Artikel

Moritz Bleibtreu: Ich bin ganz viele

Gepostet am 13.06.2011

Von Mia Klöting Google+

von Mia Klöting, Hamburg

Er gilt als einer der begehrtesten deutschen Filmschauspieler. Seit seiner Straßengangster-Rolle in „Knockin´on heaven´s door“ im Jahr 1997 als Ganove Abdul ist er für viele der korrekte Kumpel vom Kiez. Dass er über eine extrem hohe Wandelbarkeit verfügt, zeigte er über die Jahre immer wieder mit zahlreichen Filmen wie „Das Experiment“, „Lola rennt“, „Free Rainer“, „Der Baader Meinhof Komplex“, „Soul Kitchen“ oder zuletzt „Jud Süss – Film ohne Gewissen“. Der Sohn von Schauspielerin Monica Bleibtreu und Hans Brenner ist stets darauf bedacht, seine Figuren eher nach künstlerischem Anspruch und nicht nach reiner Massentauglichkeit auszuwählen. So verzichtet er zu Gunsten eines aus seiner Sicht wertvollen Kinoprojekts auch schon mal auf einen Teil der Gage wie bei der vielschichtigen und intensiven Milieustudie „Chiko“.

Moritz Bleibtreu Alle 11 Bilder anzeigen

Nun schlüpft Moritz Bleibtreu in eine für ihn ungewöhnliche Rolle und verkörpert das neue Testimonial der Braun Series 5 550 cc Rasierer-Kampagne. styleranking Reporterin Mia Klöting traf den sympathischen Schauspieler in seiner Heimatstadt Hamburg und sprach mit ihm über seine Arbeit, die Rollenverteilung von Mann und Frau, das neue Männlichkeitsbild in den Medien und vieles mehr.

Moritz Bleibtreu im Interview mit styleranking Reporterin Mia

styleranking: Hallo Moritz, schön dich zu treffen. Du bist als Schauspieler für deine extreme Wandelbarkeit bekannt. Die Filmrollen, die du auswählst, sind immer sehr unterschiedlich. Was muss für dich eine Rolle haben, damit du dich für sie interessierst und begeistern kannst?

Moritz: Diese Frage habe ich mir natürlich jahrelang selbst gestellt habe. Ich habe irgendwann die Erfahrung gemacht, dass die Auswahl einer Rolle immer in Koexistenz zur eigenen Befindlichkeit steht. Das heißt im Klartext, dass die Figuren mich aussuchen und nicht umgekehrt. Ich sage einen Dreh zu, ohne zu wissen, wieso mich die Story gerade so fasziniert. Manchmal, wenn ich vielleicht Jahre später nochmal über den Film stolpere, überlege ich kurz: „Ah, da war ich so und so drauf, das oder jenes hat mich beschäftigt, ich steckte in der oder jener Lebenssituation." Ich entdecke dann ganz oft eine Parallele zur eigenen persönlichen Situation zu dem jeweiligen Zeitpunkt und der Figur aus dem Film. Dann wird dir klar, dass es nicht du bist, der die Rolle ausgewählt hat, sondern die Figur, die dich aussucht. Unter Umständen kann es sein, dass du den selben Film zwei Jahre später so nicht mehr drehen würdest. Wenn eine Rolle nicht zu meiner momentanen Befindlichkeit passt, habe ich emotional nichts zu geben und wenn ich emotional nichts geben kann, kann ich nichts spielen.

styleranking: Wie bereitet man sich auf eine Rolle vor, wenn man wie du zuletzt in „Jud Süss - Film ohne Gewissen“ Josef Goebbels darstellt?

Moritz: Ich bin grundsätzlich kein großer Vorbereiter. Ich glaube tatsächlich, dass Schauspielerei sich zu 85 Prozent aus zwei Komponenten zusammensetzt und das sind Textverständnis und Instinkt. Dann gibt es aber natürlich Rollen wie die in „Jud Süss“, bei der eine Menge an handwerklicher Vorbereitung treffen musst. Wenn eine Figur wie Goebbels historisch verankert und bekannt ist, muss ich natürlich mehr recherchieren und mich sehr gut vorbereiten. Das ist aber der kleinste Teil bei den Figuren.

Moritz Bleibtreu beim Shooting für den Braun Series 550 cc

styleranking: Du bist also kein Method Acter?

