Paris Fashion Week Fall/Winter 2018/2019

Dior marschiert für die Frauenrechte von gestern und heute

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
01.03.2018 / 15:45 Uhr

Die 1960er Jahre prägen noch heute unseren Alltag. 1969 landen die ersten Menschen auf dem Mond, Frauenrechte erhalten durch feministische Bewegungen einen Schub und die USA schaffen endlich die Rassentrennung ab. Die Parallelen zu heute sind unverkennbar, denken wir nur an die Black Lives Matter-Bewegung oder die Metoo-Debatte. Das erkennt auch Christian Dior-Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri und inszeniert eine Fall 2018 Kollektion im Zeichen der politischen 1960er Jahre. Die Location, eigens für die Präsentation errichtet, spiegelt im wahrsten Wortsinn eine Zeit voller mutiger Kämpfe wieder und sorgt schon zur Beginn der Paris Fashion Week für ein echtes Highlight.

Königsklasse auf und neben dem Laufsteg

Wenn Dior zur Prêt-à-porter Show ruft, lässt keine Fashionista auf sich warten. Am ersten Tag der Paris Fashion Week versammeln sich Bloggerin Olivia Palermo mit Johannes Huebl, die Influencer Leonie Hanne von Ohhcouture, Caro Daur, Negin Mirsalehi oder Cara Delevingne im Musée Rodin.

Hier beweist Dior abermals, dass die Maison auch in Sachen Inszenierung die Königsklasse anführt. Die Location beeindruckt mit hohen Decken, die wie Wände und Boden mit patchworkartig zusammengestellten Zeitungsausschnitten gepflastert sind. Spiegel an der Decke werfen die Slogans zurück und verleihen damit jeder einzelnen Aussage eine starke Stimme. Dieses begehbare Pop-Art Kunstwerk mit politischer Aussage unterstreicht einmal mehr die Dringlichkeit der Botschaften, die Chiuri mit ihrer Kollektion in den Fokus stellt.

Dior macht klar: Nein heißt nein

Die Fall 2018 Kollektion, die Dior zunächst bei der Fashion Show und einen Tag später im Re-See präsentiert, zeigt sich feminin und ausdrucksstark. Maria Grazia Chiuri begeistert erneut mit einem Statement-Piece, dessen Aufschrift C’est non, non, non et non! als modischer Beitrag zur Metoo-Debatte zu verstehen ist.

Die Designerin spielt mit farbintensiven Muster-Kombinationen und schickt aufwändige Patchwork-Designs auf Blazer oder Rock über den Runway. Sie bedient sich den modischen Anfängen der Hippiebewegung, indem sie ein farbenfrohes Häckelkleid mit Taillengürtel oder ein romantisches Midi-Kleid aus Spitze vorstellt und zeigt Looks, die entschlossen und ausdrucksstark ihre Trägerin kleiden.

styleranking-Redakteurin Franziska schaut sich beim Re-See in der Avenue Montaigne die Dior-Kollektion an.   Copyright: styleranking

Maria Grazia Chiuri verzichtet darauf, jenes Jahrzehnt, welches ihr als Inspiration dient, modisch auszuschlachten. Die Geschichte der 60er Jahre lässt sich visuell dennoch nachvollziehen. Entscheidend zeigen sich hier die Denim Patchwork Looks in Kombination mit silber metallischen Space-Oversize-Jacken oder einer Kombination aus Blazer und Hosen aus eben diesem Material.

Alle Looks des Runways werden beim Re-See einen Tag später präsentiert.   Copyright: styleranking

Vergessener Style mit neuem It-Piece Potenzial

Absolute It-Accessoires der Kollektion: Der Taillengürtel mit opulenter Dior-Schnalle und die Saddle Bag. John Galliano, ehemals Chefdesigner der Maison Dior, prägte den Look der Saddle Bag, die mit der Fall 2018 Kollektion auf den Christian Dior-Laufsteg zurückkehrt. Das Comeback wird mit zahlreichen Varianten, etwa mit Dior-Logo Print, im bunten Patchwork-Look oder in royalem Blau gefeiert. Der Liebe von Influencern und Fashionprofis kann sich diese It-Bag sicher sein.

Die Saddle Bag gibt es bald auch im stylishen Patchwork-Look.   Copyright: styleranking

Dior mischt sich mit dieser Kollektion in gesellschaftliche Debatten ein, bezieht Stellung und beweist, wie kraftvoll Design sein kann. Dass Frauenrechte ihr ein Anliegen sind, hat Maria Grazia Chiuri bereits mit ihrer Spring 2017 Kollektion deutlich gemacht. Nun führt sie dieses Thema in einer vollkommen stimmigen Kollektion fort, die nicht nur mit Inhalten glänzt, sondern auch visuell Spaß macht.

Follow us