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Contouring: L’Oréal Make-Up-Expertin Alexandra Lederer verrät Tipps und Tricks

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20.03.2016 / 15:00 Uhr

Mit Phetchinda Khamsitthy

Ein schmales, definiertes Gesicht und ein sanfter Glow? styleranking liebt den angesagten Contouring-Trend! Für euch haben wir uns ganz genau mit dem Trend befasst und mithilfe von L’Oréal hilfreiche Tipps für den perfekten Contouring-Look gesammelt. styleranking Redakteurin Julia war für euch bereits in Berlin beim L’Oréal-Contouring-Workshop während der Berlinale unterwegs. Heute gibt uns L’Oréal Make-up-Expertin und Beauty-A-Porter-Bloggerin Alexandra Lederer wertvolle Hinweise in Sachen Contouring für jeden Gesichts- und Hauttyp, damit auch du den Trend nachschminken kannst.

styleranking: Welche essenziellen Tools brauche ich unbedingt für den Contouring-Look?

Alexandra Lederer: Du brauchst natürlich ein Contouring-Produkt. Dabei kann es sich um eine dunkle, flüssige Foundation, einen Foundationstick, ein Creme-Produkt oder ein Puder handeln. Wichtig ist nur, dass du einen Farbton wählst, der zwei bis drei Nuancen dunkler als dein natürlicher Hautton ist. Sonst hat das Contouring keinen Effekt. Außerdem solltest du dein Gesicht zuerst mit einer Foundation deiner Wahl vorbereiten. Wenn du eine sehr gute Haut hast, kann das auch einfach ein Puder oder eine BB-Cream sein, die dein Hautbild nur etwas ebenmäßiger erscheinen lässt.

Ob du das Contouring mit einem Pinsel oder lieber mit den Händen aufträgst, kommt ganz auf deine Vorlieben und natürlich auf das Produkt an. Ein Puder lässt sich zum Beispiel im Gegensatz zu einem Creme-Produkt nicht mit den Händen auftragen. Für die perfekte Contouring-Technik empfehle ich außerdem noch einen Highlighter. Diesen gibt es ebenfalls in den unterschiedlichsten Versionen.

Eine Foundation und ein Highlighter gehören zu den Must-Haves beim Contouring.   Copyright: Alexandra Lederer

styleranking: Contouring benötigt unterschiedliche Farbtöne. Wie kann ich die für mich optimalen, unterschiedlichen Farben finden?

Alexandra: Zunächst solltest du die Basis, also deinen natürlichen Hautton herausfinden. Dafür kannst du das Produkt ganz einfach am Übergang von deiner Kinnkante zum Hals testen. Die zwei anderen Farben, eine dunkle zum Konturieren und eine helle zum Highlighten, müssen sich nicht genau zwei, drei oder vier Nuancen von diesem Ton unterscheiden, sollten aber einfach erkennbar dunkler bzw. heller sein, sodass man damit auch Schatten und Lichtreflexe imitieren kann.

Die Farben des 2in1 Contouring-Produkts sind perfekt aufeinander abgestimmt, das Rouge gibt dem Make-Up den letzten Schliff.   Copyright: Alexandra Lederer

styleranking: Wie verdecke ich meine Makel am besten? Zum Beispiel zu große Nase, Augenringe oder kleine Augen?

Alexandra: Eine zu große Nase wirkt kleiner, wenn man die Seite der Nase dunkel schattiert und den Nasenrücken highlightet. Achte dabei darauf, nur den Bereich zu korrigieren, der auch wirklich eine Korrektur nötig hat. Wenn der obere Bereich deiner Nase zum Beispiel bereits schmal ist, dann konturiere nur den vorderen Teil. So wird die Nase ausgeglichen.

Augenringe solltest du einfach mit einem Concealer abdecken, der nur leicht heller als deine Foundation ist. Viele machen den Fehler, eine viel zu helle Nuance zu wählen. Das fällt auf und sieht besonders auf Fotos nicht gut aus, da die hellen Bereiche zu stark reflektieren. Eine weitverbreitete und beliebte Methode, den Concealer aufzutragen, ist, damit ein Dreieck zu zeichnen. Die Ecken des Dreiecks liegen dabei am Innenwinkel, am Außenwinkel und am Nasenflügel. Dieser Bereich wird komplett mit Concealer abgedeckt.

