Style-Vergleich

Beyoncé & J-Lo vs. Rihanna & Miley: Der schmale Grat zwischen sexy und billig

Kristina Hartmeyer
Von Kristina Hartmeyer
05.05.2015 / 17:45 Uhr

Wenn Stars zu Red-Carpet-Events besuchen, heißt es Auffallen um jeden Preis. Dabei werden die Kleider gerne transparenter, knapper oder mutieren ins Unterwäsche-Format. Wenn Zungenakrobatin Miley Cyrus ein Konzert gibt, wird vor allem der Unterwäsche-Look schnell zur grausamen Realität. Auf dem Roten Teppich ist Transparenz momentan der Trend schlechthin, wie wir bei der Met Gala 2015 unschwer erkennen können. Doch wie schafft es eine Beyoncé Knowles auch mit einem fast komplett durchsichtigen Kleid supersexy auszusehen, wohingegen Stars wie Rihanna in einem ähnlichen Kleid kläglich als geschmacklos abgestempelt werden müssen? Eine Spurensuche im Look-Vergleich der Promis.

Kommen wir gleich zum Lieblingstrend der Stars: Transparenz. Bei den CFDA-Awards trägt Rihanna ein See-Through-Maxikleid des amerikanischen Designers Adam Selman. Es ist mit funkelnden Kristallen versehen, die billig wirken und selbst die intimsten Stellen nicht verdecken: Achtung, Nipplegate 2.0! Und was ist das da unten? Ein hautfarbenes, aber dennoch sehr sichtbares Höschen. Wirkt, als hätte Riri sich doch nicht so ganz getraut aufs Ganze zu gehen. Der halbherzige Versuch nackt zu dem Event zu erscheinen und das Böse-Mädchen-Image des selbst ernannten Bad-Girls verleihen ihren Auftritt Titel eines geschmacklosen Fashion-Faux-Pas. Stilvoll? Das geht anders: Beyoncés Performance auf der Met-Gala 2015. Sie schafft es in der transparenten, mit bunten Kristallen versehenen Haute-Couture-Robe von Givenchy-Designer Riccardo Tisci alle umzuhauen. Die funkelnden Steine sind so platziert, dass sie genau die richtigen Stellen verdecken. So wirkt das Kleid zusammen mit dem durchsichtigen Stoff an Beyoncés Super-Body extrem sexy. Und obwohl sie für alle Welt die Treppen erklimmt und ihren Po in die Kameras hält, spricht der Blick und die Haltung der Queen-B von Eleganz und Souveränität.

Rihannas Kleid, der freigelegte Busen und das Übermaß an Accessoires wirken total billig. Viel besser dagegen Beyoncés Auftritt bei der Met-Gala 2015.   Copyright: Dimitrios Kambouris/Getty Images, Larry Busacca/Getty Images

Doch nicht nur das Image eines Stars und eine überzeugende Pose sind ausschlaggebend für einen gelungenen, sexy Auftritt. Das Gesamtbild muss stimmen. Beauty-Look und die Accessoire-Auswahl sind dabei ebenso existenziell wie das Kleid an sich. UK-Sängerin Rita Ora ist nicht gerade für stilvolle Looks bekannt. Das beweist sie erneut, als sie in einem weißen Midi-Cutout-Kleid auf dem Roten Teppich erscheint: Das schulterfreie Dress ist unter der Brust ausgeschnitten und weist einen langen Schlitz am Rock auf - too much of nothing, liebe Rita. Hinzu kommen die unpassenden schwarzen Sandalen, die Wasserstoff-Blondierung und das Übermaß an Armbändern, Ringen und Ketten. Die korallfarbenen Nägel und der rote Lippenstift bringen das Schiff leider endgültig zum Kentern. Kurvenwunder J-Lo hingegen macht es richtig. Bei dem Ensemble aus Crop-Top und Maxirock mit hohem Schlitz setzt sie auf weiße spitze Pumps, silberne Ringe und ein dezentes Fußkettchen. Allein ihre Augen betont sie mit Smokey-Eyes - genau die richtige Balance.

Cutout-Kleider zeigen bereits viel Haut, da muss man sich bei den Accessoires zurückhalten. Rita Ora hat kann sich noch einiges bei J-Lo abschauen.   Copyright: Lisa Lake/Getty Images for iHeartMedia, Ari Perilstein/Getty Images for FIJI Water

Auf der Bühne setzen Stars gerne auf Bodys und Zweiteiler, weil sie die Figur betonen und Bewegungsspielraum lassen. Miley Cyrus trägt ein hochgeschlossenes Crop-Top und einen Katzenprint-Slip mit weit ausgeschnittenem Bein. Als wäre der peinliche Zweiteiler noch nicht genug, greift Miley zu transparenten Armreifen und Ohrringen. Damit ist der Billig-Look komplett: Abrissbirne, bitte! Ein bisschen mehr Stoff würde dir gut stehen, liebe Miley. Jay-Z's Gattin Beyonce steht ähnlich wie Miley auf hoch ausgeschnittene Bodies. Der Pailletten-besetzte Einteiler verdeckt aber mehr als Mileys Variante: Er ist hochgeschlossen und langärmlig. Außerdem trägt das Ex-Desitiny's-Child-Mitglied außer ihrem Ehering keinen Schmuck und kombiniert den Body mit einer Netzstrumpfhose. So sieht sie angezogen und dennoch äußerst sexy aus.

Mileys Bühnenoutfit ist geschmacklos, viel zu knapp und überladen. Beyoncé hat den Dreh raus und präsentiert sich sexy auf der Bühne.   Copyright: Kevin Winter/Getty Images, Michael Buckner/Getty Images

Der Look-Vergleich von transparenten Kleidern, weißen Cutout-Dresses und knappen Bühnenoutfits zeigt, dass man auch mit wenig Stoff und Transparenz sexy auftreten kann - oder eben nicht. Oft sind es kleine Details, wie die passenden Schuhe zum Kleid oder das richtige Maß an Accessoires, die über top oder flop eines Looks entscheiden. Die Queen-B Beyoncé und J-Lo wissen, wie sie ihren Body geschmackvoll in Szene setzen und ihre Vorzüge betonen: Mit ausgewählten Akzenten, dezentem Make-up und Schmuck. Semi-Promis wie Rita Ora, Stars à la Rihanna und Miley kleiden sich allerdings lieber nach dem Mehristmehr-Prinzip und tappen so in die Falle der stillosen Outfits. Das Image eines Stars trägt zwar einiges zur Präsentation auf dem roten Teppich bei, aber am Ende entscheiden doch Stilsicherheit und Modebewusstsein über einen sexy oder einen peinlichen Look.

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