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Überflüssig: Vox startet Konkurrenzformat zu Germany's next Topmodel
Gepostet am 31.08.2011 von Roland
Der Sender Vox hat heute angekündigt, eine Konkurrenz zu Germany's next Topmodel by Heidi Klum zu starten. Gesucht wird "das perfekte Model". Das Format ist überflüssig.
Es gab Jahre, da wurde einmal im Jahr Miss Germany gewählt. Und das war etwas Besonderes. Im Fernsehen folgte mit dem Einzug der Privatsender auch die Inflation von Formaten, bei dem jemand gekürt wird. Zuerst mussten sich in Talkshows Gäste mit Dreck überkübeln. Als das nicht mehr reichte, gab's beim Zappen so viele Gerichts-Shows, dass man denken konnte, die ganze Bundesrepublik befände sich in einem andauernden Privatrechts-Streit.
Mit Big Brother konnte man dann Menschen beim Staubsaugen oder Abspülen zuschauen. Und nicht nur das.
Irgendwann dominierten so viele Contests und Casting-Formate die Glotze, dass man sich nicht einmal mehr die Namen der Sendungen - geschweige denn der ganzen Gewinner - merken konnte. Daneben entwickelte sich eine Kultur der Millionärs-Quizze. Das ganze Leben ist ein Quiz - zumindest für den Zuschauer.
Ein Format, das sich zwischen Dschungelcamp, Alm, DSDS und Co. doch ganz gut etabliert hat, ist Germany's next Topmodel by Heidi Klum. Natürlich gibt es auch an Model Mom’s weekly viel zu kritisieren - unbestritten ist jedoch, wie erfolgreich das Format ist. Top-Einschaltquoten, eine Werbeauslastung, von denen viele andere TV-Sendungen träumen dürften, lediglich der monotone Ablauf der Sendereihen nervt inzwischen doch ein bisschen. Umstyling, Fotoshooting mit Tieren – alles schon gesehen. Jetzt will Vox all das besser machen, tönt damit, das Format sei ernsthafter und liebevoller als die Klum-Serie. Gut gebrüllt. Aber will das jemand anschauen? Sicherlich nicht.
Nur weil ein Format gut funktioniert, heißt das noch lang nicht, dass man ein zweites mit nahezu identischem Konzept braucht. Es schreit nach Einfallslosigkeit, wenn man den Zuschauern und den Werbekunden nicht mehr als ein Copycat präsentieren kann und anbietet. Die Casting-Formate nerven. Heidi Klum besitzt gerade wegen ihrer besonderen Art, an der sich viele auch stoßen können, einen gewissen Kult-Charakter. Man mag sie - oder man regt sich über sie auf. Auf jeden Fall schaltet man ein. Zweitformate hingegen haben noch nie jemanden vom Hocker gerissen. Weder Stefan Raabs Modelsuche noch Paymans Model-WG.
Das Ganze seriöser zu gestalten, wird nicht gelingen. Was macht denn ein Privatfernsehen aus? Trash, Zickenkrieg und Kakerlaken. Wer das kopiert und als Innovation verkauft, der sollte sich den Werbekunden und vor allem dem Zuschauer gegenüber schämen.
Wir fragen nun: Wer soll in der Jury sitzen? Angeblich sind zwei 1A-Kandidaten schon gefunden.
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4 Kommentare

31.08.2011 um 14:13 UhrEs braucht einen Mutigen, der die Wahrheit mal ausspricht, du sprichst mir jedenfalls aus der Seele! Wer braucht diese volksverdummenden Formate im TV noch??? Der Trend zu billig produziertem Tratsch-Sensations-TV, für das wir uns alle nur fremdschämen müssten, ist wirklich traurig! Ich wünschte mir weniger kleine Topmodel-Mädchen im TV, die von einer vermeintlich großen Karriere träumen und am Ende doch nur mit viel Glück als halbseidene Moderatoren im Privatfernsehen enden und dafür mehr Qualität und Bildung im Fernsehen!
31.08.2011 um 14:26 UhrVorverurteilungen sind immer sehr gefährlich. Was ist denn, wenn es richtig gut wird?
31.08.2011 um 14:26 UhrNö, find ich gar nicht. Wer Bildung will, sollte einfach andere TV-Sender anschauen. Geklaut wird sowieso immer, im Zweifel in Amiland...oder einfach Glotze aus machen.
Christoph
12.11.2011 um 19:06 UhrAn den Bewerbungsregeln ist mir besonders aufgefallen, dass auch Models willkommen sind, die bereits einen Modelvertrag haben.
Somit konkurrieren gleich von der ersten Staffel an blutige Anfänger mit erfahrenen Modelprofis und der Einstieg ins Modelbiz nur über diese Sendung wird für Anfänger noch schwerer werden. Was denkst Du darüber?
