STYLEANALYSE

Auf Gratwanderung zum Signature-Style: Wie der Look von Caro Daur funktioniert

Lara Schwitalla
Von Lara Schwitalla
07.10.2017 / 10:27 Uhr

New York, London, Mailand, Paris – als Paradebeispiel einer hochkarätigen, erfolgreichen, deutschen Fashionbloggerin besucht Caro Daur unzählige Runwayshows namenhafter Designer in den Fashion Week-Metropolen. Auf Instagram sehen wir sie auf der New York Fashion Week Seite an Seite mit Blogger-Gigantin Chiara Ferragni beim Dinner, Rapperin Nicki Minaj bei ihrem Mac Lipstick-Launch oder Sänger Pharrell Williams im G-Star Raw Store auf der 5th Avenue. Dazwischen besucht sie Kollektionspräsentationen von Zadig & Voltaire, Coach oder Rebecca Minkoff. Nur einen Langstreckenflug über den Atlantik später huscht sie auf der London Fashion Week von der Topshop Show zum MyTheresa Dinner, posiert kuschelnd mit Nachwuchsmodel Lottie Moss und schließt mit der Tommy Hilfiger Show. Nächster Halt: Mailand Fashion Week. Hier schwebt die Hamburger Bloggerin als Model für Dolce & Gabbana über den Runway. In Paris vollendet die Blondine ihre Fashion Week-Odyssee mit Kollektionspräsentationen legendärer Designhäuser wie Christian Dior, Balmain, Isabel Marant, Valentino und Miu Miu. Bei so gigantischer Präsenz in der Fashion Week-Szene und unzähligen Street Styles für Runwayshows, Dinner-Events und Parties bleibt eins unumgänglich: Die Styleanalyse von Caro Daur.

Die 22 Jahre junge Bloggerin befindet sich stets auf einer Gratwanderung zwischen extravaganten Stilbrüchen und modischen Kombinationsfauxpas. Während man noch vor einem Jahr das ein oder andere Stylingmanko auf ihrem Instagram-Kanal entdeckt, bewährt sich Caro Daur heute als Meisterin im Drahtseilakt zwischen individuellem Look und Stilgefühl. So greift die Blondine häufiger zu Statementteilen als zu Basics – verzichtet aber keineswegs auf zeitlose Keypieces wie einfarbige Rollkragenpullover, schlichte Trenchcoats oder gradlinige Blazer. Gleiches gilt für das Farbkarussell: Angst vor auffälligem Colorblocking oder existenzialistischem All Over Black kennt Caro Daur nicht. In der Regel setzt sie gezielt ein bis zwei knallige Farbtöne in Szene und rundet den übrigen Look mit gedecktem Grau, Creme oder Schwarz ab. Laute Lieblingsfarben: Senfgelb, Magenta, Tannengrün, Rosa und diverse Blaunuancen. Gedeckte Lieblingsfarben: Anthrazit, Schwarz, Beige, Camel und Dunkelblau.

Mix it up

Um Eintönigkeit zu vermeiden, meistert die Bloggerin in beinahe jedem ihrer Looks die Styling-Herausforderung Mustermix. Ob Polka-Dots zu floralen Prints oder Patchwork-Zopfmuster zu Längsstreifen: Wer sich bei der Farbwahl an die Moderegeln hält, bricht die Mustermix-Vorschriften gekonnt und bewusst. Sticht aus der Masse hervor. Und kreiert Stück für Stück einen Signature-Style. Zusätzlich zu Prints und Mustern setzt die 22-jährige mit großer Vorliebe auf auffällige Materialien und Schnitte. Blusen, Hosen mit weit geschnittenem Bein, überlange Mäntel und Kleider jeglicher Art in unzähligen Variationen prägen Caro Daurs Look. Dazu präsentiert sie zahlreiche, kuschelige, voluminöse Mäntel und Jacken aus Teddystoff, zeigt keine Scheu vor einer Menge Leder oder mädchenhaften, überdimensionalen Volant-Applikationen. Oft entdeckte Lieblingsteile auf Caros Instagram-Account: Eine rosafarbene Wickelbluse mit plusternden Volantärmeln sowie eine weiße Schluppenbluse mit schwarzen Polka-Dots.

Das ultimative Statement-Trio

Zu beinahe jedem Outfit kombiniert Caro eine Statementsonnenbrille – zum Beispiel ein Katzenaugenförmiges Modell von Vogue Eyewear by Gigi Hadid. Ein weiteres Accessoire-Must-have: Statementohrringe. Ob Boho-Look, aus geometrischen Formen bestehend, mit den Initialen C-D oder einzeln getragen statt als Paar. Um das magische Dreieck der Dauerschen Details zu vollenden, scheint Caro kein Hotelzimmer ohne eine einzigartige Statementbag zu verlassen. Von Prada über Chloé bis Furla offenbart die Blondine mit jedem weiteren Outfit auf Instagram ihren unendlichen Taschenfundus, der vor Luxus, Farbe, Materialien, Prints und Stickereien nur so strotzt.

Auf der Paris Fashion Week besucht Bloggerin Caro Daur in diesem Look die Runwayshow von Balmain.   Copyright: Catwalk Pictures

A woman’s right to shoes

Könnte sich eine Frau jemals auf ein einziges Paar Schuhe festlegen? Als Modeliebhaberin schier unmöglich. Kein Wunder also, dass sich gleich fünf Stilrichtungen als Caros Lieblingsschuhwerk herauskristallisieren. Zusammen mit minimalistischen Sockheels stehen weiße V-Cut Mules und Boots im Eighties-Look ganz oben auf der Schuh-Hitliste, gefolgt von extremen Overkneeboots. Legerer aber ebenso trendsicher zeigt sich die Vorliebe der Bloggerin für Plateausneakers und schlichte, derbe Schnürboots in Schwarz.

Als Teil der internationalen Fashionblogger-Elite experimentiert Caro Daur mit verschiedenen Schnitten, Farben und Materialien. Dabei spickt sie jeden Look gekonnt mit Designerstücken, Trendteilen und Statementaccessoires – ohne den Eindruck zu erwecken, um jeden Preis auffallen zu wollen. Die Gratwanderung zwischen gekonntem Stilbruch und modischem Fauxpas beherrscht die 22-jährige bereits nach zwei Jahren im Bloggerbusiness mit Bravour und erarbeitet sich dank Fleiß und Modemut ihren persönlichen Signature-Style.

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