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Modenschau: defilé Leipzig greift nach internationalem Niveau
Gepostet am 07.06.2010 von Lisa
Text und Photos Lisa Thiele
Die Leipziger Schule ist derzeit in aller Munde; von Mode aus der mitteldeutschen Kulturhochburg hört man jedoch sehr selten. Dennoch veranstaltete der Leipziger Designer Andreas Trommler zum fünften Mal die Modenschau "defilé Leipzig". Unter dem Motto rouge paris lud Trommler acht internationale Designer nach Leipzig ein und entführte seine Gäste in die Welt der Abendmode. Rot war die Farbe des Mottos und des Abends: die Hostessen trugen edle rote Corsagen, Masken und rote Aperitifs wurden gereicht. Etwa zweihundert Gäste ließen sich die neun Kollektionen im Central Kabarett in der Leipziger Innenstadt vorführen. Auf dem schmalen Catwalk ging es rasant zu; eine Kollektion jagte dich nächste, die Models halten nicht inne, eine kühle Wendung am Ende des schwarzen Laufstegs und zurück in den Backstagebereich. Die Hektik in der Umkleide möchte man sich nicht vorstellen. Zum Genießen und Betrachten lässt die etwa 20 minütige Show keine Ruhe. Der Raum ist voll, heiß und es flirrt in der Luft.
Den Auftakt der Show gibt die Diplomkollektion der Schneeberger Absolventin Meike Hampe. Ihre "Licht- und Schattenspiele" in elfenhaften Kleidern und pastellfarbenen Unikaten durfte das Leipziger Publikum bereits auf der vergangenen Designers Open sehen. Die Leichtigkeit und Detailgetreue der Entwürfe erfreuen das Wiedersehen. Im Laufschritt folgen die Kollektionen von Tatjana Romenskiy, Johanna Graman und Ann-Charlott Riedzewski - ebenfalls von der Schule für Angewandte Kunst Schneeberg. Das leipziger Deignerlabel Naioke zeigte als nächstes eine Kollektion, die schlichten und edlen Linien folgt. Die Akzente sind in Rot gehalten, die Stoffe halten sich in hellen Grau und Silbertönen. Naoike schickt Entwürfe für Männer auf den Laufsteg und zeigt wie gut Männern Shorts und Tragetaschen stehen.
Mit dem Stuttgarter Label world of yoda wird ein neuer Stil der Abendmode gezeigt: lange transparante Kleider in sanften Farben, werden durch knallige Comic-Prints zu echt gewagten Hinguckern. Ein starker Kontrast der Farben und Formen. Die estländische Designerin Hanna Korsar zeigt Roben zum Träumen. Sie scheint aus allen Jahrhunderten die opulenten Details der Kleiderkunst in ihren Entwürfen zusammen zu fassen. Zwanzigerjahre Hängerkleidchen-Schnitte treffen auf Spitze, Perlen, Schleppen wie bei Louis XIV., gebatikter Tüll quillt unter bodenlangen Miederkleidchen in Wasserfällen hervor. Die Models schieben Berge edler Stoffe vor sich her und entführen in eine traumhafte Welt. Gerade bei diesen detailüberladenen Kunstwerken, wäre ein langsameres Tempo zum Betrachten wünschenswert gewesen.
Die folgenden Kollektionen von zwei Körper Hamburg und Andreas Trommler führen die Zuschauer zurück zu den tragbaren Möglichkeiten der feinen Abendrobe. Trommler setzt im Gegenteil zu zwei Körper Hamburg auf eine klassische Farbpalette in schwarz und rot. Seine Brokatstoffe und seidenen Roben vermitteln den passenden Charme zum Thema rouge paris.
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