Fußballmode

Auch ein Zweitligist will bei der Arbeit gut aussehen

19.07.2015 / 14:00 Uhr

Die Fußballsaison ist gefühlt gerade erst zu Ende gegangen - und schon stehen die Kicker wieder auf dem Platz, um sich auf die neue Saison vorzubereiten. Bereits Ende Juli startet die 2. Bundesliga wieder in den Alltag. Die Teams haben ihre neue Arbeitskleidung bereits erhalten. Mit mehr oder weniger Show werden die Teile dann auch der Öffentlichkeit präsentiert. Die Fans sind Jahr für Jahr ganz heiß darauf, die Leibchen ihrer Idole überstreifen zu können. Natürlich geht es dabei auch ums Geschäft, sowohl für die Sportartikelausrüster wie für die Vereine selbst.

Mit diesem Trikot will Armina Bielefeld in dieser Saison angreifen.   Copyright: arminia-onlineshop.de

Wir haben uns die neuen Trikotsätze der Zweitligisten einmal näher angeschaut. Nicht immer erschließen sich jedoch auf den ersten Blick alle Details. Und echte Liebe zum eigenen Club verzeiht auch die eine oder andere stilistische Entgleisung. Wir präsentieren die Sportklamotten in alphabetischer Reihenfolge, damit sich niemand benachteiligt fühlen kann.

Den Anfang macht Union Berlin. Die Berliner üben sich in Understatement. Rote Trikots, rote Hosen, rote Stutzen. Eigentlich ist Rot eine eher aggressive Signalfarbe. Allerdings wirkt der Farbton des Outfits der Eisernen eher ein wenig zurückhaltend. Schlicht und chic zugleich. Den Kontrast im Einheitsrot bilden die weißen Ärmelabschlüsse und der weiße Kragen, der in Polo-Manier vorne Luft zum Atmen lässt.

Sehr edel ist das neue Dress von Aufsteiger Arminia Bielefeld. Das dunkelblaue Jersey hat als Kontrast feine weiße Streifen längs eingearbeitet. Die Vorderseite des Trikots ist von den Ärmelteilen ebenfalls mit einem feinen weißen Streifen abgetrennt. Der Kragen ist ebenso wie die Ärmelabschlüsse in Weiß gehalten.

Während Bochum auf Blau setzt, greift Düsseldorf mit knalligem Rot an.   Copyright: shop.vfl-bochum.de/shop.fortuna-duesseldorf.de

Das neue Outfit des VfL Bochum setzt sich deutlich von der vorherigen Saison ab. Die Kicker des Revierclubs treten mit einem hauptsächlich in Hellblau gehaltenen Trikot an, dessen Clou die dunkelblauen Seitenteile und die ebenso dunkelblauen Ärmel sind. Der V-Kragen ist weiß abgesetzt, was auch für die Ärmelabschlüsse gilt. Hosen und Stutzen sind ebenfalls dunkelblau. Für die Fans könnte das Outfit etwas gewöhnungsbedürftig sein, ein Hingucker ist es allemal.

Eintracht Braunschweig dürfte wieder Ambitionen haben, ganz oben in der 2. Liga mitzumischen. Das Heim-Outfit dazu: traditionell in Blau und Gelb. Das Gelb des Trikots wird nur durch schmale blaue Streifen auf den Schultern und an der Seite durchbrochen. Der Polo-Kragen wirkt klassisch elegant. Das Ganze wirkt außerst reduziert. Die Niedersachsen wollen nicht vom Eigentlichen, dem Fußballspiel, ablenken – weder den gegener noch sich selbst.

Der zweite Aufsteiger MSV Duisburg kommt mit blau-weißen Querstreifen daher. Die Ärmel und der Kragen sind in Blau angesetzt. Die blauen Streifen haben als besonderen Clou oben und unten jeweils einen dünnen weißen Streifen eingefügt.

Die Fortunen aus Düsseldorf präsentieren sich in der kommenden Saison ebenfalls ganz Klassisch in Rot. Auf der Vorderseite wechseln sich jedoch hellere und dunklere Quer-Blockstreifen ab. Ein dezenter V-Kragen, der ebenso wie die Ärmelabschlüsse in Weiß gehalten ist, setzt sich als Hingucker ab. Weiß ist auch der Schulterstreifen.

Grün ist die Hoffnung bei Fürth. Kaiserslautern setzt hingegen auf aggressives Rot.   Copyright: shop.greuther-fuerth.de/www.fck-shop.de

Schwarz-blau gesteift läuft in der kommenden Saison der FSV Frankfurt auf. Breite Blockstreifen umrunden das Trikot, das große Zahlenfeld am Rücken bleibt dabei ausgespart. Die jeweilige Kontrastfarbe findet sich nochmals innerhalb der breiten Streifen als feine Linie wieder. Der schwarze Polo-Kragen fällt kaum auf – ist aber nochmals ein ganz schönes Detail.

Die Mannschaft der Herzen in der ersten Liga war in den vergangenen Jahren stets der SC Freiburg. Das neue Trikot ist Ausdruck dafür, dass man mit Leidenschaft, einer Portion Aggression und taktischem Geschick wieder in die erste Liga stürmen möchte. Ein schwarz-rotes Schachbrettmuster soll die Gegner das Fürchten lehren und ihnen Respekt abnötigen.

