Fakten zum Sonnenbaden

11 Sonnenschutz-Mythen: Welche stimmen und welche nicht

Katrin Völkner
Von Katrin Völkner
15.08.2017 / 11:30 Uhr

Eincremen, Bikini überstreifen und den ganzen Tag in der Sonne liegen – eine Wunschvorstellung, die sich wohl erstmal nicht erfüllt. Wir räumen mit den größten Mythen zum Thema Sonnenschutz auf und sagen dir, wie du aus dem Sommerurlaub mit sexy gebräunter und vor allem gesunder Haut wiederkommst.

1. Manche Sonnencremes halten den ganzen Tag

Theoretisch ja, praktisch leider nein. Denn auch wenn manche Firmen mit wasserfesten und 12-Stunden-Cremes werben: So leicht funktioniert Sonnenschutz nicht. Denn sobald man schwitzt oder sich nach dem Sprung ins Meer abtrocknet, verschwindet ein Teil der Creme und der Schutz ist an diesen Stellen weg. Selbst bei liposomaler Sonnencreme (z.B. von Daylong), die sechs bis zwölf Stunden halten soll, ist Nachcremen Pflicht.

Auch wenn deine Lotion Sonnenschutz für den ganzen Tag verspricht: Öfters mal Nachcremen geht schnell und du kannst deinen Urlaub ohne Sonnenbrand genießen!   Copyright: Vichy

2. Vorgebräunte Haut braucht keinen Schutz

Falsch! Auch nach einer Woche am Strand ist Sonnenmilch noch ein Muss. Und zwar mit dem gleichen Lichtschutzfaktor (LSF) wie zu Beginn des Urlaubs. Die Haut gewöhnt sich nicht an die Sonne. Ob vorgebräunt oder nicht – dein Hauttyp bestimmt, wie empfindlich du bist. Eincremen sollten sich übrigens auch dunkelhäutige Menschen. Sie haben allerdings eine höhere Eigenschutzzeit von über 90 Minuten und der empfohlene LSF ist mit 6 bis 10 relativ niedrig.

3. Am besten lässt sich Sonnencreme mit Sprühkopf auftragen

Am einfachsten schon, am effektivsten auf keinen Fall. Denn die meisten tragen mit einer Sprühflasche zu wenig Sonnencreme auf. Ein durchschnittlicher mitteleuropäischer Hauttyp bräuchte 150 Sprühstöße, um ausreichend vor der Sonne geschützt zu sein! Überhaupt verwenden die meisten Strandurlauber laut Untersuchungen zu wenig Sonnencreme. Merke dir als Richtwert einfach drei Esslöffel für den ganzen Körper. Damit bist du gegen Sonnenstrahlen gut geschützt.

4. Fürs Gesicht genügt Make-up als Sonnenschutz

Dieser Mythos ist dafür verantwortlich, dass sich viele im Gesicht erst gar nicht eincremen. Ein fataler Fehler. Denn Make-up schützt in vielen Fällen vor UVB-Strahlen und somit vor Sonnenbrand, nicht aber vor UVA-Strahlen. Diese sind mit für die Hautalterung verantwortlich und – viel schlimmer noch – können Hautkrebs verursachen. Fazit: Nach der Tagespflege und vor dem Make-up immer auch einen Sonnenschutz auftragen!

5. Gesunde Ernährung schützt vor Sonnenbrand

In gewissem Maße schon! Tomatensaft zum Beispiel enthält Lypocin, ein Stoff, der wie Sonnenschutz von innen wirkt. Obst und Gemüse ist voller Antioxidantien, die die Abwehrkräfte stärken und – wenn du dir doch mal einen Sonnenbrand geholt hast – die Heilung unterstützen. Außerdem helfen sie bei einer Sonnenallergie (auch unter Mallorca-Akne bekannt). Aber Vorsicht: Trotz der vitaminreichen Helfer bleibt dir die Sonnenmilch nicht erspart!

6. Im Schatten braucht man nicht so viel Sonnenschutz

Stimmt. Besonders in der Mittagshitze sollte man die Sonne meiden und sich lieber drinnen oder im Schatten aufhalten. Eincremen solltest du dich im Schatten aber trotzdem. Denn circa 50 Prozent der Strahlen gelangen auch unter Schirm oder Palme an deine Haut. Und sogar durch Glas – also unbedingt eincremen, wenn du drinnen bist! Ein bewölkter Himmel ist übrigens besonders tückisch. Auch wenn die Sonne nicht zu sehen ist, gelten dieselben Regeln wie bei blauem Himmel und Sonnenschein.

7. Je höher der Lichtschutzfaktor, desto besser

Jein. Ein hoher Lichtschutzfaktor von 50 ist zwar gut und hält besonders lange, verleitet aber dazu, die Creme zu sparsam aufzutragen. Was tun? Lieber einen LSF von 30 verwenden, dabei ausreichend Creme verwenden und alle zwei Stunden nachcremen.

8. Nochmal eincremen – doppelt so lange sonnen

Einer der größten Irrtümer, wenn es um Sonnenschutz geht! Bitte unbedingt merken: Wenn man die Sonnenmilch noch einmal aufträgt, sichert man nur den Schutz, man verlängert ihn aber nicht. Beispiel: Wenn du LSF 15 verwendest, wird er durchs Nachcremen nicht automatisch zu LSF 30. LSF 15 besagt, dass du an diesem Tag 15 mal so lange in der Sonne bleiben kannst wie die Eigenschutzzeit deiner Haut beträgt. Das wären bei einer durchschnittlich hellen Haut 15 mal 10 Minuten, also zweieinhalb Stunden.

9. Mit LSF 50+ bleibt man käseweiß

Falsch, auch mit hohem Schutz kann man knackig braun werden. Denn der LSF sagt nur etwas darüber aus, wie lange man in der Sonne bleiben kann, nicht wie braun man wird. Mit einem hohen Lichtschutzfaktor schützt du dich vor Sonnenbrand und Hautkrebs und erzielst auf Dauer eine gesunde, tiefe Bräune.

10. Verschiedene Produkte für Gesicht und Körper sind reine Abzocke

Wer der Kosmetikindustrie das unterstellt, hat schlichtweg keine Ahnung. Sonnenmilch für den Körper kann im Gesicht aufgetragen, die Augen reizen und lässt sich schwer verteilen. Spezielle Cremes sind auf die empfindliche Gesichtshaut abgestimmt. Zudem sollte man für die Lippen einen Sunblocker verwenden, um kleinen Fältchen vorzubeugen. Und auch Sonnenschutzspray fürs Haar ist sinnvoll. Es schützt und pflegt die Haare und bewahrt sie vor dem Verblassen.

Spezielle Gesichtscremes sind kein Marketing-Gag, sondern machen wirklich Sinn. Die neueste Kreation von Vichy Idéal Soleil Anti-Unreinheiten schützt vor den Strahlen und pflegt unreine Haut.   Copyright: Vichy

11. Après-Sun-Produkte sind so wichtig wie die Sonnenmilch

Absolut, wenn du deine Urlaubsbräune lange behalten willst. Denn sie versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und schützen davor, dass sich Hautschüppchen ablösen und die Haut fleckig oder fahl erscheint. Der Teint bleibt dank Après-Sun-Lotion also nicht nur länger braun, sondern sieht dabei auch gesund aus. Der Unterschied zu normalen Bodylotions ist übrigens, dass Après-Produkte beim Auftragen dank der enthaltenen Feuchtigkeit kühlen. Außerdem beinhalten sie beruhigende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Aloe Vera in höherer Konzentration.

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