Design-Award

Futuristisch und feminin: Calcuehl gewinnt den Award des Garden of Fashion, Design & Art

24.05.2015 / 13:00 Uhr

Im Haus Ungarn lädt Traumkartell in eine Zauberwelt zum Garden of Fashion, Design & Art. Das Veranstaltungskonzept vereint zahlreiche Jungdesigner, Künstler, DJs und Modebegeisterte an einem gesamten Wochenende. Bevor ein Designmarkt am Samstag und Sonntag seine Toren öffnet, richtet Traumkartell einen Wettbewerb für Jungdesigner aus. Der Verleih des Awards wird von der Jury am Freitagabend überreicht und gebührend gefeiert.

Der Garden of Fashion, Design & Art erblüht bereits im Abendlicht, in den Ästen haben sich Schwärme pinker Origamikraniche niedergelassen und auf der Terasse des Haus Ungarn werden im Abendlicht die ersten kühlen Getränke geschlürft. Durch den Abend führt der aus Tel Aviv stammende Performancekünstler Osh-Ree. An diesem ersten Abend können geladene Besucher und die Jury die Kollektionen sechs ausgewählter Newcomer in einem Wettbewerb begutachten. Der Designer Thomas Hanisch, die Gründerin von Traumkartell, Valeria Klapproth, Chefdesignerin des Labels Rau, Martina Rau, der Chefredakteur von iheartberlin, Frank R. Schröder, die Moderedakteurin Laura Jasmin Schäfer und die Gründerin des LNFA-Conceptstores, Sevil Uguz, entscheiden an diesem Abend über die beste Modekollektion. Dieser Fachjury also präsentieren die sechs Jungdesigner bei einer kleinen Runwayshow einige ausgewählte Teile ihrer Kollektion. Und anschließend werden bei Fashioninstallationen die Konzepte und Entwicklungsideen der Kollektionen persönlich von den Designern vorgestellt.

Das Label Blue Gold arbeitet mit natürlicher Indigofarbe, die in Batiktechnik auf die Stoffe gebracht werden. Dadurch entsteht ein Flair von sommerlicher Leichtigkeit und südamerikanischem Flair. Die Esmod-Absolventin Danijela Simonovska setzt auf Purismus in Schnitt und Design. Die Feinheiten machen ihre Entwürfe zu etwas Besonderem, denn die verwendeten Materialien sind recyclebar und umweltfreundlich. Das Label Gerüscht und Zugenäht der MDH-Absolventin Huong Tran Thi aus dem Jahrgang 2015, versucht mit einfachen Schnitten, dem Wandel verschiedener Verarbeitungstechniken und sich wandelnder Funktionalität nachzugehen.

Salome Feltens hat ihren Abschluss an der Hochschule Trier gemacht. Ihre Kollektion überträgt den nackten Frauenkörper auf die Außenseite der Textilien. In ihrer Präsentation spielt sie mit Körperlichkeit und Feminismus. Mit ihrer Kollektion I was here begibt sich Yasemen Kaan auf die Spuren der islamischen Welt mit einer modernene Interpretation. Ihre Entwürfe in den Farben Beige und Weiß fallen durch aufwändige Plissees und Falten auf.

Das Label Calcuehl stammt ebenfalls aus dem Jahrgang 2015. Die AMD-Absolventin Konstanze Louise gewinnt den Award des Garden of Fashion, Design & Art mit ihrer Kollektion Terra Immaculata. Die Kollektion, inspiriert vom Raumschiff Enterprise, kombiniert geschickt futuristische Materialien, Schnitte und feminine Formen miteinander. Sie greift in verschiedenen Rottönen mit modernen Materialien gekonnt Traditionelles auf. Mit ihrem Thema einer futuristischen Utopie, die sie in PVC-Materialien in subtiler Art zusammenfasst, überzeugt sie die Jury. Den dritten Platz belegt Somovska und den zweiten Platz erhält Yasemen Kaan.

Designerin Konstanze Louise von Calcuehl überzeugt die Fachjury mit der Präsentation ihrer Absolventenkollektion.   Copyright: Lisa Thiele / Styleranking

Der Awardabend biete den Fachbesuchern einen facettenreichen und fundierten Blick in die Landschaft der neuen Generation der Jungdesigner in Berlin. Leider ist der Auftaktabend des Garden of Fashion, Design & Art nicht so gut besucht. Auch wird die Entscheidung der Jury nicht kommentiert oder eine Erläuterung für die Auswahl der Gewinner gegeben - was doch gerade für die Zukunft der Jungdesigner von Interesse sein wird.

Das Veranstaltungskonzept von Traumkartells Garden of Fashion, Design & Art wirkt daher ein bisschen, als wolle man unbedingt sehr viele Konzepte anbieten (Award, Markt, Konzerte, Party etc.) aber leider geht dadurch der inhaltliche Fokus verloren. Es bleibt daher zu beobachten, wie sich diese Veranstaltungsreihe entwickelt und ob sie sich für Jungdesigner zu einer relevanten Instanz etablieren kann.

Follow us