Die SpVgg Greuther Fürth versucht es in hoffnungsvollem Grün und greift in dem fast ein wenig überladenen Outfit das Grün des Kleeblatts im Vereinswappen auf. Dunkelgrün, hellgrün und Weiß sind die breiten Blocksteifen, die wie eine Jalousie auf den Körpern der Spielern liegen.

Der 1. FC Heidenheim wird in der kommenden Saison bei Heimspielen mit einem weißen Trikot und blauen Hosen auflaufen. Der Clou: Mittig verlaufen auf dem Trikot zwei Längsstreifen vom Kragen bis zum Hemdabschluss in Blau und Rot. Hier werden die Farben des Vereinswappens aufgenommen. Der Rundhalskragen bildet ober einen dezenten Abschluss.

Auch der 1. FC Kaiserslautern will es in diesem Jahr wieder wissen und endlich ins Oberhaus des deutschen Fußballs zurückkehren. Modisch treten die Kicker sehr schlicht und pur auf: mit roten Trikots und roten Hosen. Der Polo-Kragen versprüht ein wenig Eleganz. Damit das Schlichte nicht ins Langweilige kippt, wurden die Abschlüsse an den Ärmeln und unten am Shirt mit einem schwarz-weißen Schachbrettmuster-Streifen gestaltet. Aufgenommen wird das Ganze auch innen am Kragen.

Der Karlsruher SC setzt wieder auf Längs-Blockstreifen. Das blau-weiße Outfit erhält durch die Anpassung der Streifen an den angedeuteten V-Ausschnitt an Dynamik. An Hose und Stutzen werden die blauen Längsstreifen erneut aufgenommen. Blau und Weiß - die Farben der Reinheit. Der Karlsruher SC ist für den nächsten Angriff auf die Bundesliga gewappnet.

Dezent weiß gibt sich in der neuen Saison das Trikot von Leipzig. 1860 München setzt hingegen auf weiß/blaue Blockstreifen.   Copyright: www.redbullshop.com/tsv1860-shop.de

Auch die Kicker von Rasenballsport Leipzig tragen in der kommenden Saison Trikot in Polo-Optik. Zum weißen Shirt mit den Redbull-Stieren tritt im Heim-Outfit eine rote Hose. Das Rot wird dezent in Form von Seitenstreifen am Trikot aufgenommen. Das Outfit wirkt klassisch elegant – und hat durch das grelle Rot eine leicht aggressive Komponente.

Breite Blockstreifen in Hellblau und Weiß werden in der kommenden Saison die Münchner Löwen in ihren Heimspielen tragen. Aus den Längsstreifen werden auf den Stutzen Querstreifen. Ärmelabschluss und Kragen nehmen die Grundfarben dann noch in weiteren Varianten auf.

Rundhalskragen, rotes Jersey – das ist Nürnberg. Der Club wird von Adidas ausgerüstet und kommt sehr klassisch daher, zumindest im Heimdress. Schattierte Blockstreifen sorgen für den auf den ersten Blick nicht so sehr gut erkennbaren Clou. Gut sichtbar ist das in Weiß gehaltene Adidas-Logo und die drei Streifen auf den Schultern und den Ärmeln. Der Kragen ist in etwas dunklerem Rot abgesetzt. Warum das so sein muss, erschließt sich einem nicht.

Der zweite Absteiger aus der Bundesliga, der SC Paderborn, kommt sehr puristisch daher. Ostwestfälisches Understatement. Ober- wie Unterteil der Arbeitskleidung der Paderborner ist Blau. Am Kragen ist ein schwarzer Streifen eingenäht. Die Bündchen sind ebenfalls schwarz abgesetzt. Auch die Seitenteile sind durch einen schwarzen Streifen vom Rest des Trikots markiert.

Der SV Sandhausen wird bei seinen Heimspielen in den Vereinsfarben Schwarz und Weiß auflaufen. Schnörkellos ist das weiße Trikot mit seinen schwarzen Ärmelabschlüssen und dem breiten schwarzen Streifen auf den Schultern. Der V-Kragen ist weiß, hier hat man auf eine weitere Kontrastierung verzichtet.

Das Heimtrikot es FC St.Pauli wird erst am 18. Juli der Öffentlichkeit präsentiert, das Auswärtstrikot allerdings ist schon bekannt. Im Vergleich zu vielen anderen Trikots im Unterhaus ist es modisch deutlich komplexer. Grundsätzlich gibt es einen Verlauf von Dunkelbraun nach Weiß. Umgesetzt ist dieser aber in Form von Diagonalstreifen, die sowohl horizontal als auch diagonal gestuft auf dem Jersey liegen. Der Effekt des Farbverlaufs wird durch in sich nochmals unterschiedlich diagonal gestreifte Blöcke erzielt. Mit den Ärmelabschlüssen in Regenbogenfarben befindet sich dann auch noch ein politisches Statement im Trikot.

Fazit: Modische Ausreißer nach oben oder unten gibt es eigentlich nicht. Mir persönlich gefällt das klassische Dress von Arminia Bielefeld recht gut. Einige Mannschaften beweisen Mut, weil sie sich in diesem Jahr deutlich anderes als in den Jahren zuvor präsentieren. Hier müssen sich vor allem die Fans umstellen. Das fällt sicher leicht, wenn die Leistung und der Tabellenstand nach 34 Spieltagen stimmt.

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