MBFWB: Malaikaraiss irrt umher
Gepostet am 19.01.2013 von Lisa
Berlin, Lisa Thiele (Text, Fotos)
Sie setzte auf Farben und versuchte es mit Lockerheit - aber eine überzeugende Linie lässt sich in der Herbst/Winterkollektion 2013/14 von Malaikaraiss leider nicht finden. Die Berlinerin zählt zu den vielbeobachteten Shootingstars der örtlichen Designszene und schreibt mit einer von Lala Berlin unverkennbar geprägten Hand. Mit der Entscheidung abseits vom Zelt im wunderschönen Saal der Villa Elisabeth zu zeigen, setzte Malaikaraiss auf ein individuelleres Ambiente. Nichtsdestotrotz nahmen die Gäste die kleine Reise auf sich und das Fachpublikum strömte in die Frontrows. Als Opener sendete Malaikaraiss das internationale Topmodel Franzi Müller in einem lockeren, knallroten Kleid auf den Laufsteg.
Mit dieser Eröffnung ist die Hommage an die Kraft der Farbigkeit deutlich. Es folgen Pieces in tannengrünem Samt, auberginebraun und mit aufgeregten grafische Prints. Bei den Schnitten herrscht eine nüchterne Linie vor, wobei einzelne Entwürfe nur selten mittels kleiner Asymmetrien akzentuiert werden. Aus der Kollektion stechen einzelne Outfits heraus, wie eine weite dunkelgrünschimmernde Hose unter einem legeren weiten Mantel in einem changierendem Braunton. Auch die hautengen Kleider mit Digitalprints in schwarzweiß fallen positiv auf. Leider wirkt die Kollektion aufgefüllt mit Teilen, die so gar nicht übezeugen können - wie ein mittelweiter Hosenanzug im warmen Braun, das schwarze Minikleid mit langen Ärmeln oder ein schwarzer Jumpsuit ohne jeglichen Reiz.

Kann leider nicht so recht überzeugen: Malaikaraiss mit Fransenpony und Minikleid
Vieles strahlt Belanglosigkeit und wenig Inspiration im Entwurf aus und versenkt die gezeigte Kollektion auf der Suche nach einer Richtung in die Mittelmäßigkeit. Auch das Styling der Models - mit einem wirren, fransigen Pony ins Gesicht - scheint vor Lässigkeit gewollt und spricht leider von Entscheidungsschwäche. Mit einem cleaneren Look hätten etliche Teile einen weniger schlampigen Eindruck vermittelt. Vieles sieht leider aus, als wäre Charlotte Gainsbourg bei einem Modefauxpas nach einer durchzechten Nacht auf der Flucht von Paparazzi erwischt worden.

Eines der interessanteren Teile der Herbst-/Winterkollektion 2013/14
Malaikaraiss wird seit Beginn ihrer Gründung ein gewisses Potential und eine Entwicklungschance am Designerhimmerl vorausgesagt, aber so langsam schwinden die Hoffnungen, da diese Erwartungen bis dato kaum Erfüllung finden. In der Berliner Bloggermischpoke freut sich Malaikaraiss aufgrund gepflegter Freundschaft und Nähe stets über wohlwollende Worte und darf damit gerne unter der Kategorie "gehyped" verbucht werden. Leider konnte diese Kollektion dieser Begeisterung keine Grundlage verschaffen.

5 Kommentare

21.01.2013 um 13:33 UhrIch kann dem ganzen mit den Haaren im Gesicht echt nichts abgewinnen, ist mir zu strubbelig, da fehlt der Sinn - sorry :/
21.01.2013 um 15:34 Uhr@Feline, in der Modebranche muss ja nicht immer alles unbedingt einen Sinn haben, oder ?
LG Franzi
22.01.2013 um 11:36 UhrJetzt mal abgesehen von dem Styling der Models find ich die Klamotten eigentlich recht zusagend. In der Bildergalerie sind schon echt einige Teile bei denen ich sagen würde: OK, kauf ich!
23.01.2013 um 11:38 UhrSo ganz kann ich mich deiner Meinung nicht anschließen @Ines, da haben mich andere nichtssagendere Labels echt mehr umgehauen...
23.01.2013 um 15:42 UhrIch muss ehrlich sagen klar, der erste Eindruck schreckt erstmal ab. Das mag vielleicht auch aufs Styling zurückgeführt werden aber gerade dieses 'unschöne' wollte ich mir mal genauer ansehen und voilá: Genauso wie Ines hat die Bildergalerie mich meinen zuvor gewonnenen Eindruck direkt wieder umwerfen lassen!
Also: Vielleicht ist er manchmal gar nicht mal so schlecht, dieser "Mut zur Hässlichkeit".Negative Presse ist eben auch presse!
Malaikaraiss AW 13/14















