Beauty-Pflege

Reiz mich nicht! Die besten Kosmetikprodukte für Allergiker

Von Jana Löbbermann
12.09.2016 / 14:00 Uhr

Vor allem Frauen lieben es sich zu pflegen, einzucremen und zu schminken. Aber auch das starke Geschlecht setzt immer mehr auf die Kraft von Tiegelchen und Töpfchen. Doch was, wenn man auf all die schönen und so herrlich duftenden Produkte allergisch reagiert? Pickel, Rötungen, Juckreiz oder sogar Ausschlag können die unschönen Reaktionen sein. Wir zeigen euch die besten und preisgünstigen Produkte für Allergiker und verraten, worauf ihr unbedingt achten solltet.

Wir können gegen die verschiedensten Inhaltsstoffe allergisch sein: Farbstoffe, Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Silikone, Mineralöle, Tenside, Alkohol und was es nicht sonst noch alles gibt. Wer nicht genau weiß, auf welche Zutaten er allergisch reagiert, sollte im besten Fall Produkte wählen, die komplett auf allergieauslösende Stoffe verzichten. Schwierig dabei: Fast alle Stoffe sind bei empfindlichen Menschen potenzielle Allergieauslöser. Daher sollte man unbedingt beim Allergologen einen umfangreichen Allergietest vornehmen lassen, der Klarheit schafft, auf welche Inhaltsstoffe in Zukunft verzichtet werden sollte.

Modetrend „sensible Haut“

Der Natur- und Allergiker-Kosmetikmarkt boomt. Das liegt vor allem daran, dass gefühlt jeder Zweite laut eigener Aussage eine „empfindliche Haut“ habe. In vielen Fällen handelt es sich um schlichte Übertreibung. Denn nur rund 15 Prozent der Deutschen leiden tatsächlich an einer sogenannten Kontaktallergie. Doch auch für Menschen mit unempfindlicher Haut lohnt sich der genaue Blick auf die Inhaltsstoffe. Kosmetik kann nämlich mehr als nur der Haut schaden. 60 Prozent von den auf die Haut aufgetragenen Stoffen gehen in den Blutkreislauf über und können Organe wie Leber und Nieren schädigen.

Ob Pflege oder dekorative Kosmetik - herkömmliche Produkte enthalten buchstäblich "reizende" Stoffe.   Copyright: catwalkpictures

Auf der sicheren Seite

Mit sogenannter „Naturkosmetik“ ist man als Allergiker leider nicht automatisch auf der sicheren Seite. Auch in diesen Produkten können sich allergieauslösende Stoffe verstecken. Was also tun, wenn man trotz Kontaktallergie nicht auf Kosmetika verzichten möchte? Die international vereinheitlichte INCI Liste, also die „Zutatenliste“ auf der Rückseite der Produkte, schafft Klarheit. Laut Kosmetikverordnung müssen derzeit 26 Duftstoffe deklariert werden. Sie gelten unter Dermatologen als besonders gefährlich. Um es den Verbrauchern zu erleichtern, veröffentlichte der der Deutsche Allergie- und Asthmabund mit Unterstützung des Bundesverbraucherministeriums und des Industrieverbandes Körperpflege- und Waschmittel eine neue Ratgeber-Broschüre „Bewusster leben mit Kontaktallergien“. Sie kann hier kostenfrei bestellt werden.

BaleaMed Produkte sind bestens geeignet für Allergiker und dazu noch günstig.

Avène hat eine Produktlinie eigens für Allergiker entwickelt. Die Tolérance extrême-Pflegeprodukte sind frei von allen Stoffen, die auch nur ansatzweise in Verdacht stehen Allergien und Irritationen hervorzurufen. Aber auch einige Produkte der Marke Lavera sind extra für Allergiker entwickelt worden. Produkte von SebaMed sind größtenteils allergikerfreundlich. Zudem bietet die Firma eine Hotline für Allergiker, die sich dort beraten lassen können.

Auch die Eigenmarke Balea von dm hat eine eigene Kosmetikserie für Menschen mit Allergien im Sortiment. BaleaMed ist wie alle Balea-Produkte vergleichsweise kostengünstig und damit für viele Verbraucher eine interessante Alternative. Auch Redaktionsmitglieder benutzen Produkte dieser Reihe und können sie absolut weiterempfehlen. Besonders für Allergiker und Neurodermitispatienten sind laut Hersteller auch die Produkte von Prontomed geeignet, die uns zum probieren bereitsgestellt wurden. Nach einem mehrwöchigen Test sind uns das "Reinigende Gesichtswasser" und das "Skinbalance Sprühgel" besonders postiv aufgefallen.

Besonders empfindliche Haut verlangt nach der richtigen Pflege.   Copyright: Catwalk Pictures

Generell sind Menschen mit Kontaktallergie bei Fragen gut in einer Apotheke aufgehoben. Dort gibt es nicht nur eine große Auswahl an Allergiker-Kosmetik, sondern auch noch eine fundierte Beratung. Die Produkte an sich sind aber nicht per se hochwertiger als aus dem Drogeriemarkt oder dem Internet. „Öko-Test“ fühlte 2013 insgesamt 45 Produkten aus der Apotheke auf den Zahn. Das vernichtende Urteil: Fast ein Viertel schnitt mit der Note „ungenügend“ ab.

Allergiker sollten generell vor der Verwendung eines neuen Produktes die Verträglichkeit zuerst in der Armbeuge testen. Denn spezielles Make-up und Pflege senken das Allergierisiko zwar, gewähren aber nie eine 100 prozentige Sicherheit. Das Problem besteht vor allem darin, dass Konzerne immer neue Stoffe entwickeln und verwenden, die Allergien auslösen können. "Der Markt ist uns Ärzten und der Wissenschaft immer eine Nasenlänge voraus", erklärt Professorin Mahler, die die Allergieabteilung der Hautklinik am Universitätsklinikum Erlangen leitet. Menschen mit starker Kontaktallergie rät sie zu regelmäßigen Besuchen beim Allergologen und keinen Experimenten bei der Pflege.

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