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Blogger macht eure Hausaufgaben - Professionalisierung!

Gepostet am 17.09.2011 von Lisa

Lisa Thiele (Text, Photos)

 Jetzt haben wir das Thema Copyright und den verantwortungsvollen Umgang mit geschütztem geistigen Eigentum abgehakt. Ich hoffe ihr beachtet die Hinweise und scheut euch nicht bei Unsicherheiten nachzufragen. Auf dem FashionCamp gab es zwei Sessions, die Bloggern, die gerne professionell bzw. semiprofessionell ihren Blog monetarisieren wollen, hilfreiche Tipps gegeben haben. Zum einen wurden Anna Frost und Kathrynsky von den Stylish Kids in Riot zu ihrer Entwcklung vom Blog zum Brand befragt. Leider blieb das Interview recht schwammig und brachte kaum hilfreiche Antworten auf den Plan. Daher hat Anna Frost auf fashionpuppe.com nochmals aufgerufen weitergehende Fragen direkt an sie zu richten. Mit Spannung darf man ihre Antworten und Erfahrungen als Bloggerpersönlichkeit erwarten. Eine weitere Session schilderte den Umgang von Unternehmens- oder Agenturenseite mit Bloggern. Dabei formulierten die Speaker ganz klare und hilfreiche Anforderungen, die ihnen die Zusammenarbeit mit Bloggern vereinfachen würden. In diesem Beitrag möchte ich nun wieder die Kernpunkte der Diskussionen zusammenfassen und ambitionierten Bloggern einen ersten Denkanstoß oder ein Toolkit zum Start des Blogs als Goldesel mitgeben. Schaut euch die Videos der Sessions zum FashionCamp an!

FashionCamp Vienna

Expertenrunde zum FashionCamp. Es gab viele nützliche Hinweise was sich Agenturen von Bloggern wünschen würden

Zuerst einmal sollte man sich als Blogger die alles entscheidende Frage stellen: Wie definiere ich den Erfolg meines Blogs? Dazu gibt es viele Meinungen und man muss einmal Stellung beziehen und vorallem seine eigenen Erfahrungen machen. Blica kritisiert, dass Erfolg und Qualität von Blogs nur noch über die erfolgreichen Kooperationen und die finanzielle Fruchtbarkeit des eigenen Onlinebabys gemessen wird. Ein wichtiger Ansatz, denn ihr solltet beachten, dass die Qualität auf dem eigenen Blog allein durch eure persönliche Ambition und euer Engagement bestimmt wird. Eine weitere Qualität sind eure Leser und viele wurden schon durch die unangenehme Werbelastigkeit von Blogs vertrieben. Auch mit Kritik, dass ihr euch verkauft, müsst ihr rechnen. The Blogettes haben vor einiger Zeit bereits vorgestellt, wie man seinen Blog am effizientesten in einen Goldesel verwandeln kann (ab Seite 33 im The Blogettes Magazin).

Auch wenn man meint "Bloggende Mädchen kommen überall hin", sollte man sich nicht Übernatürliches von der Karriere als Blogger erhoffen. Es bleibt immernoch eine sehr frische Sparte und die der Autodidakten. Die wenigsten können davon leben, fast alle Blogger versuchen es. Da ist es ganz klar, dass das Geld, was man mit einem Blog verdienen kann ein Zuverdienst bleiben wird. Wer nur einen Blog startet um damit Kohle zu scheffeln ist in der Onlinecommunity definitiv fehl am Platz. So zitierte Maria Ratzinger vor kurzem die britische Bloggerin Rollergirl: "...Wenn man aber Blogger wird, um Chanel-Taschen gratis zu bekommen, dann sollte man es lieber gleich vergessen"!

Ihr habt also Spaß am Bloggen und wisst, dass ihr einen Leserstamm habt, dem ihr mit professionellerem Auftreten und noch tolleren Inhalten einen Gefallen tun könnt. Ihr opfert verdammt viel Liebe, Zeit und wunde Fingerkuppen für das Recherchieren und Tippen eurer Blogposts? Ihr wollt bessere Kontakte und Unterstützung bei der Umsetzung eurer Blogprojekte? Dann befolgt ein paar Tipps und Tricks und euer Blog kann sich zu einem noch besseren Kosmos entwickel, vom dem ihr selber und eure Leser profitiert.

