Gründer Tolga und Stéfan im Beauty Talk

blush hour: „Mit unserer Foundation siehst du aus wie mit Photoshop bearbeitet“

18.02.2018 / 11:00 Uhr

Manchmal kommen die besten Ideen einfach über Nacht – so empfinden es zumindest die Make-Up Artists Tolga Güner und Stéfan Illenseer. Die beiden grübelten lange über den passenden Namen für ihr Label, bis die Eingebung sozusagen im Schlaf kam: blush hour soll ihre Marke in Zukunft heißen. Aus diesem Traum wird Realität. Tolga und Stéfan gründen die blush hour Academy und haben jüngst ihre eigene Kosmetiklinie blush hour cosmetics im Düsseldorfer Store gelauncht. Gemeinsam kreieren Tolga und Stéfan mehr als hundert verschiedene Produkte von der Foundation über Lip Creams bis zum Highlighter.

Im urban anmutenden Concept Store von blush hour wird geschminkt, frisiert, geshoppt und geteached – ein Konzept, nach dem Beauty Addicts sonst vergeblich suchen. styleranking trifft die Gründer zum Interview und spricht mit ihnen über die Make-up-School, blush hour cosmetics und ihren Draht zu Influencern wie Carmen von Carmushka.

Redakteurin Tamara interviewt die Gründer Tolga Güner und Stéfan Illenseer von dem Concept Store und der Akademy blush hour. Copyright: styleranking

styleranking: Welche Ziele verfolgt ihr?

Tolga Güner: Ziel ist es, ein Statement in Deutschland zu setzen. Wir wollen als Make-up-Artist-Akademie Marktführer sein und das haben wir auch geschafft. Wir wollen diese Branche revolutionieren. Von Anfang an lautet mein Spruch: Ich möchte das deutsche MAC werden.

styleranking: Was steckt hinter der Idee?

Tolga Güner: Die Konzepte in Deutschland waren veraltet, es wurde nicht am Zeitgeist geschminkt. Es wurden Techniken beigebracht, die einfach nicht mehr modern sind. Ziel ist es, eine Make-up-Artist-Ausbildung zu kreieren, die für jeden bezahlbar ist. Dadurch können wir vielen jungen Menschen ermöglichen, ihrem Traumjob nachzugehen. Wer bei blush hour gelernt hat, der kann nachher etwas.

styleranking: Gibt es an der Academy auch männliche Schüler?

Stéfan Illenseer: Im Moment habe ich hier 48 Schüler, davon ist einer ein Mann. Die Männerquote ist also gering.

„Wir haben jedes Produkt vom ersten bis zum letzten Wirkstoff erarbeitet“

styleranking: Gibt es etwas, womit eure Kosmetiklinie heraussticht?

Tolga Güner: Das Besondere ist, dass sie sehr gut pigmentiert ist. Ich bin ein absoluter Fan von unserer Foundation. Sie hat eine Formel, die wir selbst entwickelt haben. Wenn du dich damit schminkst, ist dein Hautbild sehr glatt, die Poren wirken feiner. Durch die lichtreflektierenden Pigmente siehst du aus wie mit Photoshop bearbeitet.

Stéfan Illenseer: Wir haben jedes Produkt vom ersten bis zum letzten Wirkstoff erarbeitet. Jedes Puderpigment ist unseres. Jeder Duftstoff ist unserer. Wir arbeiten mit Laboranten und Chemikern zusammen, die dann unsere Wünsche erfüllen, wie ein Produkt sein soll. An unserer Foundation haben wir so lange gearbeitet, bis wir gesagt haben: Sie ist besser als die Beste, die wir auf dem Markt kennen.

styleranking: Wie beschreibt ihr euer Produktdesign?

Tolga Güner: Urban Chic, Industrial Glam.

styleranking: Für welche Zielgruppe eignet sich euer Make-up?

Stéfan Illenseer: Unser Make-up ist für jeden gedacht. Wir haben an jungen Mädels, die eine makellose Haut haben, und an älteren Damen getestet. Erst als wir gesagt haben, dass jeder das verwenden kann, waren wir uns sicher: Jetzt ist es auch gut. Wir haben versucht unsere Aufmachung so zu gestalten, dass es jeden anspricht, dass es zeitlos ist. Ein junges Mädel, aber auch eine ältere Dame soll sich mit dem Make-up wohlfühlen.

styleranking: Ihr arbeitet auch mit Influencern zusammen. Was erhofft ihr euch davon?

Tolga Güner: Mit den ersten Influencern haben wir durch Gewinnspiele zusammengearbeitet. Da war eine Gewinnerin dabei, aus der dann eine Bloggerin wurde. Sie war im Prinzip die Erste. Und dann hat das angefangen, dass uns viele Influencer angeschrieben haben oder bei uns Termine vereinbart haben und hier waren. Wir hatten da noch gar keine Kooperation. Die Influencer kamen einfach so rein, als ganz normale Kunden. So hat das angefangen mit den Influencern. Dann hat sich irgendwann eine Freundschaft zu den Mädels entwickelt. Eigentlich haben wir nur freundschaftlich zusammengearbeitet.

