Gastbeitrag von Dr. Patricia Ogilvie

Sommer, Sonne, Sonnencreme: So schützt du deine Haut vor Sonnenschäden

Von styleranking
04.08.2016 / 14:30 Uhr

Von Dr. Patricia Ogilvie

Der Sommer ist im vollen Gange, der Urlaub am Strand steht kurz bevor und die Sonnenanbeter freuen sich auf lange Tage im Freien. Ein immer wieder extrem unterschätztes Problem: Man darf den richtigen Sonnenschutz nicht vergessen. Denn Sonnenschäden können einerseits Hautkrebs verursachen, andererseits sind sie der Hauptgrund für Pigmentflecken, nachlassende Hautspannung und vorzeitige Falten. Und die wollen wir nun wirklich nicht, oder?

Wie wähle ich den richtigen Sonnenschutz?

Der richtige Sonnenschutz hängt vom eigenen Hauttyp und der Stärke der Sonneneinstrahlung ab. Wir unterscheiden werden vier Hauttypen:

  • Keltischer Hauttyp: Heller Teint mit vielen Sommersprossen, der schnell zu Sonnenbrand neigt und nicht braun wird
  • Germanischer Hauttyp: Heller Teint mit Sommersprossen, der zu Sonnenbrand neigt und kaum braun wird
  • Mischtyp: Heller bis hellbrauner Teint, der selten Sonnenbrand bekommt und schnell braun wird
  • Südländischer Hauttyp: Dunkler Teint, der fast nie einen Sonnenbrand bekommt und auch im Schatten schnell braun wird

Der Mischtyp kommt in Mitteleuropa am häufigsten vor. Lichtschutzfaktor 30 reicht bei diesem Typ aus, sofern er sich in unseren Breitengraden aufhält. Sobald er stärkerer Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, braucht aber auch der Mischtyp einen höheren LSF. Keltische und germanische Hauttypen sollten einen LSF 50 oder auch 50+++ auftragen und sich nicht so lange in der prallen Sonne aufhalten. Südländische Hauttypen können eine Sonnencreme mit LSF 20 oder 30 auftragen und sich etwas länger in der Sonne rekeln.

Mit der richtigen Sonnencreme für deinen Hauttyp kannst du schöne Stunden in der Sonne verbringen.   Copyright: Shutterstock

Wie lange kann ich bedenkenlos in der Sonne liegen?

Das hängt vor allem von der Eigenschutzzeit und der verwendeten Sonnencreme ab. Die Eigenschutzzeit stellt die Zeit dar, die du ohne Sonnenschutz bedenkenlos in der Sonne bleiben kannst. Mischtypen können etwa 20 bis 30 Minuten in der Sonne verbringen, bevor sie einen Sonnenbrand bekommen. Keltische Typen sollten sich nicht länger als fünf Minuten ohne Sonnencreme in der Sonne aufhalten.

Es ist jedoch nicht richtig, dass man die Eigenschutzzeit mit dem LSF multiplizieren kann. So findet man heraus, wie lange man bedenkenlos in der Sonne liegen kann. Denn eigentlich erreichen wir beim Eincremen nie den Lichtschutzfaktor, der auf der Verpackung angegeben ist. Dieser wird nur dann erzielt, wenn wir zwei Milligramm Creme pro Quadratzentimeter Haut auftragen. Dies wäre ein üppig gehäufter Teelöffel alleine für Gesicht und Dekolleté und eine Handvoll für den Körper. So viel trägt fast niemand im realen Leben auf.

Außerdem sollte man nicht so lange in der Sonne bleiben, dass die Haut beginnt, sich zu röten. Mediziner nennen diesen Moment „minimale Erythemdosis“ – kurz MED. Sonnenlicht bis zur halben MED ist noch vertretbar. Beim Mischtypen bedeutet dies zehn bis fünfzehn Minuten Sonnen ohne Reue.

Wie schadet die Sonne meiner Haut?

Für die Hautschäden sind die langwelligen UV-A-Strahlen und die kurzwelligen UV-B-Strahlen verantwortlich. Es können schädigende Wirkungen auf das Bindegewebe und die DNA, die in den Zellkernen der Haut enthalten sind, entstehen. Der Sonnenbrand ist die akute Reaktion der Haut auf zu viel Sonne. Die Haut setzt dabei entzündungshemmende Stoffe frei, die die Gefäße weiten. Es fließt mehr Blut in die betroffenen Areale und die Haut rötet sich. Die langfristigen Schäden sind jedoch schlimmer. Denn häufige Sonnenbrände erhöhen das Hautkrebsrisiko und eine erhöhte UV-A-Dosis beschleunigt die Hautalterung. Und hierzu zählen nicht nur Sonnenbäder in der prallen Mittagssonne, sondern auch der Spaziergang bei bedecktem Himmel, das Nickerchen im Schatten und das Arbeiten am Fenster. Denn UV-A-Strahlen kommen unabhängig von Tages- und Jahreszeit vor und durchdringen auch einfaches Glas und Wolken. Dies führt zum Abbau der Kollagen- und Elastinfasern der Haut: Falten und Spannungsverlust sind die Folge.