Moritz: Überhaupt nicht. Ich hab Method zwar gelernt, aber für mich stand schnell fest,dass ich das so nicht machen will. Method ist hauptsächlich ein Reproduzieren von Gefühlen, das ist für mich aber nicht gleichzusetzen mit Erleben. Ich finde es kontraproduktiv, wenn ich schon im Vorfeld genau weiß, was passieren wird. Ich brauche die Chance der Überraschung. Wenn ich mich nicht überraschen kann, kann ich auch mein Publikum überraschen. Für mich bedeutet Kreativität in der Schauspielerei, nicht genau zu wissen, was geschehen wird, ob ich beispielsweise in einer Szene weine oder nicht und mich davon mitnehmen zu lassen. Wenn mich das überrascht, bin ich auf dem besten Weg den Zuschauer zu überraschen und wenn mir wiederum das gelingt, bin ich auf dem richtigen Weg.

styleranking: Du verkörperst eine besondere Form der Männlichkeit. Das Thema Männlichkeit ist ja zurzeit kompliziert. Zumindest suggerieren die Medien, der Mann wisse nicht mehr, wo er steht und wie er sein soll. Was bedeutet für dich eine moderne Form der Männlichkeit?

Moritz: Als Familienvater kann ich sagen, dass eine gewisse Form der Rollenverteilung eine logische Notwendigkeit darstellt. Die Unsicherheit bei Männern und Frauen hat vielmehr mit der ständigen medialen Suggestion zu tun. Bei den meisten Paaren entsteht eine Rollenverteilung auf die eine oder andere Weise von ganz allein. Dieses kleine Baby gibt dir nicht die Zeit, darüber zu reflektieren, wer wo welche Rolle angeblich spielt oder nicht spielt. Das wird alles in dem Moment sekundär, wo der kleine Wurm anfängt zu schreien.

styleranking: Wie kommt es dann zu diesem verzehrten Männlichkeits- und Weiblichkeitsbildern in den Medien?

Moritz: Für mich ist die Frage nach der Männlichkeit und den Rollenverteilungen ein gemachtes Problem. Wieso das so ist, weiß ich nicht und wundert mich auch sehr. Es ist nicht kompliziert, es heißt nur ständig, es sei kompliziert. Vielleicht glauben es die Leute dann irgendwann. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, gibt es nur einen einzigen Grund, wieso es Probleme mit der Rollenverteilung geben kann. Das ist, wenn die Liebe nicht mehr stimmt. Solange die Beziehung intakt ist, hab ich es persönlich selten erlebt, dass Schwierigkeiten aufkommen. Welcher liebende Mann verbietet seiner Frau schon zu arbeiten, wenn sie den Wunsch nach beruflicher Erfüllung hegt? Ich muss auch sagen, die traditionelle Rollenverteilung ist sicherlich verbesserungswürdig, aber manches ist nicht so wahnsinnig blöd. Muss es denn so sein, dass Männer wie Frauen agieren und sich alle Körperhaare rasieren und Frauen in eine maskuline Rolle gedrängt werden, in der sie sich selbst nicht wiederfinden können? Ich bin gern bereit, Normen zu durchbrechen und in Frage zu stellen, aber nur dann, wenn es ein sinnvolles Gegenargument gibt.

Moritz Bleibtreu beim Shooting für den Braun Series 5550 cc

styleranking: Wenn man sich jetzt aber gerade das Kino anschaut, beobachtet man zurzeit ein neuerliches Aufleben der alten Macho-Haudegen. Wie erklärst du dir das?

Moritz: Ich denke, es funktioniert fast nach den Regeln der Mode und da geht es um Geld. Nach einer gewissen Zeit musst du die Dinge austauschen und neue Trends erschaffen. Vor 15 Jahren hätte doch niemand gedacht, dass du Männern Pflegemittelchen für die Beine verkaufen kannst. Es gab immer ein paar schlaue Menschen, die wirtschaftliche Interessen verfolgen und Märkte entwickeln, die es so vorher noch nicht gegeben hat. Ich glaube nicht, dass dies eine Reaktion auf das soziale Verhalten der Menschen untereinander ist. Das ist alles gemacht. In dem Moment, in dem Männer und Frauen immer auf der Suche nach ihrer Balance sind, entstehen gewisse Grundängste. Und was macht man gegen Angst heutzutage? Man konsumiert. Solange die Menschen sich in ihrer Haut nicht wohlfühlen, werden sie konsumieren und das ist ja auch das, was uns die metrosexuellen Männer gerade vormachen. Da reden wir nicht über Rasierer. Rasieren müssen sich Männer seit es sie gibt. Außer wenn sie in den Bergen leben und Bomben schmeißen vielleicht. Ein Rasierer ist ein Produkt, das Männer im Gegensatz zu Beinpeeling-Cremes oder Push-Up-Unterhosen wirklich brauchen.

styleranking: Du bist also kein Typ, für den ein Übermaß an Pflege ein großes Thema ist? Lehnst du die metrosexuelle Beautywelle ab?