Kleine Augen kann man mit der 3D-Lidschattentechnik größer schminken. Setze dafür einen hellen Lidschatten auf dein bewegliches Lid, den Innenwinkel und unter die Augenbraue. Die Lidfalte und der untere Wimpernkranz werden mit einem dunklen Ton weich schattiert. Der Lidschatten am unteren Wimpernkranz täuscht einen Schatten vor, der durch die unteren Wimpern geworfen wird, wodurch diese wiederum länger wirken. Zum Schluss noch kräftig die Wimpern tuschen und die Wasserlinie mit einem hautfarbenen oder weißen Kajal anmalen. Dieser nimmt den leichten Rotstich aus dem Auge und macht einen wachen Blick.

Der BB-Stick von L'Oréal gleicht Unebenheiten aus und lässt die haut ebenmäßig erscheinen.   Copyright: Alexandra Lederer

styleranking: Wie verblende ich die Übergänge am besten?

Alexandra: Lass dir dabei Zeit und gehe vorsichtig in kleinen, kreisenden Bewegungen über die Ränder. Die meisten Leute machen den Fehler, alles viel zu schnell und mit zu viel Druck verblenden zu wollen. Wir wollen nur die Übergänge ausblenden und nicht das ganze Produkt im Gesicht verteilen. Dann wäre das Setzen der Schatten und Highlights auch völlig umsonst gewesen. Ein weiterer Tipp, wenn du das Ergebnis zu krass findest und die Farbunterschiede zu groß sind: Benutze deinen Foundationpinsel mit deiner Hautfarbe und gehe damit leicht über das gesamte Gesicht. Das gleicht die drei Farben stärker aneinander an.

styleranking: Wie schaffe ich es, dass mein Contouring natürlich und nicht zu heftig aussieht?

Alexandra: Der Tipp mit dem Foundationpinsel ist auch für dieses Problem eine gute Methode. Ansonsten kannst du bereits bei der Wahl der drei Farben darauf achten, nur leichte Abstufungen zu wählen. Bei der Contouring-Technik kannst du außerdem zur einfachsten Version greifen. Man kann durch aufwendigere Techniken natürlich auch auf dem extremen Drag Queen Niveau des Contouring ankommen. Es ist also ganz dir überlassen, wie detailliert du dein Gesicht konturierst.

Der Duo-Bronzer enthält einen integrierten Highlighter und bringt Schimmer ins Spiel.   Copyright: Anexandra Lederer

styleranking: Flüssig vs. Puder: Was eignet sich besser und für wen?

Alexandra: Allgemein gilt: Es ist Geschmacksache. Probier einfach aus, was für dich am besten funktioniert. Ich würde Anfängern aber die Pudervariante empfehlen. Das geht meistens schneller und ist in der Anwendung einfacher. Manche kombinieren auch beide Formen, um das Contouring zu perfektionieren. Dabei wird zuerst mit flüssiger Foundation, einem Stick oder einem Creme-Produkt gearbeitet und anschließend jeder Bereich im Gesicht mit Puder in unterschiedlichen Farben fixiert.

styleranking: Welcher Alternativen gibt es? Wie zum Beispiel Strobing?

Alexandra: Das Gegenteil von Contouring, mit dem das Gesicht aber ebenfalls in einer Art und Weise „modelliert“ wird, ist Strobing. Der Fokus liegt dabei auf den Highlights. Auf Schatten wird komplett verzichtet. Stattdessen wird so viel mit Highlights hervorgehoben, wie möglich. Für fettige Haut eignet sich diese Technik allerdings weniger, da das Gesicht schnell ölig aussieht und die Highlights ungewollt wirken.

Hier seht ihr deutlich, wo die dunkle und helle Nuance platziert werden.   Copyright: Alexandra Lederer

styleranking: Was muss ich beim Produktkauf beachten?

Alexandra: Wenn du Contouring zum ersten Mal ausprobierst, sind 2in1 Produkte superpraktisch. Darin ist meistens bereits eine dunkle und eine helle Farbe enthalten. So brauchst du nur ein extra Produkt in deiner Schminkroutine und musst dir nicht gleich mehrere Produkte kaufen, die du dann vielleicht garnicht benutzt. 2in1 Produkte haben außerdem den Vorteil, dass die Farben perfekt aufeinander abgestimmt sind und du nicht viel falsch machen kannst.

styleranking: Hat Contouring das Zeug zum All-time-Klassiker oder handelt es sich hierbei nur um eine temporäre Modeerscheinung?

