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Auf Rotkäppchens Spuren
Gepostet am 22.12.2011 von guest
Von Leni Garibov, Wien
Im Winter sind genau zwei Dinge wirklich schön: weißer Schnee und... nein, eigentlich ist es doch nur der weiße Schnee. Wenn es schneit, sieht die ganze Welt aus, als wäre sie in einen dicken, weißen Mantel verpackt und schliefe gemütlich vor sich hin. Sogar mein südländisches Gemüt könnte sich daran gewöhnen, wäre da nicht die eisige Kälte, die den wunderschönen Anblick genauso kaputtmacht, wie die schlechten Gesangseinlagen in Möchtegern-Musicalfilmen. Wahrscheinlich ist es eher überflüssig zu erwähnen, dass dieses Jahr keine einzige Schneeflocke meinen Weg gekreuzt hat. Stattdessen nur graue Häuser, graue Straßen, grauer Himmel und wenn man genau hinsieht, sehen die Menschen auch nicht gerade farbenfroh aus. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass alle dazu neigen, ihre dunkelsten, tristesten und unscheinbarsten Sachen aus dem Schrank zu holen, sobald sich das Thermometer nach unten bewegt, aber alle Schattierungen von Grau, Khaki und Braun erleben jeden Winter ihre Hochsaison.
Keine Angst, ich kann euch beruhigen: In Farbe wird es nicht kälter!

Rot gehört im Winter den Mutigen.
Ich jedenfalls will keinen Film Noir sehen, zumindest nicht auf den überfüllten Einkaufsstraßen, wo alle noch hastig die letzten Weihnachtsgeschenke abstauben wollen. Warum nicht etwas Farbe in die Tristesse bringen? Und welche eignet sich besser als Rot, um der Kälte die Stirn zu bieten?
In Rot fällt man auf. Rot sticht sofort ins Auge. Rot ist heiß! Und genau deshalb kann man sich auch schnell die Finger daran verbrennen. Ich gebe es ja zu - um Rot zu tragen, muss man schon mutiger sein. Oder ein Weihnachtsmann. Was sich ja nicht zwangsläufig ausschließen muss. Aber zu viel des Guten schreit meistens stark nach einem weißen Plüschsaum und einer tiefen Stimme, die Ho-Ho-Ho! ruft.

Was also tun? Entweder sich einen Elch besorgen und Geschenke verteilen oder einfach nie mehr als zwei Statement-Pieces in der Farbe gleichzeitig tragen. Und weil ich es mit den Geweihträgern nicht so habe, entscheide ich mich eher für Letzteres. So gehe ich in der grauen Menge schließlich nicht verloren. Und sollte wider Erwarten doch noch Schnee fallen, bin ich immer noch bestens gerüstet: Zu Weiß kann man schließlich alles tragen!

Leni Garibov lebt in Wien und manchmal auch in Berlin. Nämlich immer dann, wenn sie Uni-frei hat und keine Lesesäle mehr sehen kann. Ein offenes Auge für Trends hat sie aber immer und überall. Und weil nur darüber schreiben nicht genügt, probiert sie diese gleich direkt aus. Über Fashion, DIY und viele andere Themen schreibt die Publizistik-Studentin und Online-Redakteurin auf ihrem Blog style-kitchen.com, immer mit einem Augenzwinkern garniert und einer Prise Humor gewürzt.
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1 Kommentar
fashion trends
22.12.2011 um 15:22 UhrWunderschön. Ich finde auch sehr schön im Winter Farben zu tragen, wenn draußen alles so düster ist braucht man doch einen Lichtblick.