Auf einen Kaffee mit Blaenk - Wir würden gerne Christiane Arp von der VOGUE einkleiden
Gepostet am 21.01.2013 von Daniel Verovic
Von Daniel Verovic, Berlin
Das Modelabel Blaenk gilt als Geheimtipp in der Modeszene. Grund genug für uns die Designerinnen Silke Geib und Nadine Möllenkamp direkt in die Senseo-Lounge einzuladen. Dort haben wir mit den gut gelaunten Ladys über ihre Zusammenarbeit und Mode geredet...
Eindrücke von der Herbst/Winter-Kollektion 2013/14 von Blaenk. Alle Bilder: styleranking.
styleranking: Ihr wohnt in verschiedenen Städten bzw. sogar Ländern. Wie läuft da eure Zusammenarbeit ab?
Nadine Möllenkamp: Wir haben als Label zwei Standorte - in Amsterdam und Berlin. Deshalb treffen wir uns in regelmäßigen Abständen und arbeiten gemeinsam an unserer Kollektion.
Silke Geib: Am Ende ist es ein ständiger Prozess der Zusammenarbeit, vor allem wenn wir uns für intensive Phasen treffen. Durch Telefon und Internet ist der Austausch auch recht einfach geworden. Am Schluss kommt alles zusammen und wir schauen, wie wir es kombinieren.
styleranking: Entstehen im Entwicklungsprozess auch Unstimmigkeiten?
Nadine Möllenkamp: Wenn wir einmal entschlossen haben in eine Richtung zu gehen, stehen wir auch dazu und eigentlich inspiriert das, was eine von uns macht auch die andere. Ideen werden gegenseitig auch aufgenommen und weitergeführt. Es ist nicht so, dass Silke etwas entwirft und ich dann ein "No" oder "Go" abgeben muss.
Silke Geib: Bei uns steht das Endprodukt im Vordergrund. Letztendlich sagen wir auch niemanden wer was gemacht hat, sehr zum Bedauern unserer Familien. (lacht) Wir tolerieren die Sachen der anderen auch so, dass wir voll dahinter stehen, auch wenn wir jeweilig manchmal anderer Meinung sind.
styleranking: Ihr seid nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freundinnen. Wie trennt ihr das?
Silke Geib: Wir waren vorher Freunde und sind jetzt auch noch Geschäftspartner. Da verschwimmen die Grenzen häufig. Wenn ich bei Nadine in Amsterdam bin, wohne ich bei ihr. Sie wiederum auch bei mir in Berlin. Business und private Anknüfpungspunkte verschwimmen dann natürlich sehr.
Nadine Möllenkamp: Gerade weil wir in zwei Städten wohnen, ist es immer eine intensive, sehr inspirierende Zeit. Wir sind beide dann voll dabei und am Ende geht wieder jede ihren eigenen Weg.

Silke Geib und Nadine Möllenkamp von Blaenk mit styleranking-Reporter Daniel.
styleranking: Silke, du hast bereits für namenhafte Designer wie Martin Margiela und Viktor & Rolf gearbeitet. Wie hat dich diese Arbeit in deinem eigenen Schaffen beeinflusst?
Silke Geib: Natürlich habe ich unheimlich viel gelernt. Beeinflusst wurde ich aber gar nicht, da Margiela im Gegensatz zu uns sehr konzeptuell arbeitet und ganz andere Sachen macht als ich mit Blaenk. Bei Viktor & Rolf habe ich in der Menswear gearbeitet, also eine ganz andere Produktgruppe. Was ich gelernt habe beeinflusst mein Know-How, aber nicht meinen Stil.
styleranking: Nadine, du hast eigentlich Psychologie studiert und dann abgebrochen um Designerin zu werden...
Nadine Möllenkamp: Psychologie ist immer noch ein sehr spannendes Feld. Es war mir zu theoretisch, da ich eher jemand bin, der mit den Händen arbeitet, entwirft und entwickelt. Das Kreative hat mir sehr gefehlt.
styleranking: Eure Mode ist laut eigener Aussage "focused on experimentation". Was genau ist diese "experimantation"?
Nadine Möllenkamp: In unseren letzten beiden Kollektionen haben wir viel mit Garn, Fäden und Texturen experimentiert. Wir mögen es zu sehen was passiert, wenn man Fäden verwirrt...
Silke Geib: Experimentelle Weberei war ein großes Element. Jetzt haben wir das ein bisschen aufgelöst und sehr viel mit Strick gearbeitet. So haben wir das mit den Fäden auf Strick weiterentwickelt und den gleichen Spirit aufgegriffen. Handarbeit ist ein großer Schwerpunkt bei uns, weshalb wir auch viel mit Applikationen arbeiten.
styleranking: Eure neue Winterkollektion ist einerseits sehr verspielt und andererseits sehr clean und gerade...
Silke Geib: Da zeigt sich wieder das Zusammenspiel unserer Kontraste. Einerseits sind wir sehr grafisch und straight, werden aber auch durch starke Frauenbilder inspiriert, die wiederum etwas Verträumtes und Surreales widerspiegeln.
styleranking: Worin unterscheidet sich Blaenk im Vergleich zu designähnlichen Labels wie COS?
Nadine Möllenkamp: Einmal in der Qualität der Stoffe. Wir benutzen hauptsächlich italienische und japanische Seidenstoffe. Unsere Wollstoffe sind auch eigens für uns produziert und damit befinden wir uns in einem ganz hochwertigen Bereich und verarbeiten keine Massenware.
Silke Geib: Natürlich auch die Fertigung. Wir stehen mit unserem Produkt für eine "Made in Germany"- Philosophie. Wir arbeiten sehr eng mit unserer Produktionsstätte in Berlin zusammen. Durch unsere Handarbeit kann man auch nur in einem bestimmten Rahmen produzieren. Unsere Sachen sind viel aufwendiger in der Herstellung und setzen einen viel weiteren Entwicklungsweg voraus.

Nadine Möllenkamp und Silke Geib erklären ihre Mode mit vollem Körpereinsatz.
styleranking: Wen würdet ihr gerne in euren Sachen sehen?
Nadine Möllenkamp: Cate Blanchett. (schmunzelt)
Silke Geib: Ach, da gibt es schon einige. Ich könnte mir auch vorstellen die Frau Arp von der deutschen VOGUE einzukleiden. Das fände ich cool. (lacht)
styleranking: Vielen Dank für dieses Gespräch.
Blaenk - das sind die Designerinnen Nadine Möllenkamp und Silke Geib. Das Label wurde 2010 gegründet. Die Damenmode ist im High-Fashion Segment angesiedelt und fokussiert sich auf Handarbeit und leichte, hochwertige Stoffe


Blaenk H/W 2013/14













