Buch-Tipp

"Dresscode" von Wolfgang Joop: Mehr Comedy-Lektüre als Moderatgeber

17.04.2015 / 17:45 Uhr

Die Mode ist eine Sache für sich. Ständig verändert sie sich, manchmal verliert man den Überblick, machmal die Kontrolle über sie. Doch egal, wie kompliziert die eigene Beziehung zur Mode auch ist und egal, wie oft man an ihr auch verzweifeln mag: An ein Ende der aufregenden Liebesbeziehung ist schlussendlich nie zu denken. Immerhin ist sie ein Teil von uns, ein Spiegel der eigenen Seele, eine Möglichkeit, Leuten um uns herum zu zeigen, wer wir sind. Oder?

"Für mich ist Mode eine Inszenierung, eine Selbstinszenierung, die für den Menschen, der es tut, einen Grund hat", schreibt Designer Wolfgang Joop in seinem neuen Buch "Dresscode". Es erscheint am 20. April im Handel. Die Mode ist ein Medium der Illusionen und des Scheins. Man versucht ständig, sich selbst mit ihrer Hilfe immer wieder neu zu entdecken und individuell zu bleiben, während man sich gleichzeitig an die modebewusste Masse anpasst. Das klingt ziemlich anstrengend - und das ist es manchmal auch, denn der Weg zum eigenen Modestil ist in einer schnelllebigen Modewelt wie heute holpriger denn je. Wir konnten das Buch vorab lesen und begutachten.

Doch es gibt auch solche Menschen, denen das Ding mit dem individuellen Modestil einfach liegt. Nicht umsonst bezeichnet man sie als Stil-Ikonen. "Mit ihren Looks sind sie echte Alternativen zum Trend-Einerlei", schreibt Joop. Und genau mit diesen Alternativen, mit den Stil-Ikonen von heute, setzt sich der Designer in "Dresscode" auseinander.

Insgesamt zwölf Fashionistas nimmt er genau unter die Lupe, analysiert ihren Style, ihre Fehler, das, was sie ausmacht und das, was sie schlussendlich zu Mode-Ikonen macht. Egal ob Carine Roitfeld, Tilda Swinton oder Iris Apfel: Joop entschlüsselt die Modegeheimnisse der von ihm auserwählten Frauen auf eine sehr amüsante Art und Weise und untermalt seine Aussagen mit selbstgemalten Illustrationen.

Joops Buch ist ab dem 20. April erhältlich und kostet rund 18 Euro.   Copyright: Johannes Simon / Getty Images

Hin und wieder wird gelästert, jedoch nicht in einer böswilligen Art und Weise, sondern stets so, dass man sich als Leser das Schmunzeln manchmal einfach nicht verkneifen kann. Kate Middletons Style findet er langweilig, ihre Kostüme erinnern ihn an Stewardess-Uniformen. "Rihanna", so sagt er "ist genau so Fast Fashion wie Zara und H&M." Und Lena Dunham? Die sieht nach Angaben des Designers aus wie Angela Merkel, wenn sie ein Popstar wäre. Spaß bereitet das rote Büchlein also auf jeden Fall.

Wer auf der Suche nach einer unterhaltsamen Lektüre für Urlaub oder Bahnfahrt ist, sollte einen Blick in Joops neuestes Buch werfen, das zwischen den sympathischen Analysen auch Ratgeber-Züge und Tipps und Tricks für den Modealltag bereithält. Und eine Botschaft: Mode kann jeder, wenn man Experimentierfreude mitbringt und Spaß daran hat.

Dresscode, Stilikonen zwischen Kult und Chaos
256 Seiten, Format 16x21,5
Verlag: Gräfer und Unzer
Preis: 18 Euro
ISBN: 978-3-8338-4477-5
Erscheinungstermin: 20.04.2015

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