Stéfan Illenseer: Wir haben das Glück gehabt, dass wir recht früh mit der Influencerszene in Berührung gekommen sind. Als Influencer noch gar keine Influencer, sondern nur Mädels waren, die ein bisschen mehr über ihr Leben gebloggt haben.

Tolga Güner: Wir haben uns alle gegenseitig gepusht. Die Influencer, die zu uns kommen, die habe ich gepusht und andersherum genauso. Man hat sich gegenseitig unterstützt. Es ging da nie um eine Bezahlung. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals irgendwelche Gagen bezahlt habe. Es war immer: Ich style dir die Haare, du veröffentlichst einen Post. Fertig.

„Ich style dir die Haare, du veröffentlichst einen Post“

styleranking: Wie viele Influencer melden sich bei euch?

Tolga Güner: Mittlerweile ist es so, dass wir sehr viele Anfragen bekommen von sehr vielen großen Bloggern, die gerne mit uns zusammenarbeiten möchten. Letzten Monat haben wir etwa 15 Anfragen erhalten von Influencern und YouTubern mit den verschiedensten Reichweiten. Wir filtern die für uns interessanten heraus. blush hour soll keine Marke sein, die auf Instagram die User mit Werbung zuspammt oder jeder Blogger anfängt, Rabattcodes von blush hour zu präsentieren.

styleranking: Geht ihr aktiv auf Influencer zu?

Tolga Güner: Ja, mit der Akquise suchen wir gezielt Blogger. Wir wollen dieses Jahr weitere neue Markenbotschafter finden, supporten und gemeinsam wachsen.

styleranking: Mit welchen Influencern arbeitet ihr?

Tolga Güner: Wir arbeiten unter anderem mit Dilara von di1ara, mit über 1,9 Millionen Instagram-Followern, mit Carmen von carmushka, mit Ana Johnson und mit Esra von esrafet zusammen. Farina von Novalanalove war auch schon bei uns. Manche sind sehr oft hier, manche kommen nur einmal im Jahr. Dilara, Ana Johnson und Carmen besuchen uns häufig im Store.

styleranking: Warum sind es gerade diese Influencer geworden?

Stéfan Illenseer: Das hat sich mit der Zeit entwickelt. Es gab nie eine Analyse, die oder die ist besser oder wichtiger.

Tolga Güner: Es war Sympathie. Wenn man mit Influencern arbeitet, kommt es nicht unbedingt darauf an, wie viele Follower hat diese Frau? Es kommt vielmehr drauf an, ob die Frau überhaupt zu deiner Marke passt. Kann ich mich mit ihr identifizieren? Kann meine Marke sich überhaupt mit den Followern identifizieren? Sind das überhaupt die Follower, die zu mir passen? Das sind die Kriterien, nach denen wir gehen.

styleranking: Wie genau sieht eine Kooperation aus?

Tolga Güner: Eine Influencerin kommt vorbei, wir machen ihr die Haare. Wir machen ein komplettes Styling-Paket für sie und sie produziert dann zum Beispiel eine Instastory. Sie bekommt die Dienstleistung und ist unsere Botschafterin. Das war’s.

styleranking: Habt ihr eine Vision?

Tolga Güner: Mein absoluter Traum ist es, flächendeckend in ganz Deutschland und darüber hinaus mit eigenen Stores auf dem Markt vertreten zu sein, sodass unsere Produkte überall available sind.

styleranking: Vielen Dank für das Interview, Tolga und Stéfan!

Lippenstifte, Liquid Lipsticks, Eyeshadows & Co. gehören zu dem Sortiment von blush hour cosmetics. Copyright: styleranking

Tolga Güner ist in Duisburg geboren. Mit 15 geht er nach Paris und Instanbul, um dort eine Ausbildung zum Hair- und Make-up Artist zu absolvieren. Zurück in Deutschland arbeitet er in Städten wie Stuttgart und München als Make-up Artist und Hairstylist. Tolga Güner wagt den Schritt in die Selbstständigkeit mit 20 Jahren. Zu dieser Zeit gründet er zusammen mit Stéfan Illenseer blush hour.

Stéfan Illenseer kommt aus Süddeutschland, wandert aber als Kind mit seiner Familie nach Kanada aus und wächst dort auf. In Kanada lernt er das Friseurhandwerk und wird zum Make-up Artist ausgebildet. 2005 zieht es ihn wieder nach Deutschland, wo Stéfan unter anderem als Make-up Artist für Dior arbeitet. Um sich jedoch als Künstler zu verwirklichen, macht er sich in Stuttgart selbstständig. Dort lernt er auch Tolga kennen.

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