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Show 0711 - Women's Finest

Gepostet am 10.07.2011 von Lisa

Berlin, Lisa Thiele (Text, Photos)

Der zweite Showabend der SHOW 0711 widmete sich den "Women's Finest". Vier Jungdesigner zeigten zur Berlin Fashion Week 2012 im Glashaus der Arena die kommenden Entwürfe für den Frühling/Sommer 2012. Das neue Showkonzept hatte einige neue Designer zu Gast und so wurden den Besuchern vier Kollektionen geboten, die unterschiedlicher kaum sein konnten.

Den Auftakte machte das norwegische Label Sca Ulven. Die Entwürfe von Sca Ulven konnten während der Berlin Fashion Week auch täglich im Edged Showroom im Glashaus begutachtet werden. Die Kollektion spiegelt ganz den skandinavischen Stil wieder: leicht transparente Stoffe, lose Silhoutten, softe Farben und geometrische Muster auf den Kleidern. Primär zeigten die Norweger Kleider und lange Blusen. Ein Showpiece der Kollektion war ganz sicher ein brauner Mantel mit weitem Schnitt und einem raffiniertem Kragen. Bei den Tuniken und Blusen entschied sich Sca Ulven für pastellfarbene Stoffe und Muster. Die wiederkehrenden geometrischen Muster erinnern in ihrer Zusammensetzung an Camouflage. Die Kollektion wirkt sehr edel, dennoch tragbar. Einzig die Kleider aus grauem Jersey fallen etwas aus der zarten Linie der Kollektion heraus.

Die folgende Kollektion der berliner Designerin Dani Georgi übt sich in einer bestechenden Schlichtheit. Mit ihren reduzierten Entwürfen fokussiert Dani Georgie ganz klar die Tragbarkeit der Entwürfe. Alltagskleidung, die sportlich und unkonventionell konzipiert ist. Die Kollektion "Bord Blau/Bord Weiß" experimentiert mit der Wirkung von Männeruniformen auf Frauenkörpern. Dani Georgi präsentierte neben Trenchs, einem Kaputzenmantel und Blusen auch Röcke in verschiedenen Längen. Die Farbpalette von dunklem Graublau, über Camel und glänzendes Anthrazit greift die vielfältigen Charaktere des Meeres auf. Die Kollektion aus vorwiegend natürlichen Materialien wie Leinen, Baumwolle und Wolle überzeugt. Einzig die Verwendung von grobem Strick bei einer Sommermodenschau für einen Pullover, Leggins und einen strahlend blauen oversized Schal verunsichert die Besucher.

Nach den gesetzten Farben bei Dani Georgi kommt die Powerkollektion von Barre Noire umso explosiver daher. Die Models scheinen mit dem Beat über den Laufsteg zu tanzen. Die knalligen Farben und betonte Weiblichkeit sprechen die Sprache extrovertierter trendbewusster Frauen. Die berliner Barre Noire setzen auf die frische Kombination von Grapefruitpink und kühlem Mintgrün. Die Stoffe schimmern, glänzen und leuchten ohnegleichen. Die Pieces sind mit zahlreichen Details und Applikationen versehen. Schildgroße Metallnieten, glitzernde Steine und florale Spitzeneinsätze rufen nach Aufmerksamkeit. Die Schnitte pendeln zwischen extrem voluminös und klassisch streng und hochgeschlossen. Barre Noire präsentiert sich wiederholt als ein Label, bei dem die Accessoires minutiös auf die Entwürfe abgestimmt sind. Die Handtaschen, Armreifen und Ohrringe ermutigen sich den Barre-Noire-Look sogleich überzustülpen.

Die Vielfalt der gezeigten Jungdesigner wurde durch die abschließende Kollektion Antonia Goys unterstrichen. Die Kollektion begann mit ausgesprochen gelungenen Two-Tone-Pieces, die den aktuellen Trend des Colourblocking gekonnt aufgriffen. Die zarten Stoffe waren nahezu nahtlos miteinander verbunden und die schlichten Kleider von Antonia Goy begeisterten das Publikum. Der Verlauf der weiteren Präsentation wirkte jedoch leider so, als traute die Designerin sich nicht diese Schlichtheit beizubehalten. Die folgenden Entwürfe zierte ein bunter Schmetterlingsprint und gespiegelte Farbmuster. Leider verloren die Kleider dadurch an Charme und Schlichtheit. Die gesamte Kollektion zerfiel dadurch leider in zwei unzusammenhängend erscheinende Teile. Antonia Goys Kollektionsauswahl tendierte trotz der stärksten Einzelentwürfe mit dieser Inkonsequenz leider zur schlechtesten Kollektion des Abends.

Das Facettenreichtum und die Bandbreite der gezeigten Kollektionen ließ die Mulitlabelshow "Women's Finest" zu keinem Zeitpunkt langweilig erscheinen. Erfrischend wirkte es, die vorhandene Vielfalt des Modedesigns bei internationalen Jungdesignern erleben zu können und sehr verschiedene Herangehensweisen an Mode wahrzunehmen.

 

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