Modeausstellung

150 Jahre PrimaDonna: Mit großen Cups zum großen Erfolg

Von Marie Mertens
22.06.2015 / 11:30 Uhr

Schätzungen zufolge tragen 70 Prozent der Frauen eine falsche BH-Größe. Und das hat gravierende Auswirkungen auf den Körper: Zu feste Träger können zu Hautausschlag und geklemmten Nerven führen, die wiederum Kopfschmerzen verursachen. Wenn der BH den Busen nicht ausreichend stützt, hängen die Schultern herab und es folgen dauerhafte Haltungsschäden. Dabei ist es gar nicht so schwer den passenden BH zu finden - auch bei großen Brüsten.

Die belgische Dessousmarke PrimaDonna hat sich auf große Cups bis zum J-Körbchen spezialisiert und gilt als einer der bekanntesten Hersteller für BHs in großen Cup-Größen. In diesem Jahr feiert das Unternehmen seinen 150. Geburtstag und zelebriert dieses Ehrenjahr mit einer Retrospektive in Brüssel. In der Ausstellung La Memoire de l'Intime stellt die Lingeriemarke nicht nur Korsetts aus den Anfangsjahren aus, sondern gewährt auch einen exklusiven Einblick in die aufwendige Produktion seiner BHs.

Der Miederwarenbetrieb ist 1865 von Salomon Lindauer gegründet worden. Schon damals strebte man nach einem Mieder mit perfekter Passform für Frauen mit großer Oberweite an. Anfangs produzierte PrimaDonna vorwiegend Korsetts, später folgen BHs. 1990 wird das Unternehmen von der belgischen Lingeriegruppe Van de Velde übernommen und überzeugt seitdem mit perfekten Formen und modischen Designs.

In einer interaktiven Animation zeigt die Marke, welche positive Auswirkung ein gut sitzender BH auf die Haltung einer Frau mit großen Brüsten hat.   Copyright: PrimaDonna

Welche beeindruckende Entwicklung die Marke in den vergangenen Jahrzehnten hingelegt hat, dokumentiert die Ausstellung im Kulturzentrum Bozar in Brüssel. Die Räume sind so stark abgedunkelt, dass man kaum die eigene Hand vor den Augen sieht. Einzige Lichtquelle sind Spots, die die Dessous wie wertvolle Kunstwerke anleuchten und die hochwertigen Details in den Mittelpunkt rücken. Die retrospektive Expo belegt eindrucksvoll, wie sich Status und Design von Unterwäsche in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben. Tragen die Frauen Anfang des 19. Jahrhunderts noch enge und steife Korsetts, in denen man sich kaum bewegen konnte, entwickeln sich BHs und Slips zu verspielten Objekten der Begierde.

PrimaDonna ist eine der ersten Lingeriemarken, die die technische Expertise für BH-Größen mit aktuellen Trends kombiniert. Eine solche Passform hängt vor allem vom richtigen Schnitt sowie der Auswahl fester und komfortabler Materialien ab. Jeder Entwurf wird von den Designerinnen getestet, verbessert und immer wieder am lebenden Modell anprobiert. Erst wenn der BH den hohen Qualitätskriterien entspricht, geht er in Produktion. In fast 50 Arbeitsschritten, die alle noch von Hand getätigt werden, entsteht aus mehr als 40 Einzelteilen ein BH.

Das bekannte Plus Size Model Myla Dalbesio eröffnete die PrimaDonna-Show.   Copyright: PrimaDonna

Dieses immense Know-how stellt die Marke bei der abschließenden Catwalkshow unter Beweis. In beeindruckender Kulisse des Jugendstil-Gebäudes zeigt PrimaDonna aktuelle Trendpieces sowie ausgewählte Vintage-Teile. Natürlich werden die heißen Höschen nicht an dünnen Magermodels vorgeführt, sondern an Frauen mit echten Runden. Unter ihnen ist auch das bekannte Plus Size Model Myla Dalbesio, die derzeit in der Underwearkollektion von Calvin Klein zu sehen ist.

Die PrimaDonna Ausstellung könnt ihr euch noch bis zum 28. Juni im Kulturzentrum Bozar in Brüssel anschauen. Der Eintritt ist frei. Der Besuch lässt sich übrigens perfekt mit der Expo The Belgians - an unexpected Fashion Story kombinieren, die im Bozar Mode bekannter belgischer Modedesigner wie A.F. Vandevorst, Raf Simons und Martin Margiela ausstellt.

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