Moritz: Eine gewisse Grundgepflegtheit ist natürlich wichtig. Man sollte sich schon um sich selbst kümmern und pflegen. Aber ich bin kein Mensch, der versucht, seine Persönlichkeit über Kleidung oder optische Reize zu definieren. Das tue ich hoffentlich über das, was ich mache und das ist mir viel wichtiger. Man landet leider oftmals bei Plattitüden. Aber Ausstrahlung hat nun einmal was mit innerer Befindlichkeit zu tun. Friedrich Nietzsche hat einmal gesagt: „Mit vierzig hat jeder das Gesicht, das er verdient. Ich finde, da steckt viel Wahres drin. In dem Moment, in dem du zu deiner Mitte gefunden hast, strahlst du diese Wohlbefinden auch aus und dann hat Schönheit nichts mehr mit geometrischen Proportionen zu tun. Dann ist Tilda Swinton eine wunderschöne Frau. Schönheit hat nichts mit reiner Physik gemein, sondern mit Emotion.

styleranking: Wenn du dich selbst reflektierst, wofür stehst du?

Moritz: Oh, das ist schwer. Was auch immer Image ist, es ist einem Fall sehr diffus. Ich werde sehr unterschiedlich wahrgenommen. Mal denken die Leute, ich sei nur der korrekte Kumpeltyp von der Straße, mal zeigen sich Leute aus dem Umfeld meiner Mutter befremdet, wenn ich sage, ich hab früher Breakdance gemacht. Meine Vielfalt ist mein Vorteil und daran liegt es vielleicht auch, dass ich so unterschiedliche Angebote erhalten habe. Aber all dies hat meistens nur sehr wenig mit dem wahren Moritz zu tun.

styleranking: Aber es gibt doch bestimmt aus all diesen Facetten einen gemeinsamen Nenner?

Moritz: Ja, aber den müsstest du eher benennen als ich. Da komme ich mir ja wie ein Idiot vor. Dass das Bild von mir so diffus ist, sehe ich als Vorteil, weil ich dadurch ein größeres Rollenspektrum angeboten bekomme. Menschen sind also nach wie vor gewillt, mir so einiges abzunehmen. Das entspricht aber auch meiner Persönlichkeit, ich bin sehr ambivalent. Ich bin ganz viele. Ich mag Hip Hop, ich mag auch die Straße und ich mag das Volk (O-Ton: die kleinen Kanacken) in Hamburg Sankt Georg, aber ich lese auch Heiner Müller und Shakespeare. Ich bin Familienvater. Ich fahre gern schnelle Autos, esse aber auch Biofleisch. Das Problem in Deutschland ist, dass man sich immer danach sehnt, die Menschen zu kategorisieren und in Schubladen zu stecken, um sie greifbar zu machen. Das ist der große Unterschied zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten, denn dort lebt die Vielschichtigkeit.

styleranking: Kannst du das an einem Beispiel verdeutlichen?

Moritz: In Deutschland isst man entweder Biofleisch und fährt das Öko-Auto Tesla Model S oder du fährst den dicken BMW und isst aber verdammt noch mal dein Filetsteak blutig. Wieso können nicht auch Widersprüche in Koexistenz nebeneinander stehen? Das Leben ist doch auch nicht nur schwarz und weiß – es ist grau und es ist komplex. Deshalb ich auch den Beruf des Schauspielers gewählt, denn der gibt mir die Möglichkeit, mich auszuprobieren und mich für Dinge zu begeistern, die unter Umständen total widersprüchlich sind. Es ist doch schön, dass nicht jeder sofort greifbar und einsortierbar ist. Wir leben in einer Zeit, in der sich die meisten nach einer Mittelmäßigkeit sehnen, denn diese vermittelt Sicherheit. Deswegen ist unsere Medienwelt bestimmt von mediokrenem Talent. Vielfalt sollte hingegen vielmehr als Qualitätsmerkmal betrachtet werden.

Moritz Bleibtreu beim Shooting für den Braun Series 5550 cc

styleranking: Die Medien unterschätzen ihre Rezipienten?