FashionCamp Vienna

Anna Frost verriet einige Gundlagen ihres Erfolges als Bloggerpersönlichkeit auf dem FashionCamp

Die Quintessenz des Erfolges von Anna Frost als Bloggerpersönlichkeit liegt sicherlich in ihrer eigenen extrovertieren und dynamischen Persönlichkeit, mit der sie auch an ihre Blogprojekte herangeht. Ihren Erfolg schreibt sie ganz klar ihrem eigenen aktiven Auftreten Agenturen und Firmen gegenüber zu. Von Anfang an hat sie in Deutschland als eine der Wenigen eine kommerzielle Ausrichtung ihres Blogs kommuniziert. Sie hat Bereitschaft gezeigt Anfragen und Anschreiben entgegen zu nehmen.

Annas Tipps:

- Geht aktiv auf Agenturen und Firmen zu

- Lasst euch auf die Presselisten setzen, fragt danach und wartet nicht, dass ihr passiv in einen Verteiler eingefügt werdet

- Geht zu Events und Veranstaltungen und networked dort - mit Bloggern und Professionellen

- Bleibt dynamisch und wachsam

- Nehmt nur Kooperationen an, die ihr wirklich gerne machen wollt und auch persönlich gut findet. Eure Leser kennen euch und merken es wenn ihr euch für eine leichte Kooperation und das Geld verstellt.

Ich würde dem noch hinzufügen, dass man Pressemittelungen stets aufmerksam lesen sollte und checken, welche Inhalte für einen selber und als möglicher Bloginhalt relevant sein könnten. Darauf aufbauend kann man anschließend den Kontakt zu den Agentueren, die die Firmen vertreten, aufnehmen.

Kontakt zu Agenturen oder Firmen, aber richtig.

- Schreibt einen Ansprechpartner namentlich an.

- Stellt euch vor und kommt schnell zum Punkt (E-Mails lesen ist der Job der meisten Agentur-Mitarbeiter und es muss klar erkennbar sein, was ihr wollt und worum es geht)

- Achtet bloß auf eure Grammatik! Nichts ist peinlicher als ein dilettantisches Anschreiben

- Seid freundlich aber professionell. Du kennst deinen Kontakt nicht persönlich, als lass Smileys und Bussies weg!

Kontakt von Firmen, aber bitte!

- Ihr werdet mit "Lieber Blogger" angesprochen? Scheint, als ist diese Mail an ale Blogger Deutschlands rausgegangen und wie sollen die Inhalte noch individuell auf deinen Blog passen?

- Ihr werdet für dumm verkauft und sollt mit eurem gehegten Blog als billige Werbeplattform herhalten? Interessiert euch das Angebot wirklich sehr, dann versucht nach zu verhandeln und schlagt eine kreative Idee vor, wie die Inhalte/Produkte auf eurem Blog einen Platz finden und formuliert eure Honorarvorstelliungen.

- Ihr sollt etwas verlosen und bekommt dafür das Produkt zugeschickt? In Österreich gibt es eine Gewinnspielsteuer - klärt mit der Firma ab, wer die Kosten dafür übernehmen soll. Nach geltendem Recht muss eigentlich der Gewinnspieltreibende diese übernehmen, somit hättet ihr die Kosten zu tragen. Außerdem ist die Frage was ihr von einem unbezahlten Gewinnspiel habt. Auf euren Blog kommen keine qualitativ wertvollen Leser, im schlimmsten Fall nur Gewinnspielforennutzer, die abfassen wollen und ihr habt ne Menge Arbeit mit der Auslosung etc.

- Ihr werdet immer wieder mit der gleichen Anfrage genervt? Okay einmal nachhaken ist okay, aber wenn es nervig wird, dann darf man auch mal mit der Bitte, das kein Interesse besteht und die Informationsflut aufhören soll, antworten.

- Ihr bekommt eine Kooperation, bezahlt, geregelt und freundlich, mit Mehrwert für eure Leser und individuell von euch ausgeführt? Gratulation! Schreib eine Rechnung und denk daran, dass du dein Einkommen beim Finanzamt anmelden musst. Dazu hatten wir hier bereits einen Eintrag auf Styleranking.

 

FashionCamo Vienna, The Hub

Wer liest eigentlich euren Blog? Und für wen wollt ihr schreiben? Wer sollte die Inhalte auf eurem Blog bestimmen?

Ihr wundert euch, dass ihr dennoch kaum Pressemittelungen oder Kooperationsanfragen bekommt? Dann könnte das daran liegen, dass die Agenturen euren Blog nicht finden. Dann solltet ihr an eurer Verntzung mit anderen Bloggern arbeiten, euch mit anderen Bloggern zu Bloggertreffen verabreden und dort eure Erfahrungen austauschen. Am meisten lernt man immernoch voneinander.