Wer seiner Haut etwas Gutes tun will, meidet starke Sonneneinstrahlung und schützt sie mit dem richtigen Sonnenschutz. Und das auch, wenn der Himmel bewölkt ist. Die meisten Tagescremes und Foundations enthalten mittlerweile einen LSF von 15 oder 20. Dieser reicht im Winter meist aus, im Sommer und bei direkter Sonneneinstrahlung sollte man jedoch einen Sonnenschutz unter der Hautpflege auftragen. Wichtig: Sonnencreme immer als erstes auftragen und warten, bis diese komplett eingezogen ist. Dann erst andere Cremes und Make-up benutzen. Denn der UV-Filter sollte sich mit der oberen Hautschicht verbinden, um einen optimalen Schutz gewährleisten zu können.

Auch regelmäßige Besuche beim Hautarzt sind wichtig zur Hautkrebsvorsorge. Helle Hauttypen, die eher zu Sonnenbrand neigen, sollten alle sechs bis zwölf Monate zur Muttermalkontrolle gehen. Dunkleren Hauttypen empfehlen wir, sich alle zwei Jahre checken zu lassen.

Neben Flipflops sollte die Sonnencreme immer am Strand dabei sein.   Copyright: Shutterstock

10 Tipps für Sonnenanbeter​

  1. Auf das Verfallsdatum der Sonnencreme achten! Angebrochene Creme kann man für gewöhnlich zwölf Monate lang verwenden. Den Sonnenschutz sollte man an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren.
  2. Langsam bräunen, länger genießen! Je langsamer man braun wird, desto länger hält die Bräune auch. Pflegt eure Haut auch nach dem Sonnenbaden gut. Eventuell sogar mit einer Creme, die Selbstbräuner enthält. So hat man auch länger Freude an seinem goldenen Glow.
  3. Bei Sonnenbrand hilft Aspirin! Wer doch mal zu lange in der Sonne war, kann 1000 Milligramm Acetylsalicylsäure in Wasser auflösen und trinken. Denn der Wirkstoff bremst den Entzündungskreislauf und lindert die Schmerzen.
  4. Schön braun trotz LSF 50! Viele denken mit einem hohen Lichtschutzfaktor hemmt die Bräunung. Das stimmt aber nicht. Man wird nur langsamer und somit gesünder braun. Denn auch ein Sonnenschutz mit beispielsweise LSF 40 lässt eine gewisse Menge UV-Strahlen durch. Es gibt sogar Sonnencremes, die die Aminosäure Tyrosin enthalten und die natürliche Melaninbildung anregen: Die Bräunung der Haut wird dadurch beschleunigt.
  5. Auch braune Haut benötigt Sonnenschutz! Denn auch diese kann einen Sonnenbrand bekommen, da der Eigenschutz immer noch gering ist. Hierfür darf man allerdings einen niedrigen LSF verwenden.
  6. Solariumbräune schützt nicht! Denn die Sonnenbänke arbeiten mit UV-A-Strahlen. Diese regen im Gegensatz zu UV-B-Strahlen nicht die Produktion des schützenden Melanins an. Ganz im Gegenteil: UV-A-Strahlen dringen ungehindert in die tiefen Hautschichten und schädigen die Zellen. Die regelmäßige Nutzung der Sonnenbank kann Studien zufolge sogar das Hautkrebsrisiko erhöhen.
  7. Haare nicht vergessen! Haare können zwar keinen Sonnenbrand bekommen, trotzdem werden sie durch die UV-Strahlen strapaziert: Sie trocknen aus und werden spröde. Hier helfen Sonnensprays mit UV-Filtern für die Haare.
  8. Alle zwei Stunden nachcremen! Da durch Sand, Schweiß und Wasser Lücken im Schutzfilm entstehen können, ist es wichtig, alle zwei Stunden nachzucremen. Die maximale Dauer, die man mit dem entsprechenden Lichtschutzfaktor in der Sonne bleiben kann, wird durch das Nachcremen aber nicht verlängert, sondern lediglich aufrechterhalten.
  9. Bei Sonnenbrand viel Wasser trinken! Wer zu lange in der Sonne war, sollte danach viel Wasser trinken, um den Wasserverlust der Haut auszugleichen und den Kreislauf zu unterstützen. Dies bedeutet, zusätzlich zum normalen Bedarf, zwei Liter Wasser aufzunehmen.
  10. Lippen nicht vergessen! Unsere Lippen besitzen keine Hornhaut und produzieren auch kein Melanin. Sie sind der Sonne schutzlos ausgeliefert und besonders sonnenbrandgefährdet. Spezielle Lippenpflege mit LSF 20 schützt die Lippen und kann unter dem Lippenstift aufgetragen werden.


    UV-Strahlen sind gefährlich für die Haut und sollten nur in Maßen mit der richtigen Sonnenlotion genossen werden.   Copyright: Shutterstock

    Zum Tag des Sonnenschutzes

    Übrigens: Der Tag des Sonnenschutzes ist eine Gemeinschaftsaktion von Organisationen aus Gesundheitsschutz und -vorsorge, Medizin, Sport und Verbraucherschutz. Er wurde 2008 ins Leben gerufen und findet seitdem immer unter dem Motto „Sonnenschutz? Sonnenklar!“ am 21. Juni statt. Der Aktionstag soll die Bedeutung eines wirksamen, richtig ausgewählten und angewendeten Sonnenschutzes schärfen.

    www.skin-concept.de

    Weitere Infos zum Thema Hautschutz und zu Frau Dr. Patricia Ogilvie: www.skin-concept.de

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