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Nach dem Weekdaydebakel - zurück zu Normal
Gepostet am 25.10.2011 von Lisa
Berlin, Lisa Thiele (Text und Photos)
Am Sonntag dürften die Mitarbeiter des Weekday-Stores in der Friedrichstraße in Berlin den Schock ihres Lebens erfahren haben. Via Facebook hatte der Shop zum verkaufsoffenen Sonntag zum Vintage Sale eingeladen. Der Erfolg der viralen Werbeaktion wurde dem Store zum Verhängnis. Über 2000 Zusagen bei Facebook kündigten eine große Menschenmenge an. Die Veranstalter hatten das sicherlich nicht bedacht oder als problematisch wahrgenommen und so strömten die jungen Schnäppchenjäger unkontrolliert beim Einlass in die verglasten Verkaufsräume.

Wie es nun genau kam, dass die Stimmung kippte und aus den Modejunkies eine rücksichtslose Meute wurde ist nicht erklärbar. Es wurde gedrängelt, geschubst, gegrabscht. Von Shoppen war dann bald keine Minute später mehr etwas zu sehen. Die SItuation eskalierte vollends: Kunden kletterten zunächst Schutz suchend auf die Regale, später stiegen junge Besucher auf die raumhohen Regale, schmissen Jeans von oben herab. Da ein Verkauf nicht mehr möglich war und etliche auf ihre Schnäppchen zu bestehen schienen, entschieden sie sich Warenberge einfach aus der Filiale zu tragen oder durch die geöffnete Tür nach draußen zu werfen.

Bereits einen Tag nach dem katastrophalen Facebookevent ist im Laden wieder alles hergerichtet
Das seitens der Veranstalter nicht die nötigen Vorkehrungen - zum Beispiel durch ein Leitsystem und kontrollierten Einlass - getroffen wurden, ist nicht von der Hand zu weisen. Aber wie eine Situation bei einem Sale dermaßen eskalieren kann, dürfte nicht nur den Mitarbeiter des Weekday-Stores einen Schock verpasst haben. Die Situation wurde unkontrollierbar, die schlechten Kommentare auf der Facebookseite von Weekday und der Veranstaltung hagelten ohne Unterlass darnieder. Nach einem solchen Debakel schien der skandinavischen Kette nun auch noch ein Shitstorm und erheblicher Imageschaden bevor zu stehen. Um die ganze Situation noch zu verschärfen, veröffentlichte eine Mitarbeiterin auf ihrem Blog einen Beitrag indem sie die Situation für die Kunden lächerlich machte.

Die Stellungnahme von Weekday folgte prompt auf der Facebookseite des Unternehmens
Weekday reagierte prompt und direkt mit einer sachlichen Entschuldigung auf der Facebookseite. Der Store wurde mit einem respektablen Aufwand wieder hergerichtet, so dass bereits am folgenden Tag der Laden wieder geöffnet werden konnte. Der Blog der Mitarbeiterin ist inzwischen komplett aus dem Netz genommen worden. Weekday richtet auch online die durcheinander geratenen Klamotten wieder her und präsentiert Photos vom wieder aufgebauten Store. Ansonsten hält sich das Unternehmen bedeckt und reagiert nicht auf die Kommentare und Einträge bei Facebook. Im großen und ganzen eine professionelles Krisenmanagement. Dennoch hätte man dieses Ereignis vermeiden müssen. Den Mitarbeitern und dem Management gebührt dennoch Respekt für den Einsatz, die schnelle Reaktionsfähigkeit und das Durchhaltevermögen. Wir wünschen alles Gute und in Zukunft keine Massenkarambolagen dieser Art mehr, egal bei welchem Sale.
Weekday Berlin Vintage Sale Oktober 2011 from DT64 on Vimeo.
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2 Kommentare

25.10.2011 um 10:32 UhrWeekday sollte sich was schämen. Und die Mitarbeiterin, die auf ihrem Blog über die Kunden gelästert hat, fristlos kündigen.
26.10.2011 um 15:09 UhrKrass! Eigentlich kann man das doch besser. Siehe H&M, da geht auch alles, selbst bei großen Andrang, seinen Gang, wenn die Designerkollektionen in die Läden kommen.
