Fashion Week Berlin Spring Summer 2018

Designer for Tomorrow: Stella McCartney kürt in Berlin die Gewinnerin des Nachwuchspreises

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
10.07.2017 / 12:06 Uhr

Stella McCartney. Ein Name, der für großes britisches Modedesign steht, für internationale Fashionshows und teure Designerkleidung. Stella McCartney, die Tochter von Beatles-Legende Paul ist eine der renommiertesten Designerinnen unserer Zeit. Ihr Steckenpferd: Nachhaltigkeit. Verantwortungsbewusstsein in der Mode. Und Nachwuchsförderung. In diesem Jahr ist sie zum wiederholten Male Schirmherrin des „Designer for Tomorrow“- Awards von Fashion ID und Peek&Cloppenburg. Nach einem langen und umfangreichen Auswahlverfahren wird im Kaufhaus Jandorf im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin der Award zum zehnten Mal verliehen.

Wenn Stella McCartney zur Show ruft, kommen die deutschen Promis in Scharen. Arne Friedrichs, Sara Nuru und Viktoria Swarowski sitzen in der ersten Reihe. Und natürlich Stella McCartney selbst. Sie, die Chefredakteurin der deutschen Vogue Christiane Arp, John Cloppenburg (P&C), Melissa Drier (Women's Wear Daily), Karen Heumann (thjnk), Marcus Luft (Gala), Jessica Weiß (Journelles.de), Kerstin Weng (InStyle) und Michael Werner (TextilWirtschaft) bilden die Jury des „Designer for Tomorrow“-Awards. Aus zahlreichen Bewerbern wählt diese Jury bereits im Vorfeld fünf Finalisten aus, die dann im Kaufhaus Jandorf ihre Kollektionen präsentieren.

Los geht es allerdings mit der Gewinnerin aus dem letzten Jahr. Mit ihrer ersten großen Kollektion bringt Edda Gimnes all das auf den Laufsteg, was sie im letzten Jahr und dank der DfT-Awards erfahren und lernen konnte. Und ihre Kollektion zeigt: das ist eine Menge. Zu klassischer Musik laufen die Models in den für Edda Gimnes so typischen Prints über den Laufsteg. Schon bei ihrer Gewinner-Kollektion bemalt sie die Stoffe mir ihrer linken Hand und setzt die gesamte Kollektion in Schwarz-Weiß um. Nun ist eine Menge Farbe hinzugekommen. Die aufgezeichneten Nähte oder Paspeln aber sind geblieben. Edda Gimnes zeigt zahlreiche schulterfreie Kleider, übergroße opulent schwingende Hüte und weit ausgestellte Röcke. Eine intensive Kollektion, mit der Edda Gimnes beweist, dass sie definitiv eine Designerin for Tomorrow ist.

Edda Gimnes zeigt, was nach einem Jahr Förderprogramm entstehen kann und beweist mir ihrer Kollektion, dass sie im vergangenen Jahr zurecht "Designer for Tomorrow" wurde.   Copyright: 2017 Getty Images

Moderatorin Johanna Klum führt, extra für Stella McCartney, auf englisch durch die Award-Show. Jeder der fünf Finalisten wird mit einem kurzen Trailer über zwei riesige Videoleinwände vorgestellt und präsentiert im Anschluss eine kleine Kollektion vor dem Publikum und der Jury. Den Einstieg macht Lisa Haas von der Media Design School München, die sich ihre Inspiration aus der Männermode zieht, wie sie erzählt. Es folgen Entwürfe mit haptisch aufregenden Materialien, großen aufgenähten Taschen, feminien Faltenwürfen und klassischen Farbwelten. Die zweite der fünf ausschließlich weiblichen Finalistinnen Fatima Danielsson zeigt eine Kollektion mit breiten Nadelstreifen, überlangen Armen und weit ausgeschnittenen Carmenblusen. Oversize Silhouetten bestimmen die Entwürfe ebenso, wie schlichte Farbwelten, die sich unter anderem in weiten Camel-Mänteln zeigen.

Im Anschluss wird es laut und bunt. Die Kollektion von Marcella Lobo mit plakativen Ethno-Einflüssen ist mit so vielen Details versehen, dass das Auge gar nicht weiß, wohin es zuerst schauen soll. Goldene Cropped-Jacken mit XL-Rüschen stylt die Designerin mit übergroßen Kapuzen und extra langen Rasta-Zöpfen. Schnallen, Schriftzüge und Kopfschmuck sind kunstvoll miteinander sowohl in Damen- und Herrenoutfits kombiniert.

Stella McCartney und John Cloppenburg kurz vor der Entscheidung, wer in diesem Jahr "Designer for Tomorrow" wird und damit ein exklusives Förderprogramm von Fashion ID und P&C durchlaufen darf.   Copyright: 2017 Getty Images

Deutlich zarter wird es bei Fanni Varga, die ihr Studium am College of Fashion in London absolviert hat. Sie greift mit ihrer Kollektion den aktuellen Lingerie-Trend auf und zeigt dekonstruierte Entwürfe mit Spitze, fließenden Stoffen und hohen Beinausschnitten. Das Farbspektrum umfasst hauptsächlich Schwarz, Weiß und Rot. Die letzte Kollektion der Award-Show ist von Lara Krude und trägt den Titel „Was bleibt“. Sie zeigt dekonstruierte Klassiker, wie Mäntel oder Hemden in Businessfarben, die mit der feinen Materialwahl harmonieren. Gürtel betonen die Taille, auch bei den Herrenmodellen. Lara Krude entwickelt damit die Idee einer Welt mit aussterbendem Schneiderhandwerk, in der die Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihre Kleidung richtig tragen sollen.

Als Stella McCartney schließlich die Siegerin verkündet, erntet die Entscheidung lauten Beifall. Lara Krudes völlig stimmige Kollektion ist nicht nur eine intellektuelle, sie hat auch die schönste Herleitung des Designprozesses und wird deswegen völlig zurecht mit dem „Designer for Tomorrow“-Award ausgezeichnet. Ein Konfettiregen beendet die Award Verleihung und läutet ein spannendes Jahr für die diesjährige Gewinnerin ein. Dieses endet dann mit der Übergabe des Awards an die Gewinnerin des nächsten Jahres.

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