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Berlin Fashion Week Fall/Winter 2020/21

Déjà-Vu und großer Hype: Marina Hoermanseder zeigt in Berlin

Laura Wagener
Von Laura Wagener
17.01.2020 / 21:07 Uhr

The Hype is real: Wenn Designerin Marina Hoermanseder einlädt, stehen Influencer und Prominente in hippen Berliner Locations Schlange, um ihre neuesten Kreationen zu bestaunen. Die Österreicherin hat geschafft, wovon viele deutsche Designer träumen: Ihre Brand und Show gelten als Highlight der Berlin Fashion Week.

Kylie, Gigi, Gaga, Taylor - das Who-is-Who internationaler Superstars trägt Marina Hoermanseder. Ihre visuelle DNA ist ebenso unverkennbar wie einzigartig. Statt frischer Designs und Experimentierfreudigkeit zeigt ihre Fall/Winter 2020/21-Kollektion, die sie in der urbanen Industrielocation Neuzeit Ost präsentiert, jedoch Altbewährtes und Gefeiertes.

Aus den Lautsprechern der hohen Backsteinwände der Neuzeit Ost sind Zirpen und Vogelgesang zu hören. 1300 Pflanzen hat das Team um Marina Hoermanseder zu einem Dschungel zusammengetragen. Darüber hängt der Mond - tief und silbrig.

Mit umweltschonenden Goodie Bags, einem Strap Skirt aus Ananas-Leder und Dschungel-Feeling scheint die Message der Show in eine klare Richtung zu tendieren. Wären da nicht die vielen Ungereimtheiten, die von dieser Linie abweichen.

Mit 20 Minuten Verspätung und minutenlangem Blitzlichtgewitter in der ersten Reihe startet die Show. Es ertönen dumpfe Bässe und Goethes Ballade “Erlkönig”. Betont langsam und steif bewegt sich das erste Model über den Laufsteg. Sie zeigt ein schwarzes plastisches Kleid mit starker Deformation an Schultern und Hüfte - der gefeierte Signature Look der Designerin.

Marina Hoermanseder auf der Berlin Fashion Week für Fall/Winter 2020/21   Copyright: Stefan Kraul

Das Babydoll-Make-Up verleiht dem Look etwas Erotisches, gleichzeitig Bedrohliches. So auch das aufgemalte Maul der Schlange, das fast schon dreidimensional auf dem Korpus des Models wirkt. Darin prangen die Initialen der Brand.

Im starken Kontrast dazu steht das nächste Outfit: Seidig glänzendes Babyrosa und floral gelegte Rüschen könnten nicht gegensätzlicher zum ersten Look wirken.

Marina Hoermanseder auf der Berlin Fashion Week für Fall/Winter 2020/21   Copyright: Stefan Kraul

Im Verlauf der Show begegnen wir spacigen Farben, deren fluoreszierender Charakter teils durch aufgeklebte Steine dreidimensional in Szene gesetzt wird. Daneben feminine Rüschen, große Schleifen und jede Menge Glitzer, die neben Gothic-Elementen über den Laufsteg spazieren. Ein Gedankensprung folgt dem nächsten.

Highlight der Show bildet ein Kleid aus zahlreichen bunten Mini-Straps, die zumindest in dieser Anordnung eine Neuigkeit darstellen. Als finalen Look führt die Designerin ein schwarzes Brautkleid mit Tüllrock, plastischem Korpus und weiter rüschenumsäumter Schleppe vor. Am Ende gibt es tosenden Applaus und Konfettiregen. Marina Hoermanseder weiß sich zu inszenieren.

Marina Hoermanseder auf der Berlin Fashion Week für Fall/Winter 2020/21   Copyright: Stefan Kraul

Der Name Hoermanseder verspricht einen einzigartigen und extravaganten Look, den die Designerin auch in diesem Jahr abliefert. Doch das Konzept der Kollektion wirkt zusammengewürfelt. Eine Inspirationsquelle der Designerin lässt sich nur schwer ausmachen und auch die Nachhaltigkeits-Message wirkt mangels stringenter Übertragung auf die gesamte Kollektion wenig überzeugend.

Schönheit, Ästhetik und der Hype um bekannte Styles stehen klar im Fokus dieser Show. Wer die Einzigartigkeit der Brand versteht, kann diesen Hype nachvollziehen. Hoermanseder beherrscht ihr Handwerk und hat ihren persönlichen Stil gefunden.

Zu viele Fragen bleiben nach dieser Präsentation jedoch offen: Warum nur ein einzelner veganer Rock? Und wie passen die anderen Kollektionsteile ins Bild? Was macht der Mond über dem Laufsteg, was hat es mit dem Erlkönig auf sich und passt das Material Nicki tatsächlich zur Marke Hoermanseder?

Marina Hoermanseder präsentiert den berühmten Strap Skirt - diesmal aus Ananas-Leder.   Copyright: Stefan Kraul

Marina Hoermanseder setzt in diesem Jahr auf Altbewährtes, Überraschungen gibt es kaum. Vielmehr verspüren wir das Gefühl, die Looks bereits zu kennen.

Experimente und Neuerungen würden der Brand gut stehen und sind sicherlich umsetzbar, ohne ihre visuelle Ästhetik zu verlieren. Wir freuen uns wieder auf mehr Mut und Innovationen einer Designerin, die ihr Können und ihre außergewöhnliche künstlerische Expertise längst bewiesen hat.

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