Frühjahr/Sommer 2015

Denim Guide: 5 Gebote für deinen Weg zur perfekten Destroyed Jeans

20.04.2015 / 17:30 Uhr

Sie ist der Sommerschreck unserer Großmütter, der Antichrist des Conventional Dressing: Die Destroyed Denim. Aber was lässt sich besser zu luftigen Boho-Blusen, überlangen Shirts und Lederfransen kombinieren, als eine aufs Kunstvollste ramponierte Jeans? Doch destroyed ist nicht gleich destroyed. Die perfekte Hose zu finden ist eine Wissenschaft, in der wir nur zu gern Nachhilfe erteilen. Unser Denim-Guide verrät die fünf einfachen Gebote, um die perfekte Jeans zu finden und ideal zu stylen - zehn tolle Modelle zum Nachshoppen inklusive. Damit die Suche nach der richtigen Sommer-Jeans nicht zur Zerreißprobe wird.

1. Denim-Gebot: Know some good Stoff

Bevor du dich an die Warenkörbe der Online-Shops machst, solltest du deinen neuen Sommerbegleiter erst einmal näher kennenlernen. Ihre ersten Schritte machte die Jeanshose als Arbeitskleidung für Goldgräber der Vereinigten Staaten. Robust und fest - das zeichnet eine gute Jeans auch heute noch aus. Dank seiner Heimatstadt Nîmes trägt der reißfeste Stoff heute seinen charakteristischen Namen - Denim (de NÎmes). Echtes Denim erstrahlt von der Außenseite her in Indigo-Blau, weil nur die Kettfäden des kräftigen Baumwollgewebes eingefärbt werden. Deshalb scheinen die zerfetzten Kanten einer echten destroyed Jeans schneeweiß, wie die Innenseite. Die ersten kaputten Hosen trugen die Punks der Siebziger, die ihre Jeans einfach nicht flickten, wenn sie Löcher bekamen. Erst Designer wie Vivienne Westwood, die selbst ernannte Queen of Punk, machten den Look zehn Jahre später laufstegtauglich.

2. Denim-Gebot: Da draußen wartet dein Schnitt auf dich

Boot-Cut, Tapered, Skinny Fit und Flares - im Passformen-Dschungel kann man schnell verzweifeln. Vor allem weil jede Denim-Marke eigene Schnitte entwickelt und anders ausfällt. Da hilft nur: Durchprobieren! Der große Vorteil an so viel Auswahl: Für jeden ist der richtige Schnitt dabei. Denn auch wenn auf den Streetstyle Blogs die Mom-Jeans ein Dauerbrenner ist und die Schlaghose mit Pauken und Jimmy-Hendrix-Gitarren ihr Comeback einläutet: Nicht jedem stehen diese ausgefallenen Cuts. Wer ungern seine Hüften betont oder seine Beine zu storchig findet, greift lieber zu geraden oder sich leicht verjüngenden Schnittformen. Das lange Rumprobieren vor dem Spiegel ist es wert, denn eine gut sitzende Jeans macht den Rest des Outfits zum Kinderspiel. Heidi Klum trägt in unseren Denimspirations eine Destroyed Skinny und kombiniert dazu ein schlichtes Oberteil und Accessoires in Weiß. Mehr braucht es nicht, die Jeans macht den Look.

Der richtige Schnitt macht den Look: Heidi Klum komplettiert ihre gut sitzender destroyed Jeans mit schlichtem Weiß.   Copyright: Phil Walters / Getty Images

3. Denim-Gebot: Natur pur!

Egal ob die Hose bereits zerrissen über die Ladentheke wandert, oder du später selbst mit Schere und Feile Hand anlegst: Eine destroyed Jeans wird sich immer verändern. Löcher reißen weiter auf, Waschungen werden heller und kaputte Säume fransiger. Sie wird mit jedem Tragen ein Stückchen besser. Also Vorsicht bei der modischen Zerstörungswut. Wer zu früh zu viel will, steht am Ende vielleicht ohne Hose da. Löcher vom Oberschenkel bis zum Fußknöchel wirken nicht mehr authentisch, sondern albern. Wähle deshalb eine destroyed Jeans mit kleinen oder mittelgroßen Tragespuren und lass die Zeit den Rest erledigen.

Die Destroyed Jeans wird mit jedem Tragen ein bisschen besser und authentischer.   Copyright: Catwalkpictures

4. Denim-Gebot: Zu kurz kommen erwünscht

In diesem Sommer ist zu kurz kommen dringend erwünscht. Mit der Bezeichnung "Cropped Jeans" können wir den spöttischen Beinamen "Hochwasserhose" endlich weglachen. Und unsere destroyed Denim nach Modelust krempeln, rollen oder auf Knöchelhöhe abschneiden und lässig ausfransen lassen. Das gilt für Männer und Frauen und ist bei heißen Temperaturen sowieso viel angenehmer. Die ultraknappe Denim-Hotpants hat ausgedient, wer aber Lust auf neue Jeansformen hat, sollte den Sommertrend Culottes mal in robustem Indigo probieren. Hier aber Obacht vor zu viel Destroyed, denn auf den weiten französischen Sommershorts gilt wieder: Mehr ist nicht mehr (siehe Denim-Gebot Nummer 3).

5. Denim-Gebot: Gleich und gleich gesellt sich gern

Weil in diesem Sommer alle Laufsteg Kollektionen nach Hippie-Flair und Boho-Attitüde schreien, kann man die kaputten Jeans getrost zu allem Tragen. Hauptsache es schwingt eine gehörige Portion Lässigkeit mit. Die Königsdisziplin des Jeans-Stylings bleibt aber der Triple Thread: Denim auf Denim auf Denim. Galt es dabei in früheren Saison noch gleiche Jeanswaschungen in jedem Fall zu vermeiden, ist in diesem Sommer genau das unser Credo. Dieselbe Farbe in Jeanshose, Jeansjacke und Jeanshemd: Der Denim-Overkill, gestylt wie auf dem Laufsteg bei Chloé - als Alltagsuniform mit modischem Augenzwinkern.

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