Bread & Butter: Facehunter Yvan Rodic im styleranking-Interview - Ich bin kein Trendexperte
Gepostet am 17.01.2013
Von Alexandra Bäumle und Leni Garibov, Berlin
Yvan Rodic ist vielen besser als der Facehunter bekannt. Der Mann, der laut eigenen Angaben keine Modeblogs liest, steht pünktlich zur aktuellen Berliner Fashion Week wieder auf der Matte, um seine Sammlung an inspirierenden Streetstyle-Bildnern zu vergrößern. styleranking-Reporterinnen Alexandra und Leni trafen ihn zum Interview auf der Streetstyle-Messe Bread & Butter am Stand von Hilfiger Denim...

Facehunter im styleranking-Interview mit Leni Garibov am Stand von Hilfiger Denim. Fotos (3) styleranking.
styleranking: Wie erlebst und empfindest du Berlin?
Yvan Rodic (Facehunter): Berlin ist eine der aufgeschlossensten Städte Europas. Die Stadt hat ihre eigene, einzigartige Stimmung. Berlin ist eher entspannt, weniger trendorientiert. Die Menschen wirken auf mich freier und individueller im Vergleich zu anderen.
styleranking: Du besuchst weltweit zahlreiche Modenschauen. Wie unterscheiden sich diese untereinander aus deiner Sicht?
Yvan Rodic: Es gibt riesige Unterschiede. Besonders, wenn man die Standorte international führenden Standort der Schauen vergleicht. Hier herrscht schon ein merklicher Geschäftssinn. Vornean Paris – ohne Frage groß und vor allem glamourös, nicht zuletzt das einflussreiche, internationale Publikum. Aber hier zählt vor allem das Geschäft mit dem Abverkauf der Kollektionen an die Händler. In kleineren, weniger modisch prominenteren Städten ist es vielmehr ein gesellschaftliches Ereignis. Da spielen Verkaufszahlen im Vergleich eine ganz andere Rolle.
styleranking: Du bist bekannt für deine Streetstyle-Fotografie. Was macht die Menschen besonders, die du vor deine Linse bittest?
Yvan Rodic: Es sind nicht nur die Outfits – auch das Gesamtpaket muss stimmen. Manchmal hast du das Gefühl, dass Menschen nur bestimmte Kleidung tragen, weil diese gerade im Trend ist. Ich versuche Menschen zu finden, die einzigartig sind – einen persönlichen Stil gefunden haben. Sie müssen meine Neugier einfach wecken.

styleranking: Persönlicher Stil – das ist recht schwammig gefasst. Kannst du das verdeutlichen?
Yvan Rodic: Stil bedeutet, sich selbst zu kennen und die Sicherheit, sich auf seine optischen Vorzüge verlassen zu können und diese mit modischem Verstand zu unterstreichen. Selbstkenntnis, Ausdruck von Persönlichkeit. Es nervt mich, wenn Menschen versuchen, den Stil berühmter Personen kopieren. Natürlich liegt es in der Natur des Menschen, sich von seiner Umwelt und somit auch von anderen Personen inspirieren zu lassen und zu versuchen diesen nachzueifern. Doch mich langweilt das. Vielmehr sollte man die Inspiration dazu nutzen, einen Stil – auch von bekannten Vorbildern – neu für sich persönlich zu interpretieren.
styleranking: Würdest du dich also letztlich als Trendexperte bezeichnen?
Yvan Rodic: Ich bin kein Trend-Experte, sondern versuche vielmehr durch meine Bilder Einzigartigkeit einzufangen. Da spielen aktuelle Trends keine oder nur eine kleine Rolle. Doch was in sechs Monaten Trend ist weiß weder ich, noch sonst irgendjemand.

Facehunter Yvan Rodic und styleranking-Reporterin Leni trafen sich zum Plausch auf der Bread & Butter am Stand von Hilfiger Denim.
styleranking: Welchen Tipp willst du in Sachen Stilfindung besonders unseren Leserinnen mit auf den Weg geben?
Yvan Rodic: Frauen sollten nicht zu sehr auf ihr Gewicht und das aktuell durch Werbung und Medien propagierte, magere Idealbild fixiert sein. Ehrlich gesagt steht fast keiner der heterosexuellen Männer auf eine dürre Frau. Die meisten Männer bevorzugen weibliche Frauen. Sie lieben die femininen Kurven. Kein Mann möchte eine magersüchtige Freundin haben. Ich finde Kurven schön.
styleranking: Hoffentlich sind die anderen Männer ganz deiner Meinung…
Yvan Rodic: Das sind sie garantiert.