Alexandra: Da der Mensch sich immer mehr zum perfekten Schönheitsideal bewegt, wird das Contouring meiner Meinung nach nicht verschwinden. Ich denke aber, dass sich eine möglichst natürliche und einfache Form des Contouring für den Alltag durchsetzen wird und das extreme Modellieren des Gesichts wie bei Kim Kardashian nur ein nett anzusehender Vorher/Nachher-Effekt für Instagram und YouTube bleibt. Für Fotoshootings oder besondere Anlässe halte ich den Trend aber für eine coole Schminktechnik, die Spaß macht und dem Make-up den letzten Schliff verleiht!

Das Ergebnis im Vorher-Nachher-Vergleich.   Copyright: Alexandra Lederer

Damit wären die meist gestellten Fragen geklärt und wir können mit dem Praxisteil weiter machen. Ich werde euch an mir selbst demonstrieren, wie sich das Gesicht durch Contouring verändern kann. Dafür benutze ich die neue Sculpt Serie von LÒréal, die sich aus einer Foundation, einem Contouring Duo und einem Blush zusammensetzt. Die Produkte sind perfekt aufeinander abgestimmt, sodass sie beim Auftrag perfekt miteinander verschmelzen. Andere Alternativen habe ich oben bereits beschrieben. Ihr könntet zum Beispiel auch eine helle und eine dunkle Version der Perfect Match Foundation benutzen und mit einem hellen, schimmernden Lidschatten Highlights setzen.

Oder ihr wählt die Stick-Variante und nehmt die BB-Sticks in unterschiedlichen Abstufungen.Das Glam Bronze Duo ist natürlich genauso gut geeignet. Dieses tragt ihr einfach über eure normale Foundation auf. Es enthält auch einen praktischen Highlighter.

Nun zum Setzten der Schatten: Für die meisten Gesichtsformen liegt der wesentliche Fokus des Contouring auf den Wangenknochen. Deshalb starten wir mit einem Schatten unter den Wangenknochen, die wir uns vorher mit den Fingern ertasten. Der größte Fehler, den ihr hier machen könnt, ist, den Schatten zu tief zu setzen. Tragt das dunkle Produkt lieber bewusst etwas höher auf, als zu tief! Je weiter ihr mit dem Contouring nach vorne zum Mundwinkel geht, desto schmaler wird auch euer Gesicht.

Als nächstes wird die Kieferkante dunkel betont, damit das Gesicht am Hals schmaler aussieht. Hier ist gründliches Verblenden besonders wichtig, da es sonst so aussieht, als ob eure Foundation den falschen Farbton hat.

Das Contouring lässt das Gesicht schmaler und definierter aussehen.   Copyright: Alexandra Lederer

Bei breiten Gesichtern, wie meinem, können nun noch die Schläfen schattiert werden. Ich habe außerdem eine relativ hohe Stirn, weshalb ich den Bereich zwischen Stirn und Haaransatz ebenfalls konturiere.

Jetzt fehlt nur noch die Nase. Zieht zwei gerade Striche an der Seite der Nase zur Nasenspitze und verbindet diese vorne, wenn ihr eine lange Nase habt. Wenn eure Nase, wie bei mir, vorne sehr breit ist, könnt ihr auch noch die Nasenflügel schattieren. Für Leute, die bereits ein schmales, aber langes Gesicht haben, empfehle ich die Wangenknochen nicht zu konturieren und dafür einen Schatten am Kinn zu setzen.

Ihr müsst euch immer darüber bewusst sein, dass alle dunklen Bereiche, optisch nach hinten treten und alle hellen Stellen hervortreten. Deshalb überlegt einfach vor dem Schminken genau, was ihr betonen wollt und wie ihr eure individuellen Gesichtsmerkmale so mit Contouring verändert, dass dominante Unebenheiten ausgeglichen werden.

Wenn ihr jetzt meine Tipps zum Verblenden angewendet habt, werden im zweiten Schritt die Highlights gesetzt. Ich benutze dafür die helle Seite des Sculpt Duos und trage es auf dem höchsten Punkt der Wangenknochen, der Mitte der Stirn, dem Kinn und dem Nasenrücken auf. Hier gilt wieder: Bei einem langen Gesicht wird das Kinn nicht gehighlightet, sondern schattiert.

Den letzten Schliff verleiht das Rouge, welches auf dem Bereich zwischen dem Schatten und dem Highlight aufgetragen wird und beides optimal verbindet.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Tipps zum Thema Contouring weiterhelfen!

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