Fashion-Copycats/Shopping

Alles nur geklaut? Teure Designer-Teile und ihre günstigen Alternativen

20.05.2015 / 18:27 Uhr

Kennen wir uns nicht irgendwoher? Klingt nach billiger Disco-Anmache? Ist in diesem Frühjahr allerdings eher ein Déjà-Shopping-Vu-Erlebnis! Denn beim Schlendern durch die Läden sehen wir immer häufiger doppelt. Ein hübsches Design fällt uns ins Auge und sofort beschleicht uns das Gefühl, dieses Teil doch irgendwo schon einmal gesehen zu haben. Kein Wunder, sitzen die Kreativen der großen Modeketten auf jeder großen Modenschau in den vordersten Rängen, mit ihren Notizbüchern und Stiften bewaffnet um sich von den neuesten Kreationen der Designer, sagen wir wohlwollend... "inspirieren" zu lassen. Sogenannte Copycats sind aus der schnelllebigen Modewelt nicht wegzudenken. Kritiker sprechen von billigen Kopien, während wir uns über die erschwinglichen Design-Zwillinge freuen.

Ob sich die Modeketten lediglich Inspiration holen oder schonungslos klauen, ist eher eine Frage für den Gerichtshof. Extreme und identische Designmerkmale lassen sich allerdings nicht von der Hand weisen. Der größte Vorteil solcher Copycats ist jedoch, dass sie unseren Geldbeutel weniger als ihre teuren Designer-Gegenstücke belasten. Anstatt auf die sündhaft teuren Espadrilles von Chanel oder eine Tasche von Chloé zu sparen, können wir uns die Teile in unserem Lieblingsstore um die Ecke schnappen. Nicht selten sind die beliebten Doppelgänger bei Zara, Mango und Co. schneller ausverkauft als man Copycat sagen kann. Wer wirkliche Schnäppchen machen möchte, muss also ständig die Augen offen halten und schnell sein.

Das Preisschild macht bei den Jumpsuits von Nina Ricci und H&M den Unterschied.   Copyright: Mytheresa/H&M

Wenn ihr euch mal wieder in ein Designer-Teilchen verliebt, lohnt das Stöbern nach einer günstigen Variante in den Online-Shops. Da die Modeketten bei ihren Kollektionen schnell reagieren können, brauchen sie oft nur wenige Wochen, bis die Design-Zwillinge in den Läden hängen. Wir haben uns in einen teuren Jumpsuit von Nina Ricci für satte 1.800 Euro bei Net-A-Porter verguckt, den man in einem leicht abgewandelten Design für erschwingliche 40 Euro im Online-Shop von H&M bekommt.

Teuer vs billig: Sneaker von Dior und Zara.   Copyright: Dior/Zara

Den aktuellen Sneakertrend greifen die großen Modeketten natürlich auch auf. Wir haben im Online-Shop von New Look für nur 23 Euro weiße Sneaker gefunden. Sie sehen den beliebten Adidas Stan Smith zum Verwechseln ähnlich. Auch wenn die Optik stimmt, bestehen große Unterschiede bei Material und Verarbeitung. Während bei den Originalen hochwertiges Leder zum Einsatz kommt, wurden die Kopien aus günstigerem Kunststoff gefertigt. Die Entscheidung zwischen Original und Fake ist also auch oft eine Frage der Qualität oder Quantität. Will ich zeitloses Design für eine Saison, da das billige Material nicht länger hält, oder ein hochwertiges Liebelingsteil für lange Zeit?

Copycats sind Fluch und Segen zugleich. Während wir uns über günstige Kopien freuen, sehen Designer und Marken ihre Rechte verletzt. Converse ist im letzten Jahr rechtlich gegen 31 Unternehmen vorgegangen, die Chucks-ähnliche Schuhe fertigen ließen und verkaufen. Darunter waren unter anderem prominente Namen wie Ed Hardy, Ralph Lauren oder Skechers. Auch Levi's hat gerichtlich durchgesetzt, dass die Modekette New Yorker Hosen aus dem Programm nehmen muss, die den Levi's Jeans zu ähnlich waren.

Original und Fälschung: Eine der beiden Damen ist Stil-Ikone Twiggy. Die andere ein Model aus Holland.   Copyright: Les Lee/Express/Getty Images

Bei aller Freude über die Super-Schnäppchen darf man nie vergessen, dass sich die Investition in ein Designerteil auch lohnen kann. Die Freude über ein absolutes Highlight im Kleiderschrank ist oftmals größer als ein günstiger Kompromiss, der nach einer Saison ausgedient hat.

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