach nicht vorbei. Buffalo-Boots in den Neunzigern. Dauerwelle in den Achtzigern. BHs verbrennen in den Siebzigern. Soll ich weitermachen?

Aber was mir in meinem Fashionologie-Geschichtsstudium aufgefallen ist: Im Gegensatz zu Modetrends im Sinne von das-was-wir-am-Körper-tragen-sei-es-auch-nur-ein-Tanga-hauptsache-aus-Stoff scheinen sich die Hypes der Nullerjahre nun auch auf den Beautybereich ausgedehnt zu haben.

Klar war auch ein Lidstrich zu Mamas Zeiten ein Muss und Schminke auch sonst nicht unwichtig, aber die Hysterie, die sich heutzutage um so etwas Belangloses wie Nagellacke dreht? Irgendwie total an mir vorbeigegangen.

Entweder bin ich absolut Trendresistent oder spießig. Oder Beides. Wahrscheinlich bin ich aber einfach nur zu faul, um mir zu jedem Outfit passend die Krallen anzumalen. Und erst recht werde ich nicht meiner Nachbarin in der Warteschlange die Augen auskratzen, weil sie das letzte Fläschchen Particuliere gekauft hat, selbstverständlich bevor ich an der Reihe war.

Nagellacke in verschiedenen Farben

Normalerweise bin ich ja ein recht humorvoller Mensch und nehme selten Sachen ernst. Zum Beispiel mich. Aber hier geht es um etwas wirklich Wichtiges: nämlich Gehirnwäsche!

Onkel Karl bringt 3 koooomplett unterschiedliche Khaki-Töne raus: Muss man haben, sonst würde man ja gesellschaftlichem Abschaum im passenden Farbton gleichen! Dior hat einen Gelbton, der aber gelbstichtiger ist, als das Gelb von Chanel und wer könnte sich da bloß entscheiden? Beide mitnehmen! Obwohl, das ist ja schon wieder total over, weil man jetzt Sternehimmel auf den Nägeln trägt.

Seriously? Es geht um ein Paar Tröpfchen Farbe! Auf den Nägeln!

Mit dem Blabla über Konsumgesellschaft will ich gar nicht erst anfangen, schließlich sollte man ja immer vor der eigenen (Schrank-)Tür kehren. Aber als out abgestempelt zu werden, wenn man nicht den richtigen Ton trifft - und zwar auf den Nägeln - sorry, da wird’s mir doch zu bunt.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, keine Lacke mehr zu kaufen. Sehen abgesplittert sowieso alle gleich aus, und in meinem Fall wäre das nach drei Minuten der Fall. Investiere mein Geld lieber in etwas Sinnvolles. Bücher zum Beispiel. Und wenn da bloß meine Schuhsucht nicht wäre. Aber Heels...die kann man wenigstens anziehen!

Leni Garibov - styleranking KolumnistinLeni Garibov lebt in Wien und manchmal auch in Berlin. Nämlich immer dann, wenn sie Uni-frei hat und keine Lesesäle mehr sehen kann. Ein offenes Auge für Trends hat sie aber immer und überall. Und weil nur darüber schreiben nicht genügt, probiert sie diese gleich direkt aus. Über Fashion, DIY und viele andere Themen schreibt die Publizistik-Studentin und Online-Redakteurin auf ihrem Blog style-kitchen.com, immer mit einem Augenzwinkern garniert und einer Prise Humor gewürzt.

 

 

3 Kommentare

  • Vanessa
    09.02.2012 um 10:43 Uhr
    Ich muss gestehen, dass ich schon so einen kleinen Faible für nail polish habe - Chanel und OPI haben es mir da ganz besonders angetan... Irgendwie fühle ich mich ohne Nagellack "nackt"
  • Leni
    09.02.2012 um 13:46 Uhr
    Liebe Vanessa, sorry, hab mich etwas vage ausgedrückt: klar werde ich mir weiter nagellacke kaufen. Bin schließlich ein Mödchen :) Bloß nicht in jeder erdenklichen farbe, Schattierung, mit und ohne Glitzer. Hab ein paar klassiker da gelassen, die imme rgut aussehen und auch gerne nachgekauft werden..

    lg Leni
  • Mike York
    09.02.2012 um 23:52 Uhr
    Danke leni, endlich hats jmd ausgesprochen...

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