Moritz: Ja, auf jeden Fall. Menschen sind viel intelligenter als die Medien uns das gern glauben machen wollen. Betrachten wir die These, dass das Internet die Bücher töten wird. Aber was ist Fakt? Die Menschen lesen so viele Bücher wie nie zuvor, aber keiner sagt das offen. Ich bin jemand, der die Dinge hinterfragt und reflektiert. Ich bilde mir lieber selbst ein Urteil und glaube nicht alles blind. Es ist viel zu leicht geworden, eine Behauptung aufzustellen und Menschen etwas glauben zu machen, was gar nicht stimmt.

styleranking: Da wir gerade von der Mittelmäßigkeit reden, du hast mal gesagt, mit dem Fernsehen wärst du durch. Erste Frage: Ist das noch so? Zweite Frage: Warum ist das deutsche Fernsehen so schlecht?

Moritz: Das deutsche Fernsehen ist nicht schlecht, es ist mit das beste Fernsehen der Welt. Dass ich kein Fernsehen mache, ist keine Absage an das Fernsehen, sondern eine Zusage ans Fernsehen. Es geht mir um das Erlebnis als solches, der Rezipient schaut aktiv zu und aus dem Schauen entsteht ein Gemeinschaftserlebnis. Menschen sitzen zusammen und verfolgen zusammen diesen Film ähnlich wie beim Theater. Es ist eine bewusste Entscheidung. Wenn Menschen 7 Euro ausgeben und quer durch die Stadt zum Kino fahren, sind sie völlig anders gewillt, etwas wahrzunehmen als wenn du die Glotze ein- und ausmachen kannst.

styleranking: Wie siehst du das Verhältnis von Fernsehen und Film generell? Wie schaut die Zukunft aus?

Moritz: In 15 Jahren wird es keinen Unterschied zwischen Film und Fernsehen mehr geben. So genannte Amphibienfilme, die vom Fernsehen größtenteils co-finanziert werden und sich sowohl für TV als auch Kino eignen, werden immer mehr produziert. Außerdem wird die Interaktivität des Zuschauers immer mehr zunehmen. Unterschiedliche oder alternative Enden sind ja jetzt schon ein großes Thema. Das eigene Mitwirken wird immer entscheidender und das funktioniert auch über Videogames. Du gestaltest vielleicht selbst deinen eigenen Film und bestimmst die Erzählstrukturen. Das ist die Zukunft und das Ganze in 3D.

styleranking: Wie behältst du die Balance zwischen Moritz als einer Werbeikone und Moritz als seriösem Schauspieler? Ist das nicht ein Widerspruch?

Moritz: Nein, das denke ich nicht. Der Glamour- und Beautyaspekt sind vielmehr jahrzehntelang in den Hintergrund gerückt. Das ist auch das ist ein Zyklus, der sich immer wiederholt. Genau diese strahlende Komponente haben Schauspieler wie zum Beispiel Grace Kelly oder Marilyn Monroe in den 40er/50er Jahren verkörpert. Die eigentlichen Topmodels der frühen 80er Jahre haben den Glamourfaktor der Hollywoodstars auf die Straße geholt. Das beginnt sich wieder zu ändern. Das klassische Fimstarbild erfährt gerade ein Comeback. Dieses war eng mit Beauty, Glamour und Klischees verknüpft. Die so genannten Topmodels gibt es heute nicht mehr und wenn es sie gibt, kennt keiner ihre Namen.

Moritz Bleibtreu beim Shooting für den Braun Series 5550 cc

styleranking: Wen assoziierst du mit Topmodels?

Moritz: Die Namen, die ich mit wahren Topmodels assoziiere, liegen 15 Jahre zurück. Heutzutage gibt es bestimmte Models, die man als „Topmodels“ verkauft, die aber nie in Paris über den Laufsteg gegangen sind, sondern Unterhosenwerbung machen. Deswegen sagen dann Leute wie Lagerfeld auch, er habe noch nie von ihnen gehört. Was ich dir nennen kann, sind die Namen der Victoria´s Secrets Unterwäsche-Models. Da würde Yves Saint Laurent mir entgegen: „Topmodel? Hallo? Das ist kein Topmodel, das ist ein Unterwäsche-Model!“ All das ist eine Reaktion auf die Frage, was sich verkaufen lässt und was eben nicht.

styleranking: Die Verknüpfung von Künstler und Produkt kann sinnvoll sein, wenn das Image zur jeweiligen Werbebotschaft passt. Aber birgt die Vermischung von Künstler und Produkt nicht auch Risiken?

