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Sneak Peek

Gepostet am 16.02.2012 von Doro

Von Leni Garibov, Wien

Manche von euch mögen den Eindruck haben, bei dieser Kolumne würde es sich um eine subtile Verarbeitung der modischen Traumata einer Mittzwanzigerin handeln. Doch da muss ich energisch widersprechen: Ich bin vor einer Woche noch 23 gewesen.

Wenn wir aber schon bei der gebrainwashten Jugend angelangt sind, möchte ich die Chance nutzen und kurz darstellen, wie man (bzw. Obertussi) damals so herumlief: Dank Britney waren unsere Kleiderstangen von karierten Miniröcken bevölkert, die natürlich nur mit bauchfreien Shirts Sinn ergaben, gepaart mit kurzen Jäckchen wäre das Outfit der Perfektion nahe, doch nur eines konnte es vervollständigen: Highheels. So high, dass sich jeder Junkie einen Arm dafür ausreißen würde, aber wir kommen leicht vom Thema ab.

Leni Garibov

Langweiliger Zwergenlook? Wohl kaum. Die Sneaker passen zum sportlichen Outfit.

Meine besten Teeniejahre verbrachte ich also damit, durch die Schuhgeschäfte zu rennen, um mich mit Stöckelschuhen einzudecken, die zwar kaum tragbar, dafür aber hübsch anzusehen waren. Bis Marty McFly auf seinen AirMags angelaufen kam, ich mich Hals über Kopf in den Dreikäsehoch verliebte und von da an nur noch Sneakers tragen wollte. Blöd nur, dass ich da schon ein Twen war und Michael J. Fox ein..ach lassen wir es.

Leni Garibov

Bei unserer Super-Leni bekommt sogar PacMan Angst

Doch auch wenn ich jetzt nicht wirklich back to the future oder umgekehrt kann, habe ich beschlossen, meinen armen Füßchen etwas Gutes zu tun und auf leise Sohlen umzusteigen:
Ja, darin hat man keine Gazellenbeine.
Ja, man (vor allem ich) sieht in Sneakers wie ein Kleinkind aus.
Ja, Eleganz kann man damit vergessen.
Ja, Sexyness auch.
Ja, ein falsches Accessoire und man ist ein Prolet.
Ja, man kommt nicht mehr so gut ans Küchenregal.

Und Nein, das alles stört mich überhaupt nicht, wenn ich nur an das Gefühl denke, durch die Straßen laufen
zu können, ohne bei jedem Bordstein ins Stolpern zu geraten, nicht jaulend zusammenzubrechen, nachdem
man die Schuhe ausgezogen hat und am Küchenregal sollte ich eh viel seltener vorbeigehen, aber notfalls
kann ich ja jetzt springen.


Leni Garibov

So sexy können Sneaker sein. Leni zeigt, wie es geht.

Doch spätestens seit Isabel Marant halb Paris und nun auch die ganze Welt mit ihren Kulttretern versorgt, gelten nicht einmal mehr meine Anti-Sneaker-Argumente, liebe Fashionistas. Vielleicht lege ich mir ein Paar davon zu, auch wenn es teurer ist, als meine Miete. Vielleicht sollte ich mir aber auch eine schickere Wohnung suchen, um das Problem zu beheben. Bin ja schließlich kein Teenie mehr.

Leni Garibov - styleranking KolumnistinLeni Garibov lebt in Wien und manchmal auch in Berlin. Nämlich immer dann, wenn sie Uni-frei hat und keine Lesesäle mehr sehen kann. Ein offenes Auge für Trends hat sie aber immer und überall. Und weil nur darüber schreiben nicht genügt, probiert sie diese gleich direkt aus. Über Fashion, DIY und viele andere Themen schreibt die Publizistik-Studentin und Online-Redakteurin auf ihrem Blog style-kitchen.com, immer mit einem Augenzwinkern garniert und einer Prise Humor gewürzt.

 

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