London Fashion Week Winter 2016

Disco, Drama und Designs: Die Highlights der London Fashion Week

Von Daniel Verovic
19.03.2016 / 16:00 Uhr

Mit Regina Motalib

Während wir unsere High Heels von den Füßen streifen und einmal tief durchatmen bis zur nächsten Modewochen-Saison, lassen wir Disco, Drama und Designs der London Fashion Week nur zu gerne noch einmal Revue passieren.

Mit eigenwilligen Kollektionen, beeindruckenden Locations, wummernden Soundtracks und einem Kaleidoskop aus Farben zogen die Runways die Gäste in ihren Bann. Damit hat London wieder einmal unter Beweis gestellt, warum es zu den führenden Städten des Styles gehört. Sowohl etablierte Brands als auch aufsteigende Talente stellten sicher, dass London auch in dieser Saison seinem Ruf gerecht wird.

Nicht nur das Traditionslabel Burberry überzeugt auf der London Fashion Week mit seinen neuesten Kreationen.   Copyright: Burberry

Alice Temperley London entwickelt den kreativen Leitfaden für ihre Kollektion aus „Piraten, Meerjungfrauen und einem Hauch Hendrix“. Die Show beeindruckte mit Tattoo-inspirierten Applikationen, jungenhaften Schluppenblusen und Capes über grazilen Kleidern sowie nautischen Tattooprints auf exzentrischen Kleidern.

Das Label Temperley London ließ sich für seine aktuelle Kollektion vor allem von der Seefahrt inspirieren.   Copyright: Catwalk Pictures

Spaß und Spielerei prägen auch die Show von Anya Hindmarch. Inspiriert von typischen Spielhallen der 80er Jahre strahlt die Umgebung sowohl Retroflair als auch futuristisches Ambiente durch 8-Bit-Zeichen und Zauberwürfel aus. Die Models erstrahlen auf dem Runway in Mänteln und Accessoires aus farbigen Quadraten zu typischen Sounds von Videospielen und Technomusik. Gigantische Pixel auf Mänteln, Stiefel mit pixelartigen Applikationen und Emojis prägen die Show, Models tragen Rucksäcke und flauschige Tragetaschen mit Pac-Man- und Space-Invader-Motiven.

Stylische Spielerei: Designerin Anya Hindmarch ließ sich von den Spielhallen der 80er inspirieren.   Copyright: Catwalk Pictures

Mary Katrantzou sorgt für eine ordentliche Portion Drama mit ihrem romantiküberhäuften Rodeo-Thema. Die Inspiration der Kollektion - „Dualität, Liebhaber und Verlust der Liebe“ - stellt Bezug zu Romeo und Julia sowie Natural Born Killers. Perlenstickerei, Stickmuster und Motive des Amerikanischen Höllenfeuers und des Adlers prägen ihre Entwürfe. In Sterne-, Herzen- und Feuerwerksmotiven gehüllt rocken die Models den Runway in Shirtkleidern, kantigen Jacken, mehrfarbigen Fellen und Flickenjacken.

Farbexplosion: Designerin Mary Kantrantzou kreierte eine einzigartige Kollektion.   Copyright: Catwalk Pictures

Ashish liefert eine waschechte Seventies-Disco für seine H/W 2016/17-Show. Models stolzieren in Designs aus Glitter, Pailletten und all dem anderen funkelnden Zeug über den Runway. Sobald man einen Trenchcoat, einen Zweiteiler oder ein Abendkleid erblickt, beherrschen Pailletten und strahlende Farben die Kollektionsstücke. Der Spaß und die Vielfalt auf den Bildschirmen gehen Hand in Hand mit den gigantisch knalligen Afroperücken und sorgen dafür, dass die Show zu den erinnerungswürdigsten der gesamten London Fashion Week zählt.

Disco wanted: Bei Ashish geht's zurück in die Siebziger!   Copyright: Catwalk Pictures

Das größte Vergnügen für alle Runway-Süchtigen bildet Alexander McQueens Homecoming in die prunkvollen Lawrence Hall - nach 15 Jahren in Paris. Primär wohl aus dem Grund, dass die neue Kreativdirektorin Sarah Burton hochschwanger ist. Die traumhafte Kollektion besteht aus einer Menge Anmut und Symbolen – Motten, Schmetterlinge und Eulen – mit Detailverliebtheit in Stickerei und Applikationen. Die Models schweben mit zerzaustem Haar in Chiffonkleidern, handbemalten Lederkorsetts und asymmetrisch geschnittenen Halskrausen über den Catwalk. Die Location taucht die Show in eine nächtliche Atmosphäre durch dunkle Vorhänge, sodass sich das Setting perfekt an Sarah Burtons Beschreibung der H/W 2016-Kollektion von Alexander McQueen für Frauen als „beinahe schlafwandlerisch in einem Zustand, in dem Realität und Traum verwischen“ einfügt.

Die Kollektion von Alexander McQueen soll Realität und Traumwelt vereinen.   Copyright: Catwalk Pictures

Christopher Bailey beweist einmal mehr, warum ein Ticket zur Burberry Show kaum zu erhaschendem Goldstaub gleichkommt. Burberrys speziell angefertigte Location der Show, errichtet in den Kensington Gärten, könnte nicht besser zur Historie des britischen Kulturerbes der Marke – dem Burberry Prorsum Pferdelogo und dem legendären Trenchcoat - passen. Sowohl die Shows der Herren, als auch der Damenkollektion, werden durch Liveauftritte Britischer Newcomertalente unterstützt. In alter Tradition ziert die Frontrow der Shows das Who’s’Who der englischen Celebrities. Allesamt in Burberry gekleidet, wie Brooklyn Beckham, Mark Ronson, Alexa Chung, The Weeknd und Ellie Goulding. Auch Starfotograf Mario Testino zählt zu den Besuchern des Events und mischt sich unter die Masse der Supermodels aus Naomi Campbell, Suki Waterhouse, Rosie Huntington-Whiteley und Co.

Die Burberry Menswear Kollektion besticht durch eine Mischung aus sportlicher Klassik und Military.   Copyright: Burberry

Die Menswear Kollektion beherrschen Trainingsjacken mit Reißverschlüssen, zweireihige Militarymäntel, kakifarbene Parka und Bomber- und Daunenjacken. Das Setting für die Show der Damenkollektion versprüht ein nahezu intimes Loungeflair, die Gäste thronen auf samtüberzogenen Bänken, während sich die Models in paillettenbesetzten Minikleidern aus Brokatstoff, oversized Mohairmänteln über Glamdresses und Cashmeremänteln im Militarylook um sie herumschlängeln. Das Markenzeichen Burberrys – der Trenchcoat – mischt sich unter die Kollektionsstücke in schwarzem Lack- und farbigem Pythonleder.

Kaschmir, Python, Lackleder: Die neue Damenkollektion von Burberry spielt gekonnt mit Materialmixen.   Copyright: Burberry

Zusätzlich zu den spektakulären Shows lockt Burberry mit der Ankündigung einiger großer Veränderungen im Haus. Die Linien Prorsum, London und Brit sollen zu einem Burberry-Banner verschmelzen. Zusätzlich soll zukünftig erstmals die Möglichkeit bestehen, die neuesten Kollektionen direkt vom Catwalk zum Verkauf anzubieten. Eine weitere Veränderung in naher Zukunft wird eine Präsentation der Mens- und Womenswear in einer gemeinsamen Show, als eine Art Mixed Collection ohne saisonale Bindung. Für alle Burberry verliebten Fashionistas, die keines der Goldenen Tickets zur Show ergattern können – keine Sorge. Denn dieses Spektakel ist gerade Mal Teil 1 einer überwältigenden Inszenierung. Der zweite Teil wird im September dieses Jahres präsentiert.

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