Wenn euch eine Agentur gefunden hat und dennoch nicht anschreibt, kann es sein, dass die Agentur nicht erfassen kann, wie groß euer Blog ist oder welche Zielgruppe ihr mit eurem Blog erreicht. Unter den klassischen Medien ist es schon lange üblich, dass jedes Magazin ein Mediadaten-Kit bereitstellt und veröffentlicht. Entweder findet es sich auf der Webseite oder man kann es gesondert anfragen. In diesen Mediadten sind die Keyfacts über das Magazin erfasst und leichtverständlich aufgelistet. Also Blogger ist es sicherlich nicht erforderlich eine 10-seitige PDF-Präsentation anzufertigen, einige Fakten solltet ihr darin jedoch zusammenfassen.

 

Mediadaten für Blogger:

- Schreibt das Impressum, also euren Kontakt hinein.

- Fasst eure Schwerpunktthemen und inhaltliche Ausrichtung zusammen.

- Formuliert eure Zielgruppe. Wenn ihr diese nicht mit statistischen Tools erfassen wollt/könnt, schreibt für wen ihr persönlich euren Blog schreibt. Wen wollt ihr mit eurem Blog erreichen. Also welcher Altersgruppe, welchem Geschlecht, welchen Interessengruppen, welchem Land etc. gehören eure Leser wohl an.

- Legt die Zahlen auf den Tisch. Wertet eure Statisken aus und gebt dem potntiellen Kunden einen Eindruck wieviele Leser er über euren Blog erreichen kann.

 FashionCamp Wien

"Hallo, Hallo Agentur. Ich will was von euch." Blogger nehmen Kontakt auf...

Soweit einige Anregungen wie ihr den Kontakt zu relevanten Personen verbessern könnt. Ich finde es wichtig hinzuzufrügen, dass ihr immer sicher sein solltet, dass mit eurem Blog gerade etwas passiert, dass ihr wirklich selber gerne macht, vor euren Lesern verantworten könnt und eurem Blog und euch als halböffentliche Persönlichkeit nicht schadet.

Während in Schweden oder gar Italien "Bloggerin" ein eigentsändiger Beruf zu sein scheint, wird das in Deutschland wohl noch eine Weile dauern aber vielleicht auch niemals möglich sein. Also lasst euch nicht nur aufs Bloggen mit eurem eigenen Blog ein und träumt davon, eure Miete davon zahlen zu können. Es gibt unendlich viele Konkurrentinnen, es ist harte Arbeit immer am Ball zu bleiben und wenn man sich einmal finanziell allein von seinem Blog abhängig gemacht hat, ist man gezwungen ihn weiter zu führen. Damit geht die nötige Lockerheit und Passion am Bloggen meistens verloren und es macht einfach keinen Spaß mehr. Ihr könnt mit eurem Blog davon profitieren relevante Kontakte zu knüpfen und euren Blog als ein gepflegtes Portfolio für eure Fähigkeiten zu verwenden. Damit ist es gut möglich in den entsprechendne Branchen bei Jobs oder Bewerbungen Punkte sammeln zu können.

Die Frage ob es in Deutschland möglich ist von einem Blog zu einem Brand als Bloggerpersönlichkeit zu werden, würde ich zum jetzigen Zeitpunkt mit Nein beantworten. Denn selbst, die die es nach ganz oben geschafft haben, wechseln vom Sprungbrett Blog in die angrenzenden Bereiche PR oder Journalismus oder Social Media. Wo man also hin möchte im Leben und daraus folgenden mit seinem Blog, muss man sich immer fragen - dabei wären wir wieder bei der ersten Fragen. Denn die bleibt bei aller Liebe zum Bloggen eine der Kernfragen!

 Im nächsten Beitrag möchte ich über Hater, Shitstorms und Cybermobbing schreiben und einige Ideen vorstellen wie man mit diesen Problemen umgeht und wo man sich Hilfe holen kann. Bis dahin, macht brav eure Hausaufgaben.

 

2 Kommentare

  • Joana
    17.09.2011 um 17:32 Uhr
    Vielen Dank für diesen tollen Artikel und den einen oder anderen Tipp, den ich noch nicht kannte!

    Liebe Grüße

    Joana
  • Chriz
    10.10.2011 um 11:25 Uhr
    Wirklich sehr interessanter Artikel! Danke hierfür, hat mich ein wenig zum Nachdenken gebracht und ich werde wohl an einigen Punkten noch etwas verbessern müssen.

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