Glückwunsch zum 60. Geburtstag, geliebter JP Gaultier
Gepostet am 24.04.2012 von Yavi
Von Yavi Bartula, Düsseldorf
Heute vor 60 Jahren geboren, vor 40 Jahren berühmt geworden, bis heute erfolgreich geblieben. So kurz, einfach und schmerzlos war es für Jean-Paul Gaultier aber nicht. Denn wer sich in dem schonungslosen Business von Luxuslabels und Haute Couture einmal fest etabliert hat, hat sich Karriere und Konkurrenzkampf unwiderruflich verschrieben. Das hinterlässt seine Spuren - in den bewundernden Worten der Menschen, den beeindruckenden Dokumentationen der Kollektionen und in dem Gesicht eines genialen Mannes, dessen Ära noch nicht zu Ende ist.
Studiert hat der französische Designer Jean-Paul Gaultier nie, Mode schon gar nicht. Er konnte auch ohne professionelle Anweisungen zeichnen, skizzierte Entwürfe und verschickte sie an bekannte Designer. Wie man Skizzen zu realer Mode macht, zeigte ihm schließlich Pierre Cardin und erkor ihn zum Assistenten. Da war er gerade erst 18. Es folgten einige tolle Jobs bei Haute Couture Designern, bis 1976 die eigene Kollektion das Licht der Modewelt erblickte. Nur kurze Zeit später gab er dem talentierten Kind einen Namen und meldete sein eigenes Label "Jean-Paul Gaultier SA" an. Das war der Beginn einer legendären Erfolgsgeschichte, die noch immer erzählt wird.
Was daran liegen kann, dass Gaultier einfach viel zu erzählen und einen ziemlich langen Atem hat. Er erzählt seine blühende Phantasie in ausgefallen Kollektionen und Kreationen, inszeniert Farben zu surrealen Formationen und Frauen zu skurrilen Figuren, hässliche, alte, anomale Figuren werden zu Kunstobjekten stilisiert, kurvige Frauensilhouetten zu weltberühmten Parfumflakons geformt, bei La Perla in sexy Unterwäsche gesteckt, bei Hermès in glamouröse Abendgewänder oder in hautenge Ledersuits gehüllt. Die aus eigenem Hause sind oft untragbar, manchmal unerträglich, verständlich, dass er in der Szene als Enfant Terrible bekannt ist. Und wer so einen Spitznamen hat, hat sich in seinem Wirkungskreis einen großen Namen gemacht und einen individuellen Stil an den Mann gebracht. Das brachte Männern dann sogar Röcke. Leider auch Frauen, die eigentlich besser keine mehr tragen sollten. Man denke an Madonna bei ihrer Confessions Tour.
Gaultier wagte viel und riskierte noch mehr. Zum Beispiel sein Ansehen, als er bei seiner Modenschau Models in Amy Winehouse-Kopien verwandelte - das war kurz nach ihrem Tod. Aber mal im Ernst - wen wundert's ernsthaft? Jemand, der Beth Ditto regelmäßig den Laufsteg rauf und runter stapfen lässt und damit bewusst einen provokanten Kontrast wagt - aber trotzdem nicht auf superdünne Models verzichtet - hat keine Angst vor Kritik. Er liebt und braucht sie vielleicht sogar, um nicht einzuschlafen, denn Ruhm und Applaus bekommt er ja schon seit Jahrzehnten. Wie langweilig. Und Langeweile mag Gaultier nicht - und startet gerade eine Koop mit Diet Coke. Ihr wisst schon, es geht um das Flaschendesign, das zuletzt Karl Lagerfeld geliefert hat. Gaultier verpasst denen ein Umstyling ganz in seinem extravaganten Stil. Dazu eine lustige Youtube-Preview mit dem Künstler himself:
Nothing left to say. Ein Wahnsinnstyp. Herzlichen Glückwunsch dazu - und zu deinem Geburtstag, du Genie.
2 Kommentare
Kathi
24.04.2012 um 13:13 UhrNach wie vor einer meiner liebsten Designer...
Er hat's einfach drauf!
24.04.2012 um 15:28 UhrEr ist ein absolut toller Typ und ein super Designer noch dazu. Habe ihn mal im Griechenland-Urlaub zufällig kurz kennengelernt. Charming guy J

















