Interview: styleranking trifft Titus Dittmann
Gepostet am 14.10.2009 von Friederike
styleranking ist für euch immer in Sachen Mode unterwegs und spürt die neuesten Trends auf. Dabei ist es wichtig, Leute zu treffen, die spannend sind. Und in der Vergangenheit waren dies unter anderem Patricia Field, Stefanie Heinzmann oder auch Justin Timberlake. Diesmal haben wir uns eine wahre Koryphäe im Bereich Streetwear ausgesucht und in seinem Laden getroffen: Titus Dittmann. Titus steht stellvertretend für die Entwicklung von Trends, Equipment und Fashion im Skateboard-Bereich. Titus hat sein gleichnamiges Label vor über dreißig Jahren gegründet. Er betreibt seit kurzem auch einen Store in der Düsseldorfer Innenstadt. Und dort haben wir uns mit ihm zusammengesetzt.
Wir haben für euch mit dem Unternehmer, Preisträger und einst passioniertem Skateboarder (auch heute fährt er noch) über die Entwicklung der Streetwear in den vergangenen vierzig Jahren gesprochen. Er hat uns sogar etwas über seinen persönlichen Style und seine Einstellung zu Modetrends verraten. Und natürlich sprachen wir mit ihm auch über seine Labels:
Video: styleranking

Der sympatische Münsteraner stand uns Rede und Antwort - und ist wie wir schon vorher ahnten meist exzellent gelaunt. Fotos (12): styleranking
Wir haben im Titus-Store viele coole Shirts entdeckt: styleranking-Reporterin Friederike mit einem Shirt mit Manga-Print.
Typisch für Titus-Läden: Die große Wand mit verschiedensten Boards.
Kugelrunde, flauschige Viecher treiben neuerdings ihr Unwesen: Emma, morbide bis zum Anschlag, schlachtet alles, was ihr vor's Beil läuft...
Für's Skaten braucht ihr natürlich auch einen stylishen Helm.
Aktuelle Prints auf den Skateboards bei Titus.
styleranking: Hallo Titus, wann ist aus dem funktionalen Skateboard-Style eine eigene Moderichtung geworden?
Titus: Das ist nicht ganz einfach zu beantworten, da dieser Prozess eher fließend und auch langsam stattfand. Wenn ich an die Zeit in den 70ern in Münster zurückdenke, würde ich noch nicht sagen, dass die Skateboarder in irgendeiner Form wirklich modebestimmend waren. Damals hatte die Surfmode noch großen Einfluss, aber auch Sportarten wie Weit- und Hochsprung flossen damals mit ein. Gegen Ende der 70er wandelte sich dann der ganze Stil. Das Skateboarden entwickelte sich zu einer richtigen Jugendströmung und sogar zur größten und wichtigsten Jugendkultur im Sportbereich. Durch diese Entwicklung wurde die Mode zu einem Ausdrucksmittel für die jungen Leute. Das verstärkte sich dann Anfang der 80er Jahre. Ende der 90er gelangte dann die Skatewear in den Highfashion-Bereich. Ein Beispiel hierfür ist die Baggy- oder Cargohose, die man irgendwann auch auf den internationalen Designer-Laufstegen sah.
styleranking: Das ist ja schon eine ganz schön starke Veränderung...
Titus: ...auf jeden Fall. Wenn man überlegt, dass die Skateboarder damals eine abgeschlossene Mauer um sich gebildet hatten, ist das schon enorm. Noch in den 80ern konnte man einen Skater ja anhand seines Outfits sofort von anderen unterscheiden. Heute tragen viele junge Menschen Skatemode. Die Shirts und Hosen sind mainstreamiger geworden. Man kann sich allein damit nicht mehr abgrenzen. Das lässt sich übrigens auch mit Musik gut vergleichen: Es gibt den, der auf der Bühne steht und die, die sich mit dem Sänger identifizieren und einfach Fans sind. So ist das mit dem Style der Skater heute auch.
Roland von styleranking (r.) im Gespräch mit Titus - Titus trägt übrigens auf dem Bild bis auf die Schuhe ausschließlich Titus-Klamotten.
styleranking: Du bist ja auch im Skateboard-Outfit gekommen. Was trägst Du am liebsten?
