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Des Kaisers neue „Billig“-Kleider
Gepostet am 26.01.2012 von Tanja Kuchenbecker
Tanja Kuchenbecker/Paris
Karl Lagerfeld scheint einfach zu wenig zu tun zu haben. Chanel, Fendi, Hogan, das ist ihm noch nicht genug. Deshalb hat er jetzt in Paris eine Kollektion für die Kundinnen vorgestellt, die sich weder Chanel noch seine Linie Karl Lagerfeld leisten können. Gleichzeitig hat er seinen neuen Showroom im Pariser Viertel Saint-Germain-des-Prés eingeweiht. Wie schafft man das Mammutprogramm? „Kaaal“, wie sie ihn in Frankreich nur nennen, schläft einfach wenig.

Der Eingang zum neuen Showroom. Alle Fotos: styleranking

Der Showroom mit der neuen Kollektion.
Die Zweitlinie gibt sich ganz jung, hört nur auf seinen Vornamen „Karl“. Der deutsche Designer verkauft die Kollektion nicht in Geschäften, sondern über den Online-Shop Net-a-Porter. Rund 70 Teile umfasst die neue Linie, die für dieses Frühjahr und den Sommer gedacht ist: Lederjacken, T-Shirts mit Karl-Aufdruck, Jeans mit seinem Kopf, schmale Reißverschlusskleider, alles dominiert von Lagerfelds Lieblingsfarben Metallic, Schwarz und Weiß.
Karl liebt es, sein eigenes Bildnis zu sehen, deshalb sind viele Stücke mit seinem Konterfei geschmückt. Ganz dynamisch und jung gibt er sich auf T-Shirts, aber auch Jeans sind mit Hunderten von Karl-Köpfen verziert.

T-Shirts mit Karl.
Eine limitierte Abendlinie ist auch zu haben:

Nun kommen wir mal zu den Preisen, ich hatte sie euch als „billig“ angepriesen. Sie ist mit Preisen zwischen 50 und 300 Euro schon wesentlich erschwinglicher als die neuen Haute-Couture-Kreationen von Chanel, die Lagerfeld gerade in Paris gezeigt hat. Einiges ist teurer, so die Lederjacken für 900 Euro und Abendkleider, die bis zu 4500 Euro kosten. Ganz billig ist das natürlich immer noch nicht. Er nennt das „Masstige“, einer Wortneuschöpfung aus Masse und Prestige. Eine Kollektion für Herren ist auch bald geplant. Nur ein Karl-Stoffbeutel ist schon für 19 Euro zu haben. Seine Devise hat er gleich darauf gedruckt: „I only wear the latest thing. It´s my job.“
Bilder aus dem Showroom in Paris:

Schuhe mit Nieten.

Pailletten und Metallic.
Die neue Karl-Kollektion wurde auch in temporären Windowshops in Paris, Berlin, New York, London und Sydney vorgestellt. In Paris drängten sich die Massen vor dem Laden mit den schwarzen Karl-Luftballons.

Temporärer Shop auf dem Boulevard Saint-Germain in Paris.
Und hier bekommt man die Karls.
Tanja Kuchenbecker berichtet aus Paris über Politik bis Prêt-à- porter, unter anderem für das Handelsblatt, den Axel Springer Verlag und N24 und ist Buchautorin von Le Fettnapf: Wie ich lernte, mich in Frankreich nicht zum Horst zu machen
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