Moritz: Auf jeden Fall. Vor einigen Jahren gab es eine Louis Vuitton Kampagne mit Keith Richards. Das wäre vor zwanzig Jahren undenkbar gewesen. In Amerika ist es inzwischen ein Adelsschlag. Wenn du in Amerika als Star keine Kampagne hast, bist du kein Star mehr. Man muss als Schauspieler aufpassen, dass man die Balance behält. Wenn du mehr Werbung machst, als du Filme drehst, bist du kein Schauspieler mehr. Davon bin ich aber noch weit entfernt. Daher würde ich auch nie lügen, wenn ich gefragt werde, was mein Motivationsgrund für die Annahme einer Werbekampagne sei. Denn der Faktor Geld spielt nun einmal eine Rolle.

styleranking: Wie kam es zu der Kooperation mit Braun? Was hat dich gereizt, bei der neuen Kampagne für den Braun Series 5 cc Rasierer mitzuwirken und als Testimonial zu agieren?

Moritz: Ich habe eine Anfrage von Braun bekommen, es kam zu einem Treffen und dort haben wir besprochen, wie die komplette Kampagne, vor allem mit dem Fotografen Rankin aussehen könnte, so dass beide Parteien davon irgendwie einen Nutzen ziehen und glücklich mit dem Konzept sind. Ich hab recht schnell gemerkt, dass es funktionieren kann, weil ich mich in keiner Weise verbiegen muss, sondern ich ganz ich selbst sein kann. Außerdem ist es natürlich so, dass sich die Zeiten geändert haben. Vor zwanzig Jahren hast du als Schauspieler nicht im Traum daran gedacht, sowas wie Werbung in Erwähnung zu ziehen. Das hat sich mittlerweile so massiv geändert. Werbung ist ein Teil der Unterhaltungsmedien geworden. Das mag man gut oder schlecht finden. Ich bewerbe ein Produkt von dem ich überzeugt bin und was bei mir selbst im Badezimmer steht. Daher hab ich kein Problem damit, Werbung zu machen.

styleranking: Du sagst, dass beide Seiten ihren Nutzen davon ziehen. Für dich ist es Öffentlichkeitsarbeit, aber was war denn noch ein entscheidender Reiz, bei der Kampagne mitzuwirken?

Moritz: Nun ja, du musst das Ganze natürlich auch unter der Voraussetzung betrachten, dass solche Kooperationen immer etwas mit Geld zu tun haben, das ist ja logisch. Das Argument Nummer Eins ist in solchen Fällen nun mal der monetäre Faktor. Immer wenn ich als Schauspieler keine Möglichkeit habe, einen Film oder ein Stück zu drehen, also irgendetwas, bei dem ich Menschen emotional involvieren kann und etwas Neues aus mir selbst schaffe, hat das etwas mit Geld zu tun. Lange Jahre hat sich die Werbung an mich nicht herangetraut. Als sich das ein wenig änderte, wurde mir zu Teilen auch sehr viel Quatsch angeboten. Ich hatte viele Angebote auf dem Tisch liegen, aber es hat oft nicht gepasst. Ich habe mich nicht darin wiedergefunden. Mittlerweile sind die Unternehmen aber schlau genug und wissen, wie man mit einem Testimonial umgehen sollte. Wenn alle Faktoren stimmen, also wenn ich daran verdiene, das Unternehmen davon ebenfalls profitiert, dass ich mitwirke, ist Werbung für einen Schauspieler eine tolle Möglichkeit. Das Geld, das ich mit Werbung verdiene, ermöglicht mir, meine Rollenfreiheit zu gewährleisten und auch weiterhin Filme wie "Chiko" zu drehen, bei denen ich nun wirklich kein Geld verdiene. Das ist ein tolles ausgleichendes Moment.

styleranking: Gab es Zeiten, in denen du als Testimonial interessanter oder gefragter warst als als Schauspieler?