Titus: Ich versuche immer, authentisch zu bleiben. Was ich heute trage, ist das was ich mag. Ich trage diese Kleidung nicht, weil ich so tun möchte, als wäre ich 20 Jahre alt, sondern weil ich so bin. Ich stehe zu meinem Alter und kleide mich entsprechend meiner Gesinnung. Am Montag habe ich bei der Verleihung des Landesverdienstordens zwar einen Anzug getragen - war aber sonst ganz in Schwarz gekleidet - mit schwarzem Hemd und schwarzer Fliege...
styleranking: ...mit oder ohne Mütze? :-) ...
Ich hatte die Mütze, die ich heute trage, auf dem Kopf - hab sie aber aus Respekt bei der Verleihung natürlich abgenommen - und nach dem Festakt direkt wieder aufgesetzt. Ich kombiniere zu solchen Anlässen gern die klassische Mode mit Streetwear, um mich ein wenig abzugrenzen.
Titus erklärt, wie aufwändig das Design der Boards in der Produktion ist.
styleranking: Wie ändert sich die Einstellung zur Mode mit den Jahren?
Titus: Ich kann dazu nur sagen: Ihr werdet noch an mich denken. In den dreißig Jahren, in denen ich im Business bin, habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich bei der Bildung der Alterscluster einiges verändert hat. In den 50ern ging das noch ganz klassisch und mit bestimmten Moderichtungen konnte man eine bestimmte Alters-Zielgruppe ansprechen. Junge Leute haben andere Dinge getragen als Erwachsene. Heute gibt es ganz andere Strömungen und Einstellungen. Immer mehr Menschen verhalten sich gemäß ihrer ästhetischen Gesinnungsgenossenschaft, in der sie leben. So möchte ich das einmal nennen. Es ist nicht mehr so, dass jemand, der 20 Jahre alt ist, zwangsläufig etwas anderes trägt, als jemand der 40 ist. Durch das Internet und die offenere und einfachere Kommunikation bleibt man seinem Lifestyle oft ein Leben lang treu und behält auch seinen Kleidungsstil bei. Ich denke, ich bin ein gutes Beispiel dafür.
Ein Shirt mit krassem Zombie-Motiv - das gefiel uns besonders gut.
styleranking: Wie viele Mädels kaufen Titus und wie unterscheiden sich deine Labels Titus und Rules?
Titus: Also zunächst einmal zur Zielgruppe: auch hier hat wieder ein extremer Wandel stattgefunden. In den 70ern und 80ern waren fast alle unsere Kunden männlich. Inzwischen ist der Anteil der weiblichen Kunden, auch der weiblichen Skateboarder, extrem gestiegen und es werden immer mehr.
Zur Kundenstruktur kann ich derzeit sagen, dass das Label Titus etwa 70 Prozent Jungs und Männer nachfragen und 30 Prozent Mädels und Frauen. Bei Rules ist der Anteil der weiblichen Käufer größer. Der liegt etwa bei 46 Prozent.
styleranking: Würdest du dich als Modeopfer bezeichnen?
Titus: Nein, ich bin selbst kein Modefetischist, aber es macht mir natürlich spaß, die coolsten Styles aus den eigenen Kollektionen herauszusuchen. Ich such mir selbst immer Kombinationen heraus, die sowohl meinem Alter entsprechen - da mache ich gewisse Zugeständnisse - aber die auch authentisch und cool sind. Ich trage einfach, was ich lebe!
styleranking: Lieben Dank für das Interview!
Friederike bekam sogar ein Küsschen von Titus :-).
Natürlich musste Friederike dann auch ein Küsschen zurückgeben.
SPECIAL:
Titus hat uns coole Schlüsselanhänger mitgegeben, die wir an unsere treuen Leser verlosen möchten. Wer so ein Anhänger gewinnen möchte, der schickt eine Mail an support@styleranking.de mit dem Betreff Rules und seiner vollständigen Anschrift. Mitmachen könnt ihr bis zum 29. Oktober 2009. Mitarbeiter von styleranking oder Titus dürfen nicht teilnehmen, Barauszahlung des Gewinns ist auch nicht möglich und der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen - ihr kennt das Spiel ![]()
styleranking wünscht viel Glück und drückt die Daumen!
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Einen dieser süßen Schlüsselanhänger von Rules könnt ihr gewinnen.
Titus Dittmann setzt sich sehr für soziale Projekte im Bereich der Jugendarbeit ein. Dafür gibt es die Titus Dittmann Stiftung. Unter dem Titel Skate-Aid unterstützt diese Stiftung Projekte, die mittels des sinn- und identitätsstiftenden Skateboardings weltweit humanitäre HIlfe für Kinder und Jugendliche leistet. Mehr Infos dazu findet ihr unter www.skate-aid.org.














