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HUGO: Avantgarde unter Stahlgerüsten
Gepostet am 12.07.2011 von Roland
Von Roland Schweins, Berlin
1000 Gäste, 38 Meter Laufsteg, ein imposantes Areal für die Aftershow-Party. Wenn Hugo Boss zur Schau in Berlin einlädt, steht diese regelmäßig im Zeichen der Superlative. Das gilt für A-Prominentendichte ebenso wie für die Wahl der Location oder die Qualität der Models. Nachdem Hugo Boss in den vergangenen Jahren regelmäßig je Saison die präsentierte Linie wechselte und mal Boss Orange - mal Boss Black zeigte, konnten wir im Forum Museumsinsel die neue HUGO-Kollektion bestaunen - und diesmal ausnahmsweise die Fortführung dessen, was Chefdesigner Eyan Allen im Winter präsentierte: HUGO - eine Linie, die unkonventionelle und progressive Mode bieten will. Nun kann man ja Kollektionen besonders gut einordnen, wenn man mehrere Schauen in Folge gesehen hat, was wir sehr angenehm empfanden, auch wenn andere Medien schrieben, Hugo Boss sei wie Escada lediglich mit einer Zweitlinie auf der Fashionweek unterwegs.
Wir schreiten also durch den Innenhof, sehen Boris Becker durch die Menge huschen - Ellen von Unwerth zeigt sich in bester Laune und CEO Claus-Dietrich Lahrs begrüßt eifrig die Gäste mit Handschlag. Uns auch, nachdem er uns gemeinsam mit den Kollegen der Textilwirtschaft entdeckt und zielstrebig auf unsere Gruppe zusteuert. Im Anschluss nehmen wir Platz und sind begeisterter von der lauen Brise als von dem alten Industriegelände. Das Fabrikhallenflair mutet weder trashig noch außergewöhnlich an - zu viele Fabrikhallenevents haben wir in den vergangenen Jahren besucht.
Boss-Chef Lahrs steht noch einmal von seinem Platz in der Mitte der ersten Reihe auf und stellt sich für ein Foto zwischen die beiden Töchter von Mick Jagger - Georgia May und Elizabeth. Auch Moritz Bleibtreu ist weit in der Mitte geseatet. Wir sitzen hinter Siems vom Nahtlosblog, der seine Kamera kurz aus der Tasche holt und dann konsterniert "aus diesem Winkel macht das keinen Sinn."
Als das Licht erlöscht, der Catwalk ausgeleuchtet wird und die weiblichen und männlichen Models - darunter Kasia Struss, Jac, das chinesische Supermodel Liu Wen, Clément Chabernaud, Sean O’Pry oder Simon Nessmann - den weiß glänzenden Catwalk beschreiten, sehen wir eine Kollektion in den typischen HUGO-Farben, viel leuchtendes Rot und dazu futuristische silber-weiße Kombinationen. Wie schon im Januar erlebt die Abfolge der präsentierten Kollektionsteile eine Steigerung, die zwar für Modenschauen üblich ist, bei HUGO aber in einem besonderen Maße gelingt. "Poetic Tailoring" lautet das Thema der Kollektion, die einen minimalistischen, postmodernen Look zeigt und von Kollagen der britischen Fotografin und Künstlerin Melissa Gibson inspiriert wurde. Die Silhouetten fallen klar und reduziert aus. Wir sehen grafische Mikrodessins, verschiedene Blaunuancen, Grenadine, Silber, Weiß und Schwarz - und natürlich das repräsentative Rot. Den Höhepunkt bildet ein Abendkleid aus Seide, das zweifarbig Rot und an den Trägern hellgrau akzentuiert kreiert wurde. Zahlreiche Entwürfe bei der Womenswear zeigen einen Mix aus grafischen Elementen, die die Linie der Trägerin betonen. Auffällig wirkt auch der Jumpsuit, der in Marineblau und Weiß so geschnitten ist, dass er die Figur stark betont. Die auffälligen Trägerelemente ziehen sich wie ein roter Faden durch die Kollektion.
Zur Aftershow-Party geht es weiter in den Innenhof. Ein Glück für die Gäste, dass es weder kalt noch nass ist - so können sich die Show-Besucher bei der Openair-Party über das Gesehene austauschen. So skeptisch wir auch der Kulisse gegenüberstanden - eine einzigartige Videoinstallation machte dies mehr als wett. Die gerade gesehen Show wird überlebensgroß an die mehrstöckigen Gebäude projeziert. Hugo Boss baute einen Swimmingpool auf und ließ die DJs Rafael Wallon und Vladimir Schall aus dem Pariser Club Montana auflegen.
Hugo Boss beweist mit der Show von HUGO erneut, dass es das einzige Label ist, das in Berlin zur Mercedes-Benz Fashion Week konstant auf internationalem Niveau agiert. Dieses Urteil umfasst Modelauswahl, Organisation, VIP-Dichte und natürlich - das ist das Wichtigste - die vorgestellte Kollektion selbst.
Jumpsuit: Typische Trägerelemente ziehen sich durch die neue HUGO-Kollektion.
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Höhepunkt der HUGO-Show: Rotes Kleid mit silbergrauen Einsätzen.
Front Raw bei HUGO.
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