Moritz: Das ist zum Glück nie passiert, das ist auch eine Grenze, die man immer berücksichtigen sollte. Als Schauspieler musst du dich über deine Arbeit definieren und nicht über Werbespots, das ist ganz klar. Trotzdem ist es aber so, dass so ein Spot vor 15 bis 20 Jahren etwas gewesen wäre, wo jeder in der Branche gesagt hätte „wie kannst du nur, du verrätst dich und deinen Beruf.“ Wir leben mittlerweile in einer Zeit, in der gerade Filme auch vielmehr als das betrachtet werden, was sie sind, nämlich ein Produkt und das ist auch gut so, denn Filme müssen sich refinanzieren. Damit sich Filme refinanzieren, braucht es ein Selling Argument. Das Selling Argument bei vielen Filmen ist ein Star. Es greift also alles vielmehr ineinander über und solang Werbung ästhetisch visuell und in jeder Hinsicht cool gemacht ist, find ich überhaupt nichts Schlimmes dabei. Ich freu mich darüber, weil es ein Zubrot ist. Es ermöglicht mir und anderen Schauspielern, besser auszuwählen, welche Filme man machen möchte. Dafür sollte es zumindest gut sein, auch wenn es sicherlich Kollegen gibt, die alles unreflektiert mitnehmen, aber für mich bedeutet Werbung, in meiner Rollenauswahl freier agieren zu können.

styleranking: Musst du vertraglich für den Zeitraum der Kampagne mit Braun glatt rasiert bleiben?

Moritz: Nein, ich bin Schauspieler. Ich muss mein Aussehen je nach Rolle verändern können, insofern wäre das unmöglich und kontraproduktiv.

styleranking: Wie verlief der Dreh zur Kampagne mit Rankin? Hast du dich wohlgefühlt bei einem reinen Beauty-Shooting?

Moritz: Rankin ist ein grandioser Fotograf, dem jede Veränderung in deinem Ausdruck sofort auffällt. Mit ihm macht es sehr viel Spaß zu arbeiten. Für mich ist es immer schwierig, vor der Fotokamera zu posen und ich bin immer froh, wenn es vorbei ist, weil es keine richtige eigene Handlung gibt. Das ist eben der Unterschied zum Schauspielern. Beim guten Beautyshot post man ohne zu posen. Die Herausforderung besteht darin, einen Mittelweg zwischen Posing und dem eigenen Wohlgefühl zu finden. Im Lauf der Jahre lernt man allerdings die Figur „Moritz Bleibtreu“ zu verkaufen, so dass man sich einigermaßen mit dem identifizieren kann, was man beispielsweise auf dem roten Teppich vor zig Fotografin abliefert.

styleranking: Wie viele Blicke besitzt du denn für den roten Teppich?

Moritz (lacht): Einen. Das muss reichen. Aber es ist ja schon so, dass man in gewisser Weise eine Rolle spielt. Bei der Braun Kampagne hab ich das Glück, dass ich eine Rolle spielen kann, die mir auf den Leib geschnitten ist, was für die Werbung sehr positiv ist. Das ist der große Unterschied zu Rollen die ich aus Schauspieler auswähle. Das sind Rollen, die mir möglichst nicht auf den Leib geschneidert sind.

styleranking: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg weiterhin.

Braun Series 550 cc

Als kleine Überraschung halten wir für euch nun noch drei Braun Series 5 550 cc bereit.

Werdet einfach Facebook-Fan von styleranking und verratet uns unter diesem Artikel bis zum 29.06.2011, 23.59 Uhr, ob ihr lieber auf Drei-Tage-Bart oder glatt rasierte Haut steht und wieso ausgerechnet ihr den Rasierer gewinnen müsst. Wir freuen uns auf zahlreiche Beiträge und sind gespannt, welche Argumente ihr parat habt. Es gelten wie immer unsere Teilnahmebedingungen.

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück und toi, toi, toi!!!

Moritz Bleibtreu stand Siems Luckwald von Nahtlos, Bente Matthes von edelight und Mia Klöting von styleranking im Hamburger The George Rede und Antwort.

 

16 Kommentare

  • IggiPop
    13.06.2011 um 04:04 Uhr
    Meiner Meinung nach sollten nur Babypopos und Frauenbeine glatt sein! Einem Mann wachsen nunmal Haare im Gesicht, die ihm Konturen, Ecken und Kanten verleihen und die ihn von einem Bubi unterscheiden. Selbstverständlich sollte aber jede Gesichtsrasur gepflegt sein. Ich finde die Braun-Kampagne mit Moritz Bleibtreu ziemlich cool und würde den Rasierer, den Moritz empfehlt, gern ausprobieren.
  • pizzabotin
    14.06.2011 um 11:57 Uhr
    Schönes Interview. Ich wusste gar nicht, dass Moritz so ein Superpapa ist. Aber ehrlich gesagt sieht er eher so aus, als ob er sich nass rasiert als mit einem elektrorasierer. oder nicht?
  • Morgenmuffel_deluxe
    17.06.2011 um 08:39 Uhr
    Mein Gesicht ist jeden Morgen glatt rasiert, das steht mir einfach gut. Bartstoppeln entfremden eher meinen Look. Jedoch gibt es Männer, denen so ein 3-Tage-Bart einfach super steht und das Gesicht schmückt. Ich kenne da auch einen, wo ich die Gesichtsbehaarung wirklich zu schätzen weiß :)
  • Cappuccina
    21.06.2011 um 04:37 Uhr
    Ein Mann mit einem Bart ist eine Zierde seiner Art.

    Drum sollte Mann partout vermeiden sich Haare
    im Gesicht zu schneiden.

    Sooo würde es mein Papa formulieren.... Naja...aber um ehrlich zu sein, rasiert er sich ja auch... vor allem am Hals.... Außerdem finde ich sehen Männer ohne Bart jünger aus...bei meinem Papa wäre das doch nicht schlecht! Mit 60 wie vielleicht 50 auszusehen... deshalb würde ich ihn gerne mit dem Rasierer überraschen zu seinem Geburtstag..er hat nämlich schon bald im August....

    Bei anderen Leute ist mir egal ob mit oder ohne Bart, aber wenn ich einen Freund hätte, der sollte sich schon rasieren...sonst pieckst das so beim Knutschen :-)

    Viele geschmeidige Grüße

    Cappuccina... bin übrigens ein treuer Facebook-Leser von euch :-)
  • Sven S.
    21.06.2011 um 08:41 Uhr
    Ich rasier mich leider täglich. Darüber beschwert sich meine Freundin kläglich! Das Bad sieht immer danach aus, sie jagt mich immer ganz schnell raus! :-) Mit dem Braun hätte ich eine schnelle Rasur und sie gelingt mit viel Bravur!

    Da ich in meinem Beruf nicht mit 3-Tage-Bart rumlaufen kann, genieße ich diesen Luxus immer übers Wochenende oder im Urlaub :-) Rein technisch finde ich 3-Tage-Bart besser, weil man einfach nicht jeden Tag rasieren muss.

    Außerdem finde ich, dass ein Bart männlich ist. So aalglatte Männer, die von oben bis unten rasiert sind, findet meine Freundin sogar abstoßend... sehe ich genauso - erinnert mich an die Pubertät, einfach kindlich!

    Viele sagen immer Haare sind nicht hygienisch. Das finde ich nicht! Z. B. mit Haare unter den Achseln dringt der Schweißgeruch viel später erst an die Luft. Außerdem muss man ja keine meterlangen Haare unter den Armen haben. Die kann man ja auch stutzen! Und Deo benutzt sowieso JEDER! Und zum Schluß! Mit Haare gefällt meiner Haut besser! :-)

    Soo! Ich würde gerne den Braun Series 5 550c gewinnen, dass meien Freundin nicht mehr mit mir schimpft, wenn ich das Bad wegen Rasieren blockiere... ich habe nämlich nur einen Nassrasierer!
  • Moses
    21.06.2011 um 10:32 Uhr
    Ich habe sehr zarte Haut und normalerweise komme ich nur mit einer Nassrasur klar. Bei mir hat noch nie ein Trockenrasierer funktioniert. Ich würde den Braun gern einmal testen, ob er wirklich besser ist als die anderen, die bei mir immer Püstelchen verursacht haben. Ich möchte teilnehmen, weil ich jetzt einen Job angetreten habe, der es erfordert, dass ich mich jeden Tag rasiere - bislang hab ich es im Hinblick auf meine empfindliche Haut nur jeden zweiten Tag gemacht. :-)
  • Kerstin Seemann
    21.06.2011 um 10:46 Uhr
    also, ich finde einen gepflegten 3 Tage Bart unheimlich sexy...aber nur bei dunklem Barthatt und Hauttyp! Glattrasiert ist natürlich auch klasse, aber die Haut muss glatt und gepflegt sein! Mein Mann kann dringend den tollen Rasierer gebrauchen, denn sein jetziger ist alt und irgendie liefert er kein zufriedenstellendes Ergebnis ab, rasiert nicht gründlich...
  • brigitta
    22.06.2011 um 05:54 Uhr
    Ich stehe absolut auf Glattrasiert. Mein Freund leider auf Dreitagebart. Dabei glaube ich aber eher, das es nicht unbedingt am Stil liegt, sondern an einer gewissen Rasierallergie. Ich habe ja die Hoffnung, wenn ich ihm den Rasierer in die Hand drücke, das er dann auch auf Glattrasiert steht.
    Deswegen würde ich ihn gerne gewinnen ;)
  • Anastasia
    25.06.2011 um 10:36 Uhr
    Am liebsten ist mir gar kein Bart. Ich stehe auf Männer mit glatt rasierter Haut, weil ich eine sehr zarte und empfindliche Haut habe. Die glatte Haut gehört für mich zum perfekten Look dazu.
    Ich würde ich ihn gerne gewinnen, um meinem Freund ( und mir selbst:) ) ein tolles Geschenk zu machen.
  • Claudi
    26.06.2011 um 07:32 Uhr
    eindeutig glattrasiert:

    da ich sehr empfindliche Haut habe reagiere ich schon auf Wangenküssen bei Männern gezwiespalten, da es meistens juckt und kratzt ! Bei meinem Freund haben wir aufgrund meiner empfindlichkeit auch schon verschiedene Rasierer getestet: Einwegrasierer, elektrische Rasierer, Nassrasieren mit Klinge es ist eine ewige Odysee bis ich zu meinem Urteil auch nach vielen Stunden komme : sorry aber dein Gesicht pickt ! wir sind bis heute nicht zu einer zufriedenen Lösung gekommen, was die Zeit und den Aufwand reflektiert wir hoffen natürlich dass der Braun Rasierer in meine Hände kommt, dann könnte ich mal schön den Rasierer in seine Hände überreichen und ein neues Urteil fällen - es wäre nur zu schön, den Mann auch nach vielen Stunden auf die Wange oder das Kinn zu küssen - ja liebe Rasierindustrie ihr fördert auch die Zuneigung von Menschen zueinander und über das Interview möchte ich mich jezt schon bedanken - das neue Gesicht von Braun enspricht absolut meinem Trend glattrasiert und von den Bildern wage ich zu entnehmen, daß er auch einen starken Bartwuchs hat.
  • Marlon
    26.06.2011 um 12:32 Uhr
    Ich mag es lieber Glatt aber meine Freundin liebt meinen 3 Tage Bart. Sie kratz mir den immer meinen Kinn und ich liebe es und es entspannt mich.
  • Gabriela Groß
    27.06.2011 um 20:37 Uhr
    ich steh schon auf drei Tagebart, aber irgendwann ist gut, drum her mit dem starken Teil! FB Fan bin leider nicht, habe dort kein Account :(
  • Baerbel
    28.06.2011 um 09:48 Uhr
    Ein gepflegter Bart ist einfach nur toll.
  • Anja
    28.06.2011 um 21:44 Uhr
    Ich stehe auf total glatt rasierte Haut. Denn die Stoppeln verursachen bei mir Juckreiz und Pickel. Außerdem fühlt sich eine absolut glatt rasierte und gepflegte Haut traumhaft schön an. Leider ist der Rasierer meines Freundes schon asbach uralt, so dass er dringend einen neuen bräuchte, damit ich wieder meinen super schön rasierten Körper an ihm bekomme
  • Denise
    29.06.2011 um 12:28 Uhr
    Ich liebe einen gepflegten Bart bei Männer es ist einfach nur Sexy.
  • Jochen
    04.07.2011 um 20:02 Uhr
    Vorab @Sven - ich darf z.B. kein Deo benutzen, da es bei mir die Poren verstopft und sich die Talgdrüsen entzünden und walnussgroße, innenliegende Tumore bilden - wurde schon 3 x operiert - danach hatte ich endlich einen gescheiten Hautarzt, der mir sagte dass Deo der Hauptverursacher ist;)

    Somit mag ich alles fein rasiert - außer im Gesicht, da kann ich mir einen 3-Tage-Bart leisten, auch im Job und so fühle ich mich am wohlsten ;) Bis dato rasiere ich nur nass, hatte schon ewig keinen Elektrorasierer mehr. Den letzten vielleicht vo 15 Jahren und der war ehrlich gesagt nicht so berauschend ;)Ich denke mal, dass die Entwicklung in dieser Zeit Quantensprünge hingelegt hat und ich würde mit dem Braun Series 5 550 cc gerne einen neuen Versuch starten :)))

Neuer Kommentar

Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Anzeige
Two for Fashion

Aktuelle Gewinnspiele

Erbeutet den ausgezeichneten Hugo Red Herrenduft plus GQ-Jahresabo

Style-Voting

Welcher Look gefällt dir besser?



Fashion Videos

styleranking auf Facebook