Kinderkolumne

Echt Bombe, dieser Trend: Das Comeback der Bomberjacke in der Kindermode

Gabriela Keller
Von Gabriela Keller
19.11.2016 / 14:00 Uhr

Wer kleine Kinder hat, weiß: Der Alltag ist ein Kampf an vorderster Front. Trends, bei denen originelle Designs mit Funktionalität einhergehen, sind deswegen für die meisten Eltern ein Grund zu heller Freude! Die Bomberjacke bietet extrem viele Ideen für modische Vielfalt, weil sie auf rein praktischen Überlegungen beruht. Ihre Urform, das Modell MA-1, wurde in den frühen 1950er Jahren von der US-Air-Force als Weiterentwicklung der üblichen Pilotenjacken aus Pferdeleder konzipiert. Denn das damals beginnende Jet-Zeitalter brachte neue Erfordernisse im Hinblick auf Sicherheit und Tragekomfort mit sich.

Ursprung aus dem Flugzeug

Was im Cockpit von Kampfflugzeugen nützlich ist, erweist sich auch auf dem Spielplatz als gute Idee: Dank des glatten Kunstgewebes verringert sich für die Piloten die Gefahr, an den vielen Steuerknüppeln, Schaltern und Reglern hängen zu bleiben. Der Strickkragen der Jacke liegt eng an, damit sich der Stoff im Notfall nicht im Fallschirm verheddert. Die vergleichsweise leichte, schlanke Jacke schränkt die Bewegungsfreiheit nicht ein und hält optimal warm zwischen minus und plus zehn Grad – womit sie sich für den mitteleuropäischen Winter bestens eignet.

Ob klein oder groß. Trendy Bomberjacken finden in jedem Kleiderschrank einen Platz.   Copyright: Hm.com

Bombenteile bei Dolce & Gabbana, Kenzo, Bellerose und Co.

Im zivilen Gebrauch sind Bomberjacken seit den 1970er Jahren verbreitet. Zunächst sind sie vor allem bei Punks und Skinheads beliebt. In den 80ern erreicht die Bomberjacke ihren modischen Höhepunkt. Als eines der Schlüsselteile dieses bunten, schrägen Jahrzehnts kommt der praktische Allrounder plötzlich verblüffend variabel daher. Genau so facettenreich kehrt die Bomberjacke in diesem Herbst und Winter in der Kindermode zurück. Ob lässig, verspielt, cool oder sportlich – die Bomberjacke zeigt sich in diesem Winter in allen möglichen Farben und Variationen. In der Kinderlinie des Labels Dolce & Gabbana ist die klassische Linie der Jacke mit einem weiteren großen Trend dieses Winters verknüpft: Aufnähern. Übersäht mit spaßigen, bunten Patches verweist das Modell umso stärker zurück auf seine militärischen Ursprünge, da auch die unterschiedlichen Dienstgrade und Einheiten ihre Jacken mit den jeweiligen Aufnähern personalisieren.

Die amerikanische Marke No Added Sugar verleiht der Bomberjacke mit Fake Fur-Kragen und satten Blautönen eine coole Note. Beim belgischen
Hersteller Bellerose hat der Grundschnitt in Kombination mit dunkelblauem Teddyplüsch einen sportlich-zünftigen Auftritt. Kenzo
mischt Pop- und Military-Style, indem es grün-orangefarbene Camouflage-Prints oder pinkfarbene Leopardenflecken auf Bomberjacken
druckt. Stella McCartney Kids setzt in ihrer Version der Bomberjacke mit zartrosafarbenen Nuancen, Fransen und Sternen verträumte Cowgirl-Akzente. Wer sein Budget nicht auf Designermode ausrichten möchte, findet bei Zara eine große Auswahl an Bomberjacken für Kids - glamourös mit Pailletten, futuristisch im Metallic-Look oder schlicht in gedeckten Blautönen.

So einfach kann man eine schlichte Bomberjacke stylen.   Copyright: Shutterstock.com

Rückblick auf den schlechten Ruf

„Ja, aber“ mögen nun viele Leser einwenden, die ihre modische Sozialisierung in den 90ern oder frühen Nullern erfahren haben. Da ruft es auch schon mein Freund vom Frühstückstisch herüber: „Bomberjacken? Haben in meiner Jugend nur Nazis getragen.“ Genau. Dieses unrühmliche Kapitel lässt sich nicht ausblenden, wenn man über Bomberjacken spricht. Als Nazi-Fummel waren sie zeitweise sogar so verpönt, dass die damalige Familienministerin Christine Bergmann 2001 ein Verbot forderte. Inzwischen aber kann man die Resozialisierung der Bomberjacke als erfolgreich abgeschlossen betrachten. In diesem Winter kommt man in der Kindermode praktisch nicht an ihr vorbei. Ein durch und durch zweckmäßiges Stück – und gerade deswegen zeitlos modern.

Alle mit Shutterstock gekennzeichneten Bilder sind aus der Bilddatenbank Shutterstock.com.

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