Beauty-Kolumne

Häufige Haar-Mythen und was wirklich dahinter steckt

Leni Garibov
Von Leni Garibov
19.06.2016 / 13:00 Uhr

„Spliss kann man reparieren“

Kaputte Spitzen sind das, was lange Zeir zwischen mir und einer langen Löwenmähne stand. Die Tatsache, dass ich deshalb in der Vergangenheit unweigerlich auf einen Longbob umsteigen musste, dürfte die beste Antwort auf die Frage sein, ob Spliss sich denn reparieren ließe: Leider nein! Sind die Spitzen einmal kaputt, hilft auch das teuerste Serum nicht weiter – die feinen Fasern, in die sich die einzelnen Haare aufteilen, lassen sich mit keinem Mittel der Welt wieder zusammenkleben. Anstatt also auf Werbeversprechen hereinzufallen und in vermeintliche Wundermittel zu investieren, wenn sich der Spliss schon längst ausgebreitet hat, lohnt eher das Vorbeugen mit einem pflegenden Produkt – oder ein regelmäßiger Besuch beim Friseur. Dass diese Haarroutine sich bezahlt macht, verrät mein zur Langhaarfrisur gewachsener Longbob!

„Föhnen ist schädlich für die Haare“

Jein. Klar ist es nicht gerade die beste Idee, den Haartrockner auf die heißeste Stufe zu stellen und sich damit fast alle Haare zu verbrennen. Allerdings ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, Lufttrocknen sei die gesündeste Variante für die Mähne. Durch den leicht erhöhten pH-Wert wirkt das Wasser alkalisch auf die Haare, was sie aufrauen und stumpf aussehen lassen kann. Vorbeugen kann man durch säurehaltige Spülungen – zum Beispiel mit Essig oder Zitronenwasser – oder Föhnen auf einer niedrigen Stufe und mit ausreichend Abstand zur Haarpracht.

Du träumst von langen, gesunden Haaren? Dann sollte die entsprechende Pflege zu deiner täglichen Beautyroutine gehören.   Copyright: Leni Garibov

„Die Haarkur wirkt besser, wenn man sie länger einwirken lässt“

Es ist mit Sicherheit nicht verkehrt, einer pflegenden Kur etwas Zeit zum Einwirken zu lassen. Die meisten modernen Produkte sind aber so konstruiert, dass sich ihre volle Wirkung innerhalb kürzester Zeit entfaltet und nur wenige Minuten nötig sind, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen. Länger ist also nicht immer gleich besser – wer das Maximum aus der Kur rausholen möchte, sollte lieber auf Wärme setzen. Einfach ein Handtuch um die behandelten Haare wickeln oder die Kur während eines Saunabesuchs auftragen.

„Häufiges Bürsten macht die Haare kaputt“

Ein typischer Fall, der sich weder bejahen noch verneinen lässt. Denn auch hier kommt es darauf an, wie und womit man bürstet. Fakt ist, dass kaputte Borsten oder harte Kammzinken die Haaroberfläche schädigen können. Allerdings sollte man auf das Bürsten auch nicht komplett verzichten, da sich gerade trockene Spitzen schnell verknoten und somit erst recht abbrechen. Durch langsames, schonendes Bürsten mit weichen oder Naturhaarborsten verteilt sich der natürliche Talg in den Längen und sorgt somit für mehr Glanz und Geschmeidigkeit.

„Nach dem Schneiden wachsen die Haare schneller nach“

Man kennt dieses Phänomen vom Rasieren: Kaum gleitet die Klinge über die Haut, scheinen die Haare nur noch so zu sprießen. Und doch täuscht der Eindruck. Tatsächlich befinden sich alle Haare in einer bestimmten Wachstumsphase, die sich nicht von einem neuen Schnitt oder einer frischen Rasur beeinflussen lässt. Wer eine lange Wallemähne züchten möchte, sollte aber trotzdem nicht auf regelmäßiges Spitzenschneiden verzichten. Der regelmäßige Gang zum Friseur sorgt dafür, dass deine Haarenden gesund bleiben und nicht vorzeitig abbrechen.

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