MERCEDES-BENZ FASHION WEEK BERLIN FALL/WINTER 2018/2019

Ein Hauch von Fetisch: Callisti feiert Premiere auf der Berlin Fashion Week

Lara Schwitalla
Von Lara Schwitalla
17.01.2018 / 01:20 Uhr

„Bis zum Maximum reduziert.“ Der Grundgedanke hinter den Modeschöpfungen von Designerin Martina Mueller Callisti klingt ebenso simpel wie genial. Im Rahmen der Berlin Fashion Week laden Mercedes Benz und das Modemagazin Elle die Österreicherin als Nachwuchsdesignerin in die Hauptstadt ein. Inmitten industrieller Gemäuer, schwarz-weißer Fliesen und kantiger Stahlträger des E-Werks, nur einen Katzensprung vom Checkpoint Charlie entfernt, feiert Callisti ihr Debüt auf der Berliner Modewoche. Ob sie mit ihrer minimalistischen Prêt-à-porter-Mode den Nerv des Hauptstadtpublikums trifft?

Callisti kreiert nach allen Regeln der Kunst

Martina Mueller Callisti führt ihren Berliner Design-Kollegen mit ihrer Runway Show die Regeln der Modekunst nach Strich und Faden vor Augen. Ihre Kollektion unterteilt sie strikt anhand unterschiedlicher Farbfamilien, beginnend mit Dunkelblau und Schwarz über Bordeaux und metallischem Anthrazit bis hin zu Off-White und Creme. Dabei verpasst die Designerin jedem feminin gradlinigen Look genau einen provokanten Eyecatcher - nicht mehr und nicht weniger. Aufbauend auf ihren vergangenen Kollektionen mausern sich fetischartige Taillengürtel- und Latzaccessoires, Corsagenähnliche Applikationen und Obigürtel allesamt aus glänzendem, kernigem Leder zu den Kennzeichen ihres Signature Styles. Immer in Kombination zu klassisch zeitlosen Schnitten.

Als Highlight im Military Style inszeniert Callisti für den Runway einen bordeauxfarbenen, asymmetrisch geschnittenen Zweiteiler. Während die sportive Anzughose im Chinoschnitt mit kantigen Ausstülpungen an den Oberschenkeln an eine Karottenhose im Stil der Achtziger Jahre erinnert, verleiht ein cleanes Cape zum schmalen, schwarzen Bondage-Gürtel dem Blazer das gewisse Etwas.

Der Folklore Rock zu gelayerten Tops zählt zu den Highlights der Show.   Copyright: Alexander Koerner/Getty Images

Der wohl extravaganteste Look der Show: Ein transparenter Turtleneck in Schwarz, darüber ein kurzärmliges Oversize Shirt mit angedeutetem U-Bootausschnitt in Bordeaux. Ein bodenlanger, taillierter Folklore Rock mit quergestreiftem Patchwork aus schwarzem Vinyl, nachtblauen und bordeauxroten, blickdichten sowie spitzenverzierte Stoffelementen vollendet den Eyecatcher Look. Als durchgängiges Key-Element runden zwei Lederbandapplikationen vom Bauchnabel beginnend über die Schultern hinweg das Outfit mit Berliner Stilbruchpotential ab.

Fetisch vs. feminin

In der Herbst/Winter 2018/19 Kollektion von Callisti trifft zeitlose Eleganz auf verführerische Weiblichkeit.   Copyright: Alexander Koerner/Getty Images

Zum großen Finale schickt Callisti zahlreiche, sanft fallende Petty Coat- und Plisseeröcke in Creme zu Schößchentops und Basic Tees über den Catwalk. In Anlehnung an ihre eigene Beschreibung ihrer Designs als klassische Eleganz und moderne Sinnlichkeit versieht sie auch die femininen Kreationen mit dunklen Schulter-, Obi- und Bondagegürteln. Berücksichtigt man die Bedeutung des griechischen Wortes Kaliste, erklärt sich der Hintergrund für die harmonischen Stilbrüche der Callisti Herbst/Winter 2018/19 Kollektion. Frei nach dem Motto „Für die Schönsten überhaupt“ stellen die cleanen, wenn auch dezent provokanten Designs ihre Trägerin in den Vordergrund. Untypisch für den obligatorischen Berliner Mehr ist Mehr-Stil. Prädestiniert, um einen einzigartigen Signature Style als Kombination aus Jil Sander und Marina Hoermanseder zu